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„Wenn's gar nicht mehr geht: einfach weiterlaufen"

Das Team PHenomenal Hope Germany beim 13. Knastmarathon Darmstadt am Welt-PH-Tag – ein Erfahrungsbericht

Marc Ziegler, Darmstadt

Um es gleich zu sagen, der Knastmarathon war eine großartige Erfahrung.
Punkt 10 Uhr ging es am Welt-PH-Tag bei bester Stimmung und heiterem Wetter los. Auf dem Programm standen 24 wohlabgemessene Runden à 1758 Meter, alles innerhalb der Mauern des äußerst gepflegten Geländes der Justizvollzugsanstalt Darmstadt „Fritz Bauer Haus“.

Das Team PHenomenal Hope Germany bestand bei dem Lauf aus Katrin, Andrea, Axel und mir.
Katrin lief in einem super Input-Outcome-Verhältnis und bestritt den kompletten Marathon in 4:12:09. Mit diesem Ergebnis schaffte sie es bei den Frauen auf den 8. Platz!
Während Katrin sich schon ihr verdientes Stück Kuchen hinter dem Zielbereich schmecken ließ, mühte ich mich noch auf der Strecke ab und erreichte das Ziel schließlich eine gute halbe Stunde später, nach 4:46:51, was mir den 66. Platz in der Männerwertung bescherte.
Andrea musste ihren Lauf bereits nach 25 Kilometern und knapp 2,5 Stunden Laufzeit aufgrund einer auch krankheitsbedingt zu knapp geraten Vorbereitung beenden.
Und Axel hatte schon zu Beginn der Vorbereitung angekündigt, „nur“ die Halbmarathondistanz von 21.1 Kilometern laufen zu wollen, was er dann auch in einer persönlichen Bestzeit von 1:44:52 geschafft hat!

Startnummer mit MottoStartnummer mit Motto - CopyrightMarc Ziegler

Als Marathon-Neuling weiß man ja nicht wirklich, wie man sich so auf den letzten Kilometern halten wird und ob man es überhaupt bis ins Ziel schafft. Daher war die gute Stimmung zumindest bei mir durchaus in eine gewisse Grundnervosität getaucht.
Der Start war denn auch eine echte Erleichterung, denn nun ging es endlich los und die angesammelte Nervosität der letzten Tage konnte sich in läuferische Energie umwandeln und in Geschwindigkeit entladen. Zum Start schien für einige Zeit die Sonne, später war es auch mal länger bewölkt und die Luft recht kühl. Während der ganzen Zeit hielt sich die Temperatur so um die 7 Grad. Aus Läuferperspektive sind das nahezu optimale Bedingungen. Viele Läuferinnen und Läufer liefen durchgängig in kurzer Kleidung, einige griffen während der Bewölkung durchaus auch zu Windjacken.

Wie erwartet liefen bei mir die ersten 20 Kilometer noch sehr konstant, dann machten sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar und das Tempo wurde wechselhafter. Irgendwann gab es auch den Moment, an dem ich dachte: Oha, das ist wirklich eine persönliche Grenzerfahrung! Und ich war mir nicht sicher, ob ich das nun gut oder schlecht finden sollte – Stolz und Erschöpfung waren da miteinander im Zwiegespräch. Die befürchtete Begegnung mit dem "Mann mit dem Hammer" oder "der Mauer", also das plötzliche Wegfallen aller Kraft auf den letzten Kilometern, blieb mir zum Glück erspart. Aber die Beine wurden zunehmend schwerer und schwerer, die Runden immer zäher und immer wieder drohten Krämpfe, die Beine vollends lahmzulegen. "Wenn's gar nicht mehr geht einfach weiterlaufen" – dieses Motto zierte unsere Startnummern und drückt ganz gut das aus, was mich über Runde 19, 20, 21, 22 und 23 gebracht hatte. Erst in der Schlussrunde lief es sich wieder etwas befreiter – vermutlich setzte hier schon die Euphorie ein, dieses Glücksgefühl, es letztlich geschafft zu haben, die Marathon-Distanz das erste Mal bewältigt zu haben.

Wieder eine von 24 Runden geschafft!Wieder eine von 24 Runden geschafft! CopyrightBarb Mehrens

Die Rahmensituation, in einem Knast einen Marathon zu laufen, hielt einige eigentümliche Spiegelungen bereit. Denn während die Insassen uns Läufer beim Laufen zuschauten, schauten wir ihnen dabei zu, wie sie im Gefängnishof ihre Freizeit verbrachten und dort entweder ihrerseits Runden drehten oder aber vom Zaun aus die Läufer anfeuerten. So tauschten sich immer mal wieder die Rollen von Zuschauern und Akteuren.
Die im Vorfeld befürchtete Monotonie, 24 Mal die gleiche Runde laufen zu müssen, hatte sich nicht eingestellt, ganz im Gegenteil, die Runden waren lang genug, so dass sich der Lauf auf dem weitläufigen Areal insgesamt recht abwechslungsreich gestaltete. Außerdem fand ich es gut, stets zu wissen, wie viele Runden ich noch zu laufen hatte.

Die gesamte Organisation des Laufs seitens der JVA sowie die Verpflegung seitens mehrerer Insassen und sonstiger freiwilliger Helfer mit Wasser, isotonischen Getränken, Bananen, Orangen und Schokoriegel während des Laufs und einem außerordentlich großen Buffet mit Erfrischungsgetränken, Kaffee und Kuchen sowie belegten Brötchen im Anschluss war klasse und übertraf alle Erwartungen. Das Personal war sehr freundlich, auch beim Einlass, der in einem für JVAs typischen mehrstufigen Kontroll- und Sicherheitscheck bestanden hat. Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den sehr guten Ablauf!

Der Knastmarathon Darmstadt fand dieses Jahr zum 13. Mal statt. Austräger ist neben der JVA Darmstadt der Gefangenensportverein SV Kiefer Darmstadt e. V., der u. a. auch die inhaftierten Läufer auf den Lauf vorbereitet. Das Projekt wurde 2007 als alternatives Freizeitprojekt für Haftinsassen ins Leben gerufen. Am Lauf selbst können auch Insassen anderer JVAs teilnehmen. Von Anfang an war die Veranstaltung zudem auch für nichtinhaftierte externe Läuferinnen und Läufer offen.

Ich bin froh und stolz, diesen Marathon als einer der externen Läufer für das Team PHenomenal Hope Germany gelaufen zu sein!

 Katrin Hetebrügge Marc Ziegler Andrea Weiler Lauf geschafft - Katrin Hetebrügge Marc Ziegler Andrea Weiler CopyrightBarb Mehrens

Team PHenomenal Hope Germany:
Unsere Strava-Lauf-Aktion anlässlich des Welt-PH-Tages 2019 – viel sportliches Engagement und eine großzügige Spende

Katrin Hetebrügge, Darmstadt

Dieses Jahr bestand unser Strava-Lauf-Club anlässlich des Welt-PH-Tages aus insgesamt 146 Teilnehmern. Dabei wurden in einer extra für diesen Zweck eröffneten Gruppe auf der Sport-App-Plattform Strava alle an dem Tag gelaufenen oder gewanderten Kilometer gesammelt. Dazu kamen noch einige zusätzliche Kilometer, die mit anderen Bewegungs-Apps aufgezeichnet wurden. Insgesamt kamen an dem Tag 1307 Kilometer zusammen. Besonders gefreut hat uns, dass viele PH-Patienten selbst den Tag motiviert genutzt und sich für die Aktion die Schuhe geschnürt und auf den Weg gemacht haben. Actelion Deutschland hat unsere Aktion wie schon im letzten Jahr großzügig unterstützt und spendet 3,50 € pro Kilometer. Und die Gesamtsumme von 4574,50 € wurde schließlich sogar noch auf 5000 € aufgerundet.

Wir bedanken uns bei Actelion und allen Beteiligten ganz herzlich!

Das Ziel ist Heilung!

 

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Der Vorstand des Vereins bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten, HERZLICHEN DANK für das enorme Engagement, die vielen Kraftanstrengungen und das Herzblut bei der Sache! Ihr leistet einen enormen Beitrag zur Awareness!

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