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Patiententreffen am UKE in Hamburg am 27. März 2026

Um 15:00 Uhr eröffnete Jutta Gläser das erste Treffen 2026 im UKE. Nach herzlicher Begrüßung der erschienenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, übergab sie das Wort an Josephine Z., die den nachfolgenden hoch interessanten Erlebnisbericht über ihre Doppellungentransplantation hielt:

Zwischen Atemnot und Hoffnung – mein Weg zur neuen Lunge

„Ich habe früher nie darüber nachgedacht, wie selbstverständlich Atmen ist. Bis zu dem Tag, an dem mir gesagt wurde, dass ich an pulmonale Hypertonie leide. Von da an wurde jeder Atemzug zu etwas, das ich mir erkämpfen musste. Es begann schleichend. Ein Husten, der nicht mehr verschwand. Treppen, die plötzlich unüberwindbar wurden. Irgendwann reichte schon ein kurzer Weg, um mich völlig zu erschöpfen. Ich erinnere mich an Momente, in denen ich einfach nur dastand und nach Luft rang – verzweifelt, panisch, hilflos. Es fühlte sich an, als würde mein eigener Körper mich im Stich lassen. Mein Leben schrumpfte. Die Welt draußen wurde immer weiter entfernt, während ich immer mehr Zeit drinnen verbrachte – angeschlossen an ein Sauerstoffgerät, gefangen in meinem eigenen Körper. Die Stille wurde lauter, die Gedanken dunkler. „Was, wenn es nicht rechtzeitig eine Rettung gibt?“ 

Dann kam die Warteliste bei Eurotransplant. Hoffnung. Mein Handy wurde zu meinem ständigen Begleiter. Jeder Ton ließ mein Herz rasen. Der Anruf kam an einem frühen Abend Ende Mai 2018, der sich zuerst wie jeder andere anfühlte. Doch dann veränderte ein Satz alles: „Wir haben eine Lunge für Sie.“ Ich konnte kaum atmen – diesmal vor Aufregung, die sich mit Hoffnung zu einem Gefühl vermischt. Im Krankenhaus ging alles so schnell. Stimmen, Lichter, Formulare – und immer wieder dieser Gedanke: „Das ist meine Chance.“ Als ich nach der Operation aufwachte, war alles fremd. Mein Körper fühlte sich anders als sonst an, überall waren Schläuche. Aber dann kam dieser Moment. Ich atmete ein. Tief. Und es tat nicht weh. Es war, als hätte mir jemand ein Stück Leben zurückgegeben, von dem ich nicht mehr wusste, wie es sich anfühlt.

Doch der Weg war nicht vorbei. Schmerzen, Zweifel und die Angst, dass mein Körper die neue Lunge abstößt, begleiteten mich jeden Tag. Medikamente wie Tacrolimus wurden zu meinen ständigen Begleitern. Ich musste lernen, vorsichtig zu sein – und gleichzeitig wieder zu leben. Somit erklingen die Worte eines Lungenfacharztes mir immer wieder im Ohr: „Sie sind gesund, aber … anders.“ Die ersten Schritte waren schwer. Mein Körper war schwach, mein Vertrauen auch. Aber ich kämpfte mich zurück. Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug. Ich werde nie den Moment vergessen, als ich draußen stand, die frische Luft einatmete und einfach… atmete. Ohne Angst. Ohne Schmerz. In diesem Augenblick liefen mir Tränen über das Gesicht – weil ich verstanden habe, was mir geschenkt wurde.

Heute lebe ich mit einer neuen Lunge. Mit einem neuen Leben. Und mit einer Dankbarkeit, die sich nicht in Worte fassen lässt. Ich trage nicht nur mein eigenes Leben in mir, sondern auch die Hoffnung eines Menschen, den ich nie kennenlernen werde. Und jedes Mal, wenn ich tief einatme, denke ich: Dieser Atemzug ist ein Geschenk von DIR!“  Autorin: Josephine Z.

Nach dem Bericht gab es erstmal eine ausgiebige Kaffeepause mit selbstgebackenen Leckereien, wobei Josephine Z. noch auf ein Online-Patientenseminar hinwies, das vom UKE angeboten wird und am 21. April 2026 um 17:00 Uhr das Thema „Backstage Transplantation: Was Sie schon immer wissen wollten“ beinhaltet.

 

Nachdem sich die Teilnehmer noch über Aktuelles rege ausgetauscht haben, berichtete Jutta Gläser noch über die bevorstehende Multiplikatorenschulung und Mitgliederversammlung, die vom 23. April bis zum 26. April 2026 in Karlsruhe stattfinden.

Frau Gläser bedankte sich bei den Teilnehmern für ihr Kommen und beendete das Treffen um 18:00 Uhr.

Anja Riedewald

stellvertretende Landesleiterin Hamburg / Schleswig-Holstein