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51. Patiententreffen in der ASV-Ambulanz Pulmonale Hypertonie der Charité Campus Mitte (CCM)

Unser 51. Patiententreffen in der ASV-Ambulanz Pulmonale Hypertonie an der Charité Campus Mitte widmete sich hauptsächlich dem wichtigen Thema „Arzt-Patienten-Gespräch“ mit anschließender umfangreicher Diskussion.
Die Begrüßung erfolgte durch unseren Landesleiter und Frau Dr. Yoasi Li im Namen der PH-Ambulanz.
Als Überraschungsgast konnten wir Prof. Olschewski aus unserem wissenschaftlichen Beirat begrüßen, der uns später aus seiner Arbeit und seinem Werdegang einiges berichtete, sowie uns seine Sicht zum Arzt-Patient Gespräch näher brachte, die da ist: „Klartext reden, dem Patienten Zeit für Entscheidung lassen.“

Im Rahmen einer beispielhaften Gesprächssituation demonstrierten Dr. Grund (Leiter der PH-Ambulanz) und die Patientin Anne Sommerfeld den Ablauf eines Erstgesprächs bei einer angenommenen, aber noch nicht diagnostizierten idiopathischen pulmonalen Hypertonie (iPH). Ziel war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen praxisnahen Einblick in die Kommunikation zwischen behandelndem Arzt und Patientin zu geben.

Zu Beginn erläuterte Dr. Grund, dass die Erkrankung „pulmonale Hypertonie (PH)“ aus Voruntersuchungen als gesichert gilt, aber die Annahme einer idiopathischen PH überprüft werden sollte. Darüber hinaus stellte er die wichtigsten diagnostischen Schritte vor, die zur Sicherung der Diagnose erforderlich sind. Besonderes Augenmerk legte er auf die verständliche Erklärung der Untersuchungsverfahren.

Als eine der ersten und wichtigen Untersuchungen bei Verdacht auf eine idiopathische pulmonale Hypertonie beschrieb Dr. Grund die Ventilationsperfusionsszintigraphie. Dabei wird eine geringe Menge radioaktiv markierten Materials über eine Vene verabreicht. Er merkte an, dass die Strahlung nicht zu hoch, aber relevant ist. Mithilfe einer speziellen Kamera kann anschließend dargestellt werden, wie gut die Lunge durchblutet wird. Die Untersuchung dient insbesondere dazu, Durchblutungsstörungen oder chronische Gefäßverschlüsse der Lungenarterien zu erkennen, beziehungsweise auszuschließen. Dr. Grund erläuterte den Anwesenden anschaulich den Ablauf und die Bedeutung dieser nuklearmedizinischen Untersuchungsmethode innerhalb der Diagnostik der pulmonalen Hypertonie. Diese Erkrankung ist keine Kleinigkeit.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Arzt-Patienten-Beziehung. Dr. Grund betonte, dass eine erfolgreiche Behandlung nicht nur von medizinischer Kompetenz, sondern auch von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis abhängt. Er machte deutlich, dass Patientinnen und Patienten sich in ihrer behandelnden Ambulanz gut aufgehoben fühlen sollten.  Wenn der Patient das Gefühl hat, irgendetwas stimmt hier nicht oder die notwendige Empathie in der Zusammenarbeit ist nicht gegeben, ist es jederzeit möglich, eine andere ASV-Ambulanz für pulmonale Hypertonie aufzusuchen. In einem solchen Fall würde er die Betroffenen unterstützen und ihnen entsprechende Adressen sowie Ansprechpartner anderer spezialisierter Zentren nennen. Die Patienten müssen nicht durch uns behandelt werden, dürfen aber nicht aus der Behandlung fallen. Diese Offenheit unterstrich die Bedeutung einer patientenzentrierten Versorgung und die freie Wahl des Behandlungsortes.

Anne Sommerfeld brachte in dem simulierten Erstgespräch die Sichtweise einer Betroffenen ein und stellte Fragen, die viele Patientinnen und Patienten nach der Diagnosestellung beschäftigen. Dabei wurden Ängste, Unsicherheiten sowie Fragen zu Therapieoptionen, Kontrolluntersuchungen und dem Umgang mit der Erkrankung im Alltag thematisiert. 
Angst nach der Erstdiagnose spielt dabei eine große Rolle. Nicht hilfreich ist es, sich jetzt sofort überall zu belesen und verwirren zu lassen, wo die exakte Diagnose noch nicht abgeschlossen ist.

Das vorgestellte Gespräch verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig eine klare, verständliche und empathische Kommunikation für die gemeinsame Entscheidungsfindung und den Aufbau einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten dadurch wertvolle Einblicke in den Ablauf eines Erstgesprächs bei pulmonaler Hypertonie und konnten wichtige Informationen für den eigenen Umgang mit der Erkrankung mitnehmen.

Dr. Grund fasste den Ablauf der Patientengespräche wie folgt zusammen:

Der gesamte Ablauf der Veranstaltung war kein Frontalunterricht, sondern durch ständige Zwischenfragen und nachfolgende umfangreiche Diskussion in der sich jeder Teilnehmer äußerte, geprägt.

Es ist hier unmöglich den gesamten Umfang der Diskussion wiederzugeben.
Nur einige unvollständige Stichpunkte sollen genannt werden.

  • Warum bekomme ich jetzt diese Erkrankung
  • Das innere Konzept der Krankheitsbildung ist bei jedem von uns ein anderes
  • Kontrolle gibt uns Sicherheit – Kontrollverlust ist total schwierig. In der Patientensituation ist Kontrollverlust normal.
  • Der Patient hat die Hoheit, aber nicht in fachspezifischen Gründen
  • Aufgabe des Arztes ist, das Leben des Menschen besser zu machen, ihn nicht zum Patienten zu machen.
  • Man soll sich nicht als Patient sehen, sonst nimmt man sich viel, was das Leben einem bietet.
  • Formulieren Sie ihre Erwartung an den Arzt, was sie wollen.
  • Medieneinfluss zu Krankheitsdarstellung (z.B. Krebs wird als schlimme Krankheit betrachtet, Herzinsuffizienz dagegen weniger – die Prognose bei beiden ist aber gleich).

Um 16:00 Uhr endete das Treffen für die Gäste.
Die anwesenden Mitglieder wählten anschließend unseren neuen stellvertretenden Landesleiter. Als einzige Kandidatin bewarb sich Frau Anne Sommerfeld, die sich vorstellte und einstimmig gewählt wurde. Glückwunsch und viel Erfolg Anne.

Norbert Findling, Landesleiter