pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: pCO2 zur Unterscheidung zwischen IPAH und PH wg. diastolischer Linksherzinsuffizienz

  1. #1
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Standard pCO2 zur Unterscheidung zwischen IPAH und PH wg. diastolischer Linksherzinsuffizienz

    http://7thspace.com/headlines/504911..._fraction.html
    Titel: Capillary pCO2 helps distinguishing idiopathic pulmonary arterial hypertension from pulmonary hypertension due to heart failure with preserved ejection fraction

    Der pCO2 ist bei IPAH deutlich niedriger als bei PH wegen diastolischer Linksherzinsuffizienz mit erhaltener Ausstoßfraktion ( PH-HFpEF).
    Eine Grenze von 36mmHg unterscheidet am besten zwischen beiden Gruppen.
    Wer einen pCO2 von 34mmHg hat, hat sehr wahrscheinlich IPAH und nur zu 10% eine Linksherz-PH, umgekehrt ist es bei 41mmHg, hier ist die Wahrscheinlichkeit dennoch IPAH zu haben < 10%.



    Die Publikation ist von Karen Olsen, Marius Höper et. Al. , MH Hannover

  2. #2
    wuffel ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Warum ist das eigentlich so.....?

  3. #3
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    Danny, das frage ich mich auch...

    Wann ist der pCO2 erniedrigt?

    Erniedrigte Werte bedeuten:
    pO2-Wert: Sauerstoffaufnahme ins Blut wird gestört, z. B. bei Lungenentzündung, schwerer chronischer Bronchitis, Asthma bronchiale, Lungenumphysen, Vergiftungen, Lungenödem, Lungenembolie, Schlaganfall, Verschlucken eines Fremdkörpers
    pO2- und pCO2-Werte: starke Einschränkung der Atemfunktion
    pH-Wert (Azidose entspricht Übersäuerung): Vermehrte Bildung oder Zufuhr von Säuren, Verlust von Basen oder gestörte Ausscheidung von Säuren über die Niere (metapolische Azidose); Verminderter Gasaustausch in den Lungenbläschen (respiratorische Azidose)
    Quelle:www.labor-werte.de/?details=Blutgase,+Blut-pH,+Bicarbonat+und...

    www.labor-werte.de

  4. #4
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Bei IPAH und wohl auch einigen (nicht allen !!) anderen Formen der APAH ist der pCO2 in der Regel zu niedrig, weil die Patienten hyperventilieren, also zu schnell und/oder zu tief atmen.
    Da CO2 aber schneller abgeatmet wird, als O2 aufgenommen, kommt es zu dieser Verschiebung.


    Bei PAH sind die Gefäßwände der Arterien und auch der Kapillaren massiv verdickt. Dadurch wird die Gas-Diffusion schwieriger, vor allem für den "dickeren" O2. Das CO2 kann aber offenbar immer noch besser diffundieren.
    Bei postkapillärer PH durch Linksherzinsiffizienz sind die Kapillaren um die Alveolen ja nicht direkt strukturell verdickt, oder bei Mischfornen zumindest nicht so extrem. Vielleicht deshalb der Unterschied?

    Der pCO2 ist bei IPAH daher ein anerkannter prognostischer Parameter.
    Werte unter 32mmHg sind mit signifikant schlechterer Prognose verbunden, umgekehrt ist es mit Werten über 32mmHg.

    Mit einer Verbesserung der PAH-Therapie steigt in der Regel auch der pCO2 wieder.

    Sauerstoffgabe steigert prinzipiell den pCO2, denn man muss ja dann weniger atmen um genug O2 zu bekommen. Dadurch wird weniger CO2 abgeatment, der pCO2 steigt.

    Die höchsten pCO2-Werte haben COPD-Patienten mit Empyhsem. Hier bleibt zuviel Atemluft in der Lunge "hängen" der CO2 kann schlecht abgeatmet werden.
    Da aber Sauerstoff den pCO2 steigert, und COPD-Patienten eh zuviel davon haben, muss man bei COPD (und vermutlich auch einigen anderen Lungenerkrankungen) auch darauf achten nicht zuviel O2 zu nehmen. Deshalb ist es hier sehr wichtig, dass der Lungenarzt die RICHTIGE DOSIS O2 einstellt. Denn zu viel CO2 im Blut macht müde, lässt auch einschlafen..


    Was ich sehr empfehlen kann ist generell Atemtraining bei allen Formen der PAH oder sogar allen Lungenerkrankungen.
    Das kann sehr viel bringen, besonders wenn man vielleicht ganz falsch atmet.
    Bevor ich zum ersten Atemtraining ging, habe ich z.B. zuviel mit den oberen Atemwegen geatmet und zu wenig mit dem Zwerchfell.
    Daraufhin habe ich das dann gelernt, inzwischen ist es in Fleisch und Blut übergegangen das Zwerchfell mehr zu verwenden, vielleicht sogar zuviel, weshalb ich in letzter Zeit wieder mehr die oberen Atmung trainieren soll.

    Tipp: Eine Verordnung kann der Hausarzt austellen.. "Erlernen einer pyhsiologisch richtigen Atmung...." Es gibt in der Regel 6Termine pro Verordnung...aber mit PAH kann man sich mehrfach Verlängerungen holen. Oder auch nach einer Zeit eine Dauerverordnung für das Atemtraining bekommen. Auch die PH-Zentren stellen oft so eine Verordnung aus.
    Man muss dann auch zu Hause etwas üben.

    Bei mir hat das Atemtraining ca. 10% Verbesserung bei wichtigen Werten der Lungenfunktion gebracht und auch den pO2 und PCO2 etwas verbessert.

    LG

    Ralf

  5. #5
    wuffel ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    ...Danke Ralf :-)

    Ich finde, es ist schon recht kompliziert...also was mir vorhin noch durch den Kopf ging: der Unterschied auch zur COPD

    Dort, wie Du schon ausführtest, haben wir zuuu viel PCO2 weil die Abatmung schlechter ist...die Ventilation...

    Bei PAH ist die Perfusion gestört...also die Aufnahme von Sauerstoff durch die versickten kleinen Gefäße...die Alveolen haben ja kein Problem

    oder Denkfehler???


    Huhu Ruuuudoooolf :-)

  6. #6
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Ja Danny,

    gut zusammengefasst.

    Die verringerte Perfusion ist auch bei Linksherzinsuffizienz vorhanden. Aber da sind die Gefäßwände der Kapillaren und Arteriolen nicht (so) verdickt.

    LG Ralf

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