Patiententreffen an der Charité Berlin am 05.09.2025
Unser 49. Patiententreffen fand erstmals in der Ambulanz für Pulmonale Hypertonie der Charité Campus Mitte statt. Vor der Coronazeit hatten wir bereits ein Treffen mit dem Team der Ambulanz arrangiert. Da die PH Ambulanz im Fächerverbund für Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin eingebunden ist und sich unsere Gesundheitseinrichtungen abschirmen mussten und oft überlastet waren, trat eine Kontaktpause ein.
Um so mehr waren wir erfreut, dass wir am Freitag, dem 5.9.2025 dieses Patiententreffen stattfinden lassen konnten. Mit großem Engagement hat sich das Team um Dr. Daniel Grund und insbesondere Frau Dr. Yaosi LI, für das Gelingen und die Themenauswahl eingesetzt.
Die Veranstaltung stand unter dem Thema: „Pulmonale Hypertonie nach Ausreizen der medikamentösen Therapie“. Vereinfacht gesagt, es ging um die Lungentransplantation als letzten Ausweg. Es ging um das Leben an der Herz-Lungen-Maschine (ECMO). Es bestand die Möglichkeit mit 2 Patientinnen zu sprechen, die auf der Intensivstation an die Herz-Lungen Maschine angeschlossen sind. Betreten der Intensivstation war natürlich nur mit FFP2 Masken möglich. Dr. Grund betonte, dass eine Lungentransplantation sehr selten vorkommt (2024 = 311 Lungentransplantationen).
Er stimmte uns zu diesem Thema ein und stellte uns eine Patientin vor, die vor 10 Jahren mit Luftnot zum Arzt ging und 2021 eine Lungentransplantation erhielt. Nennen wir Sie einfach „Rita“.
Rita berichtete sehr locker über ihren Werdegang, die lange Suche nach der Ursache der Luftnot, über den Verdacht auf Lungenembolie u.a.. Schließlich kam sie in das Herzzentrum Berlin. Dort wurde ein Herzfehler und Lungenhochdruck festgestellt. Letztendlich kam sie zu Dr. Grund und wurde medikamentös so eingestellt, dass es ihr deutlich besser ging. Allerdings mit dem Hinweis, dass es trotz Medikamenten auch wieder schlechter wird. Schließlich wurde Rita 2021 auf die Transplantationsliste gesetzt. Damit konnte Sie sich lange nicht abfinden. Noch 2021 erhielt sie das Angebot für eine neue Lunge, die dann doch nicht geeignet war. Im gleichen Jahr erhielt sie noch das zweite Angebot, welches passte. Jetzt wollte Sie die Lungentransplantation auch und dachte, es kann nur vorwärts gehen.
Die Empathie und Fürsorge auf der Intensivstation gaben ihr viel Mut alles durchzustehen.
2 Monate nach OP und Reha ging sie wieder arbeiten
Dr. Paul Schmidt-Hellinger Leiter Transplantationsbüro Deutsches Herzzentrum Charité erläuterte die Bewertungskriterien aus medizinischer Sicht, um auf einer Transplantationsliste gelistet zu werden.
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Er ging dann auf die Historie der Lungentransplantation ein, die erstmals 1963 mit nur einem Lungenflügel erfolgte und endete nach 18 Tagen mit Nierenversagen des Patienten.
Heute sieht die Bilanz deutlich besser aus. (DHZC= Deutsches Herzzentrum Charité)
Es folgten weitere statistische Auswertungen, die die hohe Qualität der Transplantationen im DHZC
untermauern. Dazu gehört natürlich die Auswahl, Vorbereitung, und Nachsorge der OP’s.
Der gesamte Prozess muss strengen, nachweispflichtigen Regularien der Bundesärztekammer folgen.
Alle Ergebnisse werden gewichtet, mit Faktoren hinterlegt.
Einfach gesagt: Es gibt Werte für zu erfüllende Wartelistenmodelle. Ist man für die Transplantation vorgesehen und erhält die Nachricht, dass man auf die Transplantationsliste kommt, muss man eine Vielzahl von Untersuchungen absolvieren um auszuschließen, dass man irgendwelche Keime, Bakterien, Krankheiten, oder Krebszellen in sich trägt. Denn das Immunsystem muss vollständig runtergefahren werden, um eine Abstoßung des neuen Organs zu vermeiden. Sind noch Keime vorhanden, würden sie sich jetzt explosionsartig vermehren.
Im Folgenden ist die Beurteilungsdiagnostik der Ärztekammer dargestellt, nach der alle in Frage kommenden Patienten bewertet werden.
Der Weg zur Transplantation ist weit, aber auch gerecht.
Die anschließende Pause wurde auch für Diskussionen genutzt.
Nach der Pause ergriff Frau Dr. Sylvia Schaber -Fachärztin auf der Intensivstation- das Wort, um uns die Vorgänge zu erklären, bei der Patienten an der Herz-Lungenmaschine angeschlossen sind.
Ihr Ausgangspunkt war die Pulmonale Hypertonie. Sie legte nochmals Ursachen, Wirkungen und Therapiemöglichkeiten dar. Anschließend stellte Sie die Behandlungsmöglichkeiten der Intensivmedizin dar.
Nach diesen einleitenden Darstellungen konnten diejenigen, die wollten, die Intensivstation mit19 Betten besuchen.
Um 17:00 Uhr beendeten wir, wie geplant, die Veranstaltung.
Unser Landesleiter Norbert Findling bedankte sich bei allen Vortragenden mit einem kleinen Dankeschön für die sehr gelungene, sehr aufschlussreiche und informative Veranstaltung.
Er entschuldigte sich dafür, dass nur so wenige Mitglieder Interesse an der Veranstaltung zeigten.
Es war eine Veranstaltung in einer sehr aufgeschlossenen Runde, mehr Gesprächsrunde als dozierender Charakter. Dem Team der Ambulanz für pulmonale Hypertonie herzlichen Dank dafür.
Norbert Findling