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Patiententreffen in München am 9. Oktober 2025

Etwa 20 Teilnehmende aus München und Oberbayern trafen sich am 9. Oktober um 16.00 Uhr im Konferenzraum des Krankenhauses Neuwittelsbach , wo Kaffee, Mineralwasser und köstlicher Kuchen für alle bereitstand. Die meisten kannten sich bereits und die neuen stellten sich vor. Schwester Therese und das Team vom Krankenhaus hatten alles liebevoll vorbereitet. Nachdem Herr Prof. Dr. Leuchte alle Anwesenden begrüßte, schloss ich mich mit meiner Begrüßung im Namen des pulmonale hypertonie e. v. an. 

Um 15.30 Uhr gab es den ersten interessanten Vortrag „Neue Ansätze zur frühzeitigen Erkennung der Pulmonalen Hypertonie“ von Frau Dr. Michaela Barnikel, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie sowie Funktionsoberärztin der Med. Klinik V, LMU in Großhadern.

Bemerkenswert war, dass die Hälfte der Diagnosen erst nach über einem Jahr, teilweise erst nach mehreren Jahren erfolgt und die Krankheit da oft schon weit fortgeschritten ist. Die meisten werden erst fälschlicherweise mit Asthma diagnostiziert und im Median wird fast 2,5 Jahre später die richtige Diagnose PAH gestellt. Das Problem ist, dass die Symptome nicht einheitlich und oft unspezifisch sind. In der Zeit ohne richtige Diagnose steigt der Druck im Lungenkreislauf immer weiter unerkannt an, wie eine der Folien eindrucksvoll zeigte. Bei früher Diagnose innerhalb von sechs Monaten nach Symptombeginn liegt der Anteil der Patient:innen mit höchstem Risiko noch bei knapp über 40 Prozent und bei einer Diagnose über einem Jahr nach Symptombeginn schon bei 60 Prozent. Daher ist ein frühzeitiges Screening potenzieller PAH-Fälle so wichtig. Hier sollte die Familiengeschichte auf Lungenkrankheiten laut Frau Dr. Barnikel einbezogen werden sowie bestimmte rheumatologische Erkrankungen wie systemische Sklerose, dann auch Blutkrankheiten wie Sichelzellenkrankheit und Lungenembolien in der Vergangenheit. Dazu werden Checklisten, Expertensysteme sowie Apps entwickelt und Hoffnung wird auch in die künstliche Intelligenz gesetzt. Neue Biomarker ermöglichen gezieltere Diagnostik. Hausärzte sollen geschult werden und genetische Analysen forciert.

Anschließend brachte die Fragerunde noch wertvolle Erkenntnisse für manchen unter uns.

 

Nach einer kurzen Pause ging es um 18.00 Uhr mit einem Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. H. Leuchte, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Innere Medizin im Krankenhaus Neuwittelsbach, weiter, der im Rahmen des Gesundheitsforums der LMU für alle Interessierten offen war. So füllte sich der Saal. Unter den neuen Zuschauern waren auch an Lungenhochdruck Erkrankte neben noch nicht Diagnostizierten, die den Verdacht hatten. Der Vortrag trug den Titel „Wenn die Luft knapp wird: Moderne Strategien für ein besseres Leben mit Kurzatmigkeit, am Beispiel Lungenhochdruck“.

Der Vortrag begann mit der Symptomatik bei PH, wobei nach frühen und späten Symptomen unterschieden wurde. Dem schloss sich die anatomische Zuordnung der häufigsten Lungenkrankheiten an und es wurde mit anschaulichen Folien dargestellt, was beim Lungenhochdruck an der Lunge und am Herz passiert. Die Druckverhältnisse im großen Blutkreislauf wurden denen im kleinen Blutkreislauf der Lunge gegenübergestellt und die neue Grenze von 20 mmHg mPAP vorgestellt. Ab der spricht man von Lungenhochdruck. Dem folgte die Impfempfehlung an die Lungenkranken durch die Stiko. Eine weitere Folie zeigte, dass das durchschnittliche Alter bei Diagnose bei 71 Jahren liegt und 60 Prozent der Diagnostizierten sind Frauen. 91 Prozent davon befinden sich in bereits fortgeschrittenem Stadien. Die Auflistung von Kombitherapien und statistische Daten schlossen den interessanten Vortrag ab. Auch hier war die Beteiligung durch Fragen groß und Prof. Leuchte beantwortete geduldig auch Fragen aus anderen medizinischen Fachbereichen, die nicht unmittelbar mit dem Vortragsthema zu tun hatten. 

Alle Teilnehmenden gingen um 19.00 Uhr zufrieden und an Wissen bereichert nachhause. 

Bericht: Roger Rakowsky