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    PH-Klinik-Forum in Hamburg

    Veranstaltungsbericht

     

    PH-Klinik-Forum – Lungenhochdruck bremst Leben
    pulmonale hypertonie e. v. lädt Ärzte zu zertifizierter Fortbildung ein

    Nach der Geburt ihrer Tochter 1998 bekam Anke Sofie T. immer schlechter Luft. Die Hamburgerin glaubte, ihre gesundheitlichen Probleme hingen damit zusammen, dass sie nach der Schwangerschaft zugenommen hatte. Vergeblich versuchte sie, ihre Pfunde wieder abzutrainieren – der jungen Mutter fehlte immer mehr die Kraft, den Alltag zu bewältigen: „Einkaufen, Putzen, das alles klappte nicht mehr.“ Als es einfach nicht mehr weiterging, suchte sie endlich ihren Hausarzt auf. Doch weder das 24-Stunden-EKG noch Besuche in Facharztpraxen brachten einen diagnostischen Fortschritt. Erst ein halbes Jahr später hatte Anke Sofies Odyssee ein Ende, als im Krankenhaus Großhansdorf nach umfangreichen Untersuchungen die richtige Diagnose gestellt wurde: Lungenhochdruck. „Erst war ich schockiert, aber dann war ich auch froh, Gewissheit zu haben, und dass endlich eine Behandlung begonnen werden konnte.“

    Über ihr für viele PH-Patienten typisches Schicksal berichtete die junge Frau vor Hamburger Ärzten zu Beginn des PH-Klinik-Forums, zu dem der pulmonale hypertonie (ph) e. v. in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eingeladen hatte. Bruno Kopp, Vorsitzender des Selbsthilfevereins, hatte zuvor eine große Zahl niedergelassener Ärzte und Therapeuten begrüßt, die die Chance nutzen wollten, sich im Rahmen einer zertifizierten Fortbildung durch ausgewiesene PH-Experten über Diagnostik und therapeutische Optionen dieser heimtückischen Krankheit informieren zu lassen.

    Die wichtigste Screeninguntersuchung bei Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie sei die Echokardiographie, unterstrich Dr. Martin Claussen vom Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie am Krankenhaus Großhansdorf: „Sie hat die größte Trefferquote.“ Zeigten sich hier die typischen Zeichen einer Rechtsherzbelastung, sei eine weitere Abklärung erforderlich. Dazu gehöre die diagnostische Klassifikation der pulmonalen Hypertonie, wobei zunächst zu klären sei, ob es sich um eine Erkrankung des Lungenparenchyms, des linken Herzens oder der Lungengefäße selbst handele.

    Auch die Rechtsherzkatheteruntersuchung spiele nach wie vor eine zentrale Rolle in der Betreuung von Patienten mit pulmonaler Hypertonie, unterstrich Dr. Claussen. Diese Untersuchung sollte jedoch nur an spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Weiter spielten die Sechs-Minuten-Gehstrecke, bei der ein gesunder Mensch mehr als 600 Meter zurücklegen sollte, die Spiroergometrie (Atemgasmessung), spezielle Laboruntersuchungen sowie der Ausschluss relevanter Grunderkrankungen eine große Rolle.
    Dr. Hans Klose von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf wies darauf hin, dass eine Heilung der pulmonalen Hypertonie bis heute nicht möglich sei. Gezielte Therapieformen würden jedoch zur Verbesserung der Lebenserwartung und Lebensqualität für die betroffenen Patienten beitragen.

    Die modernen spezifischen Therapien greifen an drei verschiedenen Ansatzpunkten in den pathologischen Prozess ein. Jeder Ansatzpunkt steht für eine Gruppe von Wirkstoffen.
    Bei den heute bevorzugten oralen Therapien bestehen die längsten Erfahrungen mit dem dualen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten Bosentan (Tracleer®). Hier liegen inzwischen gute Daten über einen Behandlungszeitraum von zwei Jahren vor. 70% der Studienpatienten kommen zu diesem Zeitpunkt noch mit einer Monotherapie aus. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit und sprechen auch für eine Lebensverlängerung.

    Als weiteres Medikament in der Gruppe der Endothelin-Rezeptor-Antagonisten steht die Substanz Sitaxentan zur Verfügung mit einer Monoblockade des Rezeptors A.

    Das Prostazyklin-Derivat Iloprost (Ventavis®) zeigte in klinischen Studien eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

    Der Wirkstoff wird mittels eines speziellen Verneblers inhaliert und gelangt so schnell und ohne Umwege in die Lungengefäße. Die Inhalation erfolgt meist 6 x täglich. Als weiteres Prostazyklin steht für die subkutane Therapie der Wirkstoff Treprostinil zur Verfügung.

    Als drittes Therapieprinzip wird der aus der Behandlung von Erektionsstörungen bekannte Wirkstoff Sildenafil (Revatio®) eingesetzt. Er führt über die Hemmung des Abbaus von Gefäß erweiterndem cGMP zu einer Verbesserung der Symptomatik und der Belastbarkeit gemessen am 6 Minuten-Gehtest . .
    Es habe sich gezeigt, so Dr. Klose, dass in vielen Fällen nur eine Kombinationstherapie eine dauerhafte Stabilisierung bewirken könne.

    Derzeit wird in vielen Studien wissenschaftlich geprüft, ob eine Kombination aus mehreren Medikamenten wirklich einer Mono-Therapie überlegen ist. Die bisherige klinische Praxis zeigt Erfolg mit der Kombinationstherapie , wobei weitere Studien zur Überlegenheit der Kombinationstherapie notwendig sind.
    Als weitere therapeutische Option müsse die Transplantation der Lunge ins Auge gefasst werden, berichtete Dr. Hendrik Treede vom Herzzentrum Hamburg-Eppendorf. In Einzelfällen sei eine Herz-Lungen-Transplantation zu empfehlen. „Doch geht hier leider die Schere zwischen Organverfügbarkeit und Patientenzahl auseinander“, bedauerte Dr. Treede.

    Zum Abschluss der Vortragsreihe referierte Schwester Anja Paulsen, die seit 2003 im Zentrum für Patientenbetreuung der Uniklinik als Ansprechpartnerin für PH-Patienten und ihre Angehörigen fungiert. Es sei wichtig, die Betroffenen vom ersten Tag an zu begleiten und Unterstützung zu bieten: „Die Patienten vertrauen mir und fühlen sich bei den vielen Untersuchungen nicht mehr so allein gelassen.“ Umso wichtiger sei das Engagement des Selbsthilfevereins, der neben Frau Paulsens Stelle noch fünf weitere halbe Stellen an verschiedenen auf PH spezialisierten Krankenhäusern geschaffen hat und finanziert. Bruno Kopp dankte am Ende den Referenten, die durch den Verzicht auf Honorare diese wichtige Fortbildung ermöglicht hätten.

     

    Karin Weise

     

     

     

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