Atem- und Bewegungstherapie bei
Lungenhochdruck

Hohe Selbstverantwortung für Patienten
Atem- und Bewegungsschulung bei Lungenhochdruck setzt voraus, dass Patienten eine hohe Selbstverantwortung tragen können und ihre persönliche Leistungsgrenze kennen und einhalten lernen. Falscher Ehrgeiz, falsche Einschätzung der Tagesform, falsche Einschätzung der Ausdauerleistung, Training zu vieler Muskelgruppen gleichzeitig oder an einem Tag können zur Überforderung führen und damit eher schaden als nützen.

Besonders zu beachten ist, dass sich die Ermüdung oder der Schwächezustand nicht unmittelbar während des Trainings einstellt, sondern einige Zeit später auftreten kann. Deshalb dürfen Trainingsmaßnahmen nur unter fachlicher Anleitung erlernt werden. Sprechen Sie immer vor einer Trainingsmaßnahme mit Ihrem behandelnden Arzt. Eine Trainingsmaßnahme darf nur dann durchgeführt werden, wenn eine wirksame PH-Therapie eingeleitet
und der Krankheitsverlauf stabil ist. Die Autoren übernehmen keine Haftung.

Tai-Chi-Qi-Gong, Autogenes Training, Feldenkrais-Methode, Lungensport

Bei Tai-Chi-Qi-Gong handelt es sich um traditionelle chinesische Übungen der Gesundheit und „Lebensenergie“. Ziel ist die Stärkung der Körperkraft ohne Anspannung, die Harmonisierung von Bewegungsabläufen und die Förderung von Konzentration und Ausgeglichenheit.

Die Feldenkrais-Methode soll körperliche Bewegungsabläufe bewusst machen mit dem Ziel der Verbesserung von Bewegungsökonomie, kognitiven Abläufen und z.B. einer freieren und anpassungsfähigeren Atmung.

Autogenes Training als Form konzentrativer Selbstentspannung kann mit Übungen auch zur ruhigen und entspannten Atmung beitragen und damit bei dem Gefühl von Verspannung und Atemnot sehr hilfreich sein.

Bei Lungensportgruppen ist besonders auf spezifische Übungen bei pulmonaler Hypertonie zu achten.

Pilotprojekt Atem- und Bewegungstherapie
In Heidelberg wir in einem Pilotprojekt untersucht, ob eine begleitende Atemtherapie- und vorsichtige Bewegungstherapie die Hämodynamik, Gehstrecke, Lebensqualität und Prognose bei Patienten mit Lungenhochdruck verbessern kann. Durch die Atem- und Bewegungstherapie soll u. a. schrittweise der Sauerstoffverbrauch der Muskulatur verbessert und so die Herzarbeit entlastet werden.

Um das Trainingsprogramm ganz individuell an den jeweiligen Patienten anpassen zu können und gleichzeitig Überwachungsmöglichkeiten zu haben, wird die Atem- und Bewegungstherapie als 3-wöchige Rehabilitationsmaßnahme in der Reha-Klinik Königsstuhl in Heidelberg begonnen. Anschließend sollen die Patienten die Übungen zu Hause fortführen.

Spezielles Atmen verbessert das Wohlbefinden.
Es gibt verschiedene Methoden, Atemtherapie zu erlernen. Atemtherapie bedeutet ein gezieltes Training für die Atemfunktion und kann langfristig zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beitragen.

Häufig steht das bewußte Wahrnehmen der eigenen Atmung am Anfang.

Bauchatmung, Brustatmung oder bewusst langsames Ausatmen sind erste Übungsschwerpunkte. Die Entspannung des Körpers steht im Vordergrund.

Die Atmung steht in sehr enger Wechselbeziehung zur körperlichen Bewegung und damit zur Arbeit der Muskulatur. Die Muskeldehnung und die Muskelkräftigung werden Schritt für Schritt in die Übungen eingebunden.

Atemtherapie sollte zu Beginn immer in Betreuung von Fachkräften (z.B. Physiotherapeuten) begleitet werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass man sich falsche Atemabläufe („Atemfehler“) angewöhnt.

Sprechen Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie eine Atemtherapie oder eine Lungensportgruppe besuchen.

Ziel einer Atemtherapie ist die Verbesserung der Sauerstoffaufnahme durch die Ausschöpfung der Lungenkapazität. Durch ein gezieltes schonendes Training einzelner Muskelgruppen (Dehnungsübungen) kann die muskuläre Sauerstoffverarbeitung effizienter werden.

Die Therapie soll dazu beitragen, individuelles Wohlbefinden zu fördern.

Unterdessen ist aus dem Pilotprojekt eine anerkannte Therapie geworden, die in der Reha eine große Rolle spielt.