50. Patiententreffen am 5.12.2025 in Berlin-Marzahn
Unser 50. Patiententreffen konnten wir, wie in den Jahren zuvor, im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn im historischen Kesselhaus am 5.Dezember 2025 durchführen. Unser Dank gilt dem Klinikdirektor für innere Medizin/Kardiologie Herrn Dr. Bruch für die Bereitstellung der Räumlichkeit und die Organisation des medizinischen Fachvortrags,
der von Dr. med. Beil gehalten wurde.
Dies war unsere letzte Veranstaltung in diesem Jahr, welche wir mit einem weihnachtlichen Mittagessen begannen.
Dr. Beil passte sich mit seinem Vortrag in die Vortragsreihe in diesem Jahr mit einem Vortrag „Pulmonale Hypertonie – von der ersten Atemnot zur Diagnose und Therapie“ an.
Er ging noch einmal von der Definition der pulmonalen Hypertonie aus und erläuterte die Klassifikation der PH (Unterteilung in die 6 Klassen) und die prinzipiellen Therapieansätze.
Er ging dann sehr schnell auf einen speziellen Fall der Pulmonal Arteriellen Hypertonie (PAH) einer Patientin ein und erläuterte anhand der Laborwerte des EKG und der Hämodynamik den Algorithmus der Diagnose. Interessant waren die bewegten Bilder des Ultraschallechos des Herzens und seine Erklärungen dazu. Herzmuskelbewegung, Blutfluss, Bewegung der Herzklappen und was der Kardiologe daraus erkennen kann.
Zuletzt verglich er tatsächlich gemessene Werte einer PH Patientin mit denen eines Hochleistungssportlers. Beeindruckend war die Differenz der Werte des Herzzeitvolumens.
Der Leistungssportler hatte ein VO2max: 89.4ml/min/kg die Patientin in der Spiroergometrie bei 85 W ein VO2max: 19.4ml/min/kg (=60% des SOLL).
Seine weiteren Ausführungen widmete er der Hämodynamik und den Therapiemöglichkeiten.
Anschließend berichtete unser Mitglied Angela Beier über ihre REHA im Reha-Zentrum Seehof in Teltow bei Berlin. Dies ist eine neu geschaffene Möglichkeit für Patienten mit pulmonaler Hypertonie aus dem nördlichen Raum, sich den Weg nach Heidelberg zu ersparen. Zumal die Wartezeit auf die Reha in Teltow wohl deutlich kürzer ist, als in Heidelberg.
Die REHA basiert auf dem Heidelberger Programm.
Angela berichtete über eine sehr gute, fast hotelähnliche Ausstattung mit vielen Angeboten für Sport und Bewegung, u.a. ist in der REHA eine Salzgrotte vorhanden. Ein sehr gepflegter großer Park zur Erholung und Entspannung gehört zur Klinik.
Das Essen war gut, offensichtlich wurde im Haus noch selbst gekocht.
Geschmäcker sind aber auch unterschiedlich.
Sie lobte das sehr hilfsbereite und den Patienten in jeder Hinsicht zugewandte Personal.
Gefallen hatten ihr die vielfältigen, interessanten und informativen Vorträge u.a. zur mentalen Gesundheit sowie zur gesunden Ernährung und Bewegung.
Für die kleine Gruppe der PH Patienten, es waren nur 4, wurden krankheitsspezifische Vorträge angeboten.
Angela merkte an, dass Einzelangebote für PH Patienten nicht individuell genug auf die Leistungsfähigkeit des Patienten abgestimmt waren. Wenn eine Überbelastung für sich selbst bemerkt wurde, haben und konnten die Patienten der PH-Gruppe allerdings die jeweiligen bzw. geplanten Übungen ausfallen lassen. Dies haben wir alle auch nach Tagesform in Anspruch genommen, bzw. nehmen müssen.
Die Klinik stellte auch psychologische Unterstützung bereit.
Sie erwähnte allerdings auch, dass sie als berentete Patientin sich sehr darum bemühen musste in diese Reha Klinik zu kommen, da die Reha Klinik Teltow vom Rentenversicherer betrieben wird und der ist vorrangig für die Rehabilitation der werktätigen Menschen zuständig. D.h. Zurückführung in das Arbeitsleben. Für berentete Menschen sind die Krankenkassen zuständig.
Allerdings gibt es eine freie Wahl der REHA Klinik. (Ausgenommen Anschlussheilbehandlung)
Nach einer kurzen Kaffeepause mit viel Diskussion untereinander übernahm
Herr Jörg Rübensam der Produktentwickler für den ePA von der Gematik GmbH das Mikrofon.
Erklärung:
Die Gematik GmbH ist ein Unternehmen, dass vom Bundesministerium für Gesundheit sowie den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens (z.B. der Bundesärztekammer oder der kassenärztlichen Bundesvereinigung) betrieben wird. Die Gematik entwickelt und betreibt die Telematikinfrastruktur für das Gesundheitswesen in Deutschland.
Wir sind froh, dass wir den Produktentwickler für den ePA Herr Rübensam gewinnen konnten (Dank Vermittlung über die ACHSE (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen)).
Seit langem träumen Ärzte davon, alle Gesundheitsdaten ihrer Patienten auf einen Blick zu sehen. Große Karteikästen sind bis heute das Hauptspeichermedium der Hausärzte. Zunehmend sind die Daten digitalisiert, der Karteikasten bleibt weiterhin in Benutzung, da dort auch persönliche Notizen hinterlegt werden. Die Ärzte sehen aber nur das, was ihnen in Form von Arztbriefen zugesandt wird. Mit der elektronischen Patientenakte, wo alle Ärzte und Gesundheitsdienstleiter Eintragungen vornehmen können, soll sich das ändern.
Dabei werden hier nur wirklich wichtige Dokumente eingetragen.
Der Versicherte bleibt der „Entscheider“ über die Eintragungen.
Es erfordert von ihm aber, dass er sich kümmern muss. Er muss die Einsicht in die ePA bei seiner Krankenkasse beantragen und einen einfachen Anmeldezyklus durchlaufen (Datensicherheit).
Anmerkung: Die folgenden Ausführungen von Herrn Rübensam können nicht einfacher dargestellt werden, als in seinen Vortragsfolien. So folgen seine weiteren Ausführungen als gut verständliche Folien.
Der Landesleiter bedankte sich bei Herrn Rübensam für den informativen Vortag, da die ePA für die Meisten bisher ein schwarzes Loch war.
Er nahm selbst das Wort und erläuterte anhand seiner persönlichen ePA welche Inhalte bei ihm gespeichert sind.
Man benötigt:
- die APP der Krankenkasse
- eine Identifikations-App der Krankenkasse
danach meldet man sich bei der Krankenkasse mit dem Wunsch „Einsicht in die ePA“ an.
Die Krankenkasse übersendet (per Post) Anweisungen zur Anmeldung.
Wenn man dieses Schreiben erhalten hat, kann man sich anmelden. Man kann aber auch zu seiner Krankenkasse gehen, die mit einem die Anmeldung vornimmt.
Die ePA ermöglicht Einsicht in -Behandlungsdaten; -Medikamente, -Gesundheitspartner.
Wie das im Einzelnen aussieht, hier dazu einige Screenshots:
Wie wir sehen können, ist es möglich für jeden Gesundheitspartner eine Lesefrist für alle Dokumente zu erteilen. Im Weiteren kann man sich die eingescannten Dokumente ansehen.
Die Veranstaltung wurde pünktlich beendet und der Landesleiter wünschte allen Frohe Weihnachten, einen Guten Rutsch in das nächste Jahr und einen unfallfreien Heimweg.
Norbert Findling