Patiententreffen am 14.08.2026 im Universitätsklinikum Gießen
Am 14.08.2026 fand nach intensiver Vorbereitung in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Khodr Tello das erste Patiententreffen des Landesverbandes Hessen statt, zu welchem wir auch unseren Vorstand Herrn Hans-Dieter Kulla begrüßen konnten.
Im Uniklinikum Gießen begrüßte Herr Prof. Tello 28 Gäste und stellte seinen Vortrag „Neue und bewährte Untersuchungsmethoden“ vor. Er erläuterte an anschaulichen Präsentationsfolien den Aufbau des großen und kleinen Kreislaufs und holte auch die Patientinnen und Patienten ab, die erst seit kurzem erkrankt sind und noch viel Aufklärungsbedarf haben.
Dr. Nils Kremer ergänze mit seinem Thema „Behandlung nach neustem Stand“ und ging hier auf die aktuellen Leitlinien zur pulmonalen Hypertonie ein. Angelehnt an die ELF – European Lung Foundation – referierte er über Behandlungsmethoden bei den unterschiedlichsten Lungenerkrankungen und hier speziell über die pulmonale Hypertonie.
Nach den ersten beiden Vorträgen hatten wir Gelegenheit uns am reichhaltigen Buffet mit Kaffee, Kuchen, belegten Brötchen und verschiedenen Kaltgetränken zu stärken. Es wurde ausführlich die Zeit genutzt sich untereinander und auch mit den Ärzten auszutauschen.
Gestärkt und motiviert ging es weiter mit Dr. Bruno Thal und dem Thema „Klartext - Patientenverständliche Befunde“. Eindrucksvoll belegte er, dass weniger als die Hälfte der Patienten wusste, warum er/sie überhaupt im Krankenhaus war. Ganz schlecht fiel der Wert über die Verständlichkeit von Nebenwirkungen aus.
ES LIEGT NICHT AN DEN PATIENTEN, ES LIEGT AN DER SPRACHE!
Das hat ihn veranlasst eine APP zu entwickeln. Hierfür wurden tausende alte Befunde eingegeben, daraus ein Algorithmus kreiert der es ermöglicht, alte und neue Befunde zu vergleichen. Die APP „übersetzt“ die medizinischen Fachbegriffe in eine einfache, patientenverständliche Sprache und weist zudem auf Verbesserungen und Verschlechterungen seit der letzten Befunderhebung hin. Diese Plattform gibt es nur auf Klinikebene und nur im Klinikum Gießen.
Dr. Patrick Janetzko referierte über das Thema „Atemphysiotherapie – aktiv gegen die Atemnot“. Nach seinem interessanten Vortrag gab er den Zuhörenden 5 Sätze mit:
- Bewegung ist bei Lungenhochdruck Therapie – mit der höchsten Empfehlungsstufe der europäischen Leitlinie.
- Der Gewinn ist spürbar: rund 49 Meter mehr Gehstrecke, dazu bessere Lebensqualität.
- Sicher, aber nicht harmlos: begleitet anfangen, nie bis zur Erschöpfung, Warnzeichen melden.
- Atemmuskeltraining mit Widerstandsgerät ist die am besten belegte einzelne Atemübung – lassen Sie es einstellen, nicht schätzen.
- Atemtherapie wirkt im Verbund mit Bewegung
Dr. Zvonimir Rako hatte zum Thema „Sauerstofftherapie: Flüssig oder Konzentrator“ ein ausführliches Referat verfasst. Die Entscheidung, ob ein Patient mit flüssigem Sauerstoff oder Konzentrator versorgt wird, ist eine rein ärztliche Entscheidung, die von der Art und der Schwere der Erkrankung, von der benötigten Sauerstoffmenge und verschiedenen patientenindividuellen Faktoren abhängig ist.
Er ging dabei auch intensiv auf die immer wiederkehrenden Fragen zum Fliegen mit Sauerstoff ein. Dabei erklärte er allgemein verständlich, warum im Flugzeug Flüssigsauerstoff absolut verboten ist und wie sich die veränderten Druckverhältnisse im Flugzeug auf die Sauerstoffsättigung bei ph-Patienten auswirken können.
Dieser absolut informative Nachmittag wurde geschlossen von Herrn Prof. Dr. Ardeschir Ghofrani, der uns auf einen Blick nach vorne mitgenommen hat. Stillstand ist sozusagen Rückschritt, und deshalb wird weiter an neuen Therapien geforscht, die sich bereits am Horizont abzeichnen. Bevor ein weiteres therapeutisches Mittel auf den Markt kommen kann, sind unendlich viele Testphasen zu durchlaufen und auch Bürokratien zu überwinden. Das Uniklinikum Gießen zeichnet sich ganz besonders dadurch aus, dass es international den Ruf als einziges ph-Forschungszentrum genießt. Nur wenige Schritte vom Klinikum entfernt ist dieses große Forschungszentrum angesiedelt.
Sehr beeindruckt von der Fülle an Informationen und den namhaften Referenten haben wir mit deutlichem Zeitverzug den Nachmittag mit dem Schlusssatz „wir sind alle Fans dieses ph-Zentrums“ beendet.
Ein großes Dankeschön an alle sechs Referenten für die viele Zeit die sie uns gespendet haben.