pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Flug und PH

  1. #1
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    Standard Fliegen ohne Sauerstoff (innerhalb Europas)

    Hallo,

    weil das Thema "Fliegen mit oder ohne O2" hier immer wieder auftaucht und auch bei mir bisher Unsicherheit herrschte, habe ich in der Klinik jetzt nochmal genau nachgefragt.

    Also, die aktuellen Empfehlungen der PH-Ärzte lauten für alle, die nicht dauerhaft O2-pflichtig sind:
    Maßgebend ist der arterielle Sauerstoffpartialdruck (pO2).
    Er sagt vordergründig aus, wie gut oder weniger gut Sauerstoff aus der Lunge in das Blut gelangt bzw. wie gut der Organismus Sauerstoff aufnimmt.
    Üblicherweise verringert sich der arterielle pO2 mit steigendem Lebensalter.
    Beim 20-jährigen gesunden Menschen liegt der Wert im Normalfall bei rund 95 bis 100 mm Hg, beim 60-jährigen Menschen mit weitgehend sitzender Tätigkeit beträgt er oft nur 75 mm Hg oder sogar noch weniger.

    Fliegen ohne Sauerstoffgabe ist aber möglich, wenn der pO2 größer als 65 mmHg ist.

    Also, einfach mal im letzten Befund nachschauen

    Diese Empfehlung gilt bei Flügen innerhalb Europas.
    Längere Flüge, also z.B. Transatlantik-Flüge sollten immer unter Sauerstoff-Gabe erfolgen.

    Und natürlich ist auch eine ausreichende Thrombose-Prophylaxe notwendig, aber die meisten nehmen ja sowieso Marcumar.
    Da ich kein Marcumar, sondern ASS protect nehme, habe ich mir vor den Flügen Heparin gespritzt.


    Vielleicht hilft dem ein oder anderen diese Info bei der Entscheidungsfindung.

    Viele Grüße an alle
    Monika

  2. #2
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Hallo Monika,
    super recherchiert. Danke!!!

    Da hätte ich wohl in den letzten Jahren nicht fliegen dürfen
    Et hätt äver jood jejange, uch med pO2 52mmHg.

    DAS IST NICHT ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN !!! Bei mir erlauben 2 wichtige "Unterschiede" das Fliegen dennoch:

    Ich habe einen hohen Hämoglobinwert (ca. 17-18%) und der kompensiert einiges, laut "meines" Profs..
    Wer nur normale Werte hat (14% bei Männern oder 12% bei Frauen) oder gar noch zusätzlich Eisenmangel, sollte das tunlichst lassen!

    Und bei mir steigt der pO2 paradoxerweise bei Belastung an. (Spiroergometrie bei 60W ist besser als in Ruhe)

    Und auch meine Sättigung ist in Ruhe gut über 90%. Im Flieger dann allerdings schnell auch mal bei der kleinsten Anstrengung (Oximeter aus der Hosentasche nehmen) auch bei 82-85%. Dann atme ich den hoch (vorsichtiges Hyperventilieren - AUCH NICHT ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN) und er kommt dann in Ruhe wieder auf >90%.
    HYPERVENTILIEREN IST GEFÄHRLICH und besonders gefährlich ist es für Menschen, die bereits einen zu niedrigen pCO2 - Wert haben. Und viele PH-Patienten haben ein zu niedriges pCO2 !!!
    Mein pCO2 ist aber normal..

    Man sollte sich also gut überlegen, was man tut. Und seinen Arzt fragen!
    Grundsätzlich würde ich mich dringend an die genannten Grenzwerte halten. Denn im Flieger sinkt der pO2 um ca. 6-8mmHg ab, gegenüber Meereshöhe.

    Ach ja, und ich bin immer nur max. 3h geflogen. In den letzten Jahren nur <2h
    .
    Ralf
    Geändert von Ralf (28.06.2012 um 17:56 Uhr)

  3. #3
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Ich möchte nochmals gesondert betonen:

    In den letzten Jahren wurde viel über Eisenmangel bei PH veröffentlicht.
    Besonders wurde festgestellt, dass Eisenmangel und Hypoxie (Sauerstoffarmut) zusammen gar nicht gut sind.
    Denn dadurch könnte einigen Berichten zufolge möglicherweise eine Prolieferation der PH in Gang gesetzt werden !!!
    Die Links zu Veröffentlichungen dazu findet ihr unter den Beiträgen über Eisen/Eisenmangel.

    Ich würde daraus schlussfolgern, dass man diesen Hinweis daraus ableiten könnte:

    RECHTZEITIG VOR DEM FLUG OHNE O2 (6-8 WOCHEN ODER NOCH FRÜHER) DEN FERRITIN-SPIEGEL MESSEN LASSEN! UND BEI BEDARF DEN EISENHAUSHALT IN ORDNUNG BRINGEN! SO LIESSE SICH DIESES RISIKO MINIMIEREN.

    Achtung, das ist nur eine persönlich logische Schlussfolgerung aus dem Zusammenhang Eisen und Hypoxie und eben Fliegen, meine persönliche MEINUNG, sonst nichts. Bitte ggf. Arzt fragen !!!

    Ralf
    Geändert von Ralf (28.06.2012 um 18:06 Uhr)

  4. #4
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    Aufgrund einer Nachfrage hier noch ein Nachtrag zum pO2-Wert:
    Bitte beachtet, dass es sich hier nicht um den venösen pO2, sondern den arteriellen pO2 handelt.
    Also bitte nicht bei den Laborwerten vom Blutabnehmen schauen, sondern bei den Werten der Lungenfunktion oder Spiroergo.

  5. #5
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    danke für diesen praxisnahen hinweis.
    ich möchte noch kurz ergänzen : die kapilläre blutgasanalyse (blutentnahme ohrläppchen) gibt noch immer den pO2 in torr an, das entspricht ungefähr mmHg. gesetzliche masseinheit ist seit 1978 !! pascal ( newton pro quadratmeter ) bzw barye ( dyn pro quadratcentimeter ) - die seht ihr in den druckangaben der hämodynamik für pvr und svr. dieses hin-und hergespringe in den einheiten macht mich ganz kirre....
    nachfrage bei m.hoeper wegen eines fluges nach singapur ohne sauerstoff ist auf keine bedenken gestossen bei einem pO2 von 86....

  6. #6
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Hallo card,

    Ein pO2 von 86 Torr=mmHg ist grandios und es gibt überhaupt keinen Anlass zur Sorge!
    Wo liegt denn der pCO2? Der sollte gut über 32mmHg liegen.


    Für alle, die Torr in hPa (Hectopascal = 100Pa) umrechnen möchten:

    http://www.umrechnung.org/masseinhei...k-pressure.htm

    Inzwischen werden die Blutgase vereinzelt "sogar schon" in hPa angegeben: 86 Torr entsprechen dann ca. 114hPa.
    In einigen Längern sind sie deutlich weiter, so z.B. in Norwegen.

    Manche Kölner Mediziner würden sagen: "Äver datt han mer immer su jemaat, warömm dann jett angeesch?"

    :-)

    Das Thema lässt sich aber beliebig fortsetzen.
    Viele (ich drück mich mal vorsichtig aus) Mediziner fragen auch immer noch nach dem Quickwert, nicht nach dem INR.

    Ich wünsche euch auf jeden Fall einen guten Flug und eine schöne Zeit in Singapur.

    LG Ralf

  7. #7
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    Standard Flug und PH

    http://news.doccheck.com/de/42223/fl...ntext=taxonomy

    Ich bin "Flieger" trotz PH.
    Da meine Diagnose noch nicht allzu lang her ist, sammle ich im Moment die ersten Erfahrungen mit Sauerstoff an Bord und internationalen Sauerstoffregeln (am Boden benötige ich keinen Sauerstoff).
    Aus dem Grund habe ich mir auch einmal mehrere Airlines und ihre Angebote angeschaut. Wer Fragen hat, kann sich gern melden.

    VG
    Hope

  8. #8
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    [QUOTE=Hope;17191]Wer Fragen hat, kann sich gern melden[QUOTE]
    hallo hope
    einer der besten links, die ich bisher zum thema fliegen geshen habe, mit konkreten ausschlusskriterien. viellicht kannst du deine erfahrungen ja unabhaengig von persoenlichen nachrichten hier posten. als langstreckenflieger (13h + ) interessiert mich schon die limitierung auf sauerstoff fuer 2.5 stunden bei 4l/h ( wenn ich da nicht was falsch verstanden habe, vielleich kann man ja waehrend des flugs wechseln ), die restriktive vorgehensweise bei fluegen nach nord/suedamerika, auf die unterschiedlic eingestellten kabinendrucke bei den einzelnen airlines. eine aussage gibts zu nyhaII leider nicht, letztendlich muss das vielleicht ohnehin mit dem behandelnden zentrum abgesprochen werden.
    eins muss man allerdings immer im auge behalten : wie weit ist das naechste qualifizierte ph-zentrum vom reiseziel entfernt bzw, wie lange braucht man bis ffm-airport

  9. #9
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    Zitat Zitat von Hope Beitrag anzeigen
    Wer Fragen hat, kann sich gern melden
    hallo hope
    einer der besten links, die ich bisher zum thema fliegen geshen habe, mit konkreten ausschlusskriterien. viellicht kannst du deine erfahrungen ja unabhaengig von persoenlichen nachrichten hier posten. als langstreckenflieger (13h + ) interessiert mich schon die limitierung auf sauerstoff fuer 2.5 stunden bei 4l/h ( wenn ich da nicht was falsch verstanden habe, vielleich kann man ja waehrend des flugs wechseln ), die restriktive vorgehensweise bei fluegen nach nord/suedamerika, auf die unterschiedlic eingestellten kabinendrucke bei den einzelnen airlines. eine aussage gibts zu nyhaII leider nicht, letztendlich muss das vielleicht ohnehin mit dem behandelnden zentrum abgesprochen werden.
    eins muss man allerdings immer im auge behalten : wie weit ist das naechste qualifizierte ph-zentrum vom reiseziel entfernt bzw, wie lange braucht man bis ffm-airport

  10. #10
    Hope ist offline Erfahrener Benutzer ***
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    Hallo,

    also ich habe 6 Jahre bis zur Diagnose gebraucht und bin in der Zeit Frequent Traveller gewesen. Das sagt schon alles Ich bin immer ohne Probleme geflogen und als ich vor knapp 2 Jahren die Diagnose bekommen habe, bin ich zwei Wochen später in 2 Tagen 24 Stunden geflogen. Ohne ein merkliches Problem.
    Mir wurde jetzt in Gießen trotz gutem, stabilen Verlauf zu Sauerstoff an Bord geraten (2l). Um ganz sicher zu gehen.
    Ich werde dies jetzt im Mai erstmals nutzen (Flugdauer 10 Stunden). Die Lufthansa Medical Care Form hat Gießen abgezeichnet und Lufthansa hat auch kein Problem mit mir. Wie das Wenoll System (Lufthansa Sauerstoff System) funktioniert, kann ich nach meiner Erfahrung gern teilen. Die Gebrauchsanweisung inkl. Haltedauer und Veränderung des Flusses wurde mir schon zugeschickt

    Card, nutzt du Sauerstoff als Langstreckenflieger?

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