pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Diuretika: Oft unterschätzt!

  1. #1
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Standard Diuretika: Oft unterschätzt!

    Hallo zusammen,

    das Thema Diuretika (Entwässerungsmedikamente) bzw. eher Ödeme (Wasseransammlungen) vor allem in den Beinen aber auch im Bauchraum wird oft unterschätzt.
    An PH-Zentren wird man da zwar in der Regel richtig eingestellt, aber ich habe im Laufe der Zeit im Forum beobachtet, dass einige Patienten das Thema unterschätzen, ich habe das früher auch gemacht.

    Es scheint "nur" ein Nebenschauplatz zu sein, wenn man die teuren PAH-Medikamente nimmt. Aber Ödeme sind ein äußeres Zeichen dafür, dass zuviel Druck auf den Venen im Körper sein kann, wodurch Wasser ins Gewebe sickert. Dieser Druck auf den Venen belastet alle Organe und auch das Herz, sodass es sehr sinnvoll ist, das richtig einzustellen.
    Auch die PAH-Medikamente können zu Ödemen führen (siehe weiter unten).


    Wie kommt es zu Ödemen bzw. Druck auf den Venen?

    Das linke Herz ist bei vielen PAH-Patienten in Ordnung, aber das rechte Herz muss sehr schwer arbeiten um das Blut durch die zu engen Lungengefäße zu pumpen, gegen den Widerstand (PVR) der Lungengefäße). Wenn das rechte Herz das Blut, das das linke Herz ja munter liefert, nicht gut genug wegschaffen kann, gibt es einen Rückstau in den Venen, und somit Druck auf den Venen und im rechten Vorhof. Druck im rechten Vorhof ist gar nicht gut, und der Druck in den Venen belastet alle Organe, auch Nieren und Leber z.B. die ja ebenfalls für Ihre Filterfunktionen ein (fast) druckfreies Venensystem brauchen.
    Durch den Druck auf den Venen, sickert das Wasser wie oben beschrieben in das Gewebe, zuerst meist in die unteren Beine, die dann dick und schwer werden.

    Aber auch PAH-Medikamente können als Nebenwirkung leider Ödeme machen. Das kommt daher, dass die Gefäße nicht nur in der Lunge (wo es gewünscht ist) sondern eben etwas auch im Körperkreislauf entspannt werden, wodurch z.B. die Venenklappen nicht mehr so toll schließen könnten oder auch die Gefäßwände durchlässiger werden. Fast alle PAH-Medikamente haben daher auch Ödeme als Nebenwirkung.

    Tatsächlich nehmen sehr viele PAH-Patienten deshalb Diuretika. Aber nicht alle brauchen sie! Vor allem junge Menschen kommen oft lange ohne aus.


    Wie testet man, ob man Ödeme hat?

    Der Test ist ganz einfach:
    Man drückt mit dem Daumen oberhalb des Knöchels vorne innen etwas neben dem Schienbein auf das Bein und hält den Druck einige Sekunden.
    Wenn man dann los lässt, würde man normalerweise nichts davon sehen, die Haut wird wieder glatt.
    Anders, wenn Wasser in den Beinen ist. Dann bleibt eine Delle.


    Was kann/muss man bei Ödemen machen?

    Diuretika fördern die Wasserausscheidung über die Nieren, die dem Blut Wasser entziehen. Dadurch wird die Wassermenge im Blut reduziert und der Druck auf die Venen lässt nach, somit wandert weniger Wasser ins Gewebe und das Lymphsystem kann das Gewebewasser besser "loswerden".


    In der Regel werden Patienten an PH-Zentren auch richtig mit Diuretika eingestellt.
    Allerdings ist meine Erfahrungen, dass die Patienten das Thema nicht immer ernst genug nehmen und die Diuretika z.B. nicht regelmäßig nehmen oder nur wenn die Beine dick sind.
    Das ist falsch! Diese Medikamente können die Organe nur richtig entlasten, wenn sie REGELMÄßIG genommen werden. Die Dosierung muss individuell angepasst werden und kann sicherlich nach Rücksprache mit dem PH - Arzt dann auch in Grenzen selbst justiert werden. (z.B. nach einer Party mit viel stehen und evtl. etwas Alkohol mehr nehmen, oder nach einem Stadtbummel...)

    Weil dieses Thema nach meiner Beobachtung seitens der Betroffenen unterschätzt wird, weise ich hier darauf hin.


    WICHTIG:
    Ödeme können aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die PAH-Medikation noch nicht reicht, besonders wenn man trotz Diuretika an Gewicht zunimmt und die Beine richtig dick werden.
    Dann sofort zum Arzt! Also: Bei jeder starken Gewichtszunahme um z.B. >3kg in 2 Tagen oder so.
    Also Diuretika helfen, aber besser ist natürlich immer die Bekämpfung der Ursache, sprich der PAH selbst. Leider machen auch die PAH-Medikamente als Nebenwirkung Ödeme, weil sie die Gefäße auch im Körper etwas entspannen. Daher ist hier der PAH-Experte gefragt die richtige Balance zu finden!




    Was muss ich beachten, wenn ich Diuretika nehme?


    Neben einer wirklich vorausschauenden Toilettenplanung...(lach, besonders bei Schleifendiuretika wie Torasemid)...sollte man vor allem auf den Kaliumspiegel im Blut achten.
    Durch die Diuretika wird der Mineralstoffhaushalt beeinflusst.
    Sogenannte Schleifendiuretika (der Name kommt vom Wirkort in den Nieren), werden Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium ausgeschieden.
    Dadurch kann es zu Mangel kommen, besonders an Kalium, Magnesium und manchmal auch Kalzium (wenn man nicht so viele Milchprodukte isst), Natrium nimmt man meist durch das Kochsalz genug auf.

    Warum muss man besonder auf Kalium achten?
    Kalium spielt in der "Herz-Elektrik" (bin Elektro-Ing. und kein Mediziner) eine wichtige Rolle, also in der Leitung der Nervenimpulse. Sowohl zu wenig, also auch zu viel Kalium können tödlich sein.
    Daher sollte man den Kaliumspiegel regelmäßig beiM Hausarzt kontrollieren lassen und wenn das Kalium zu niedrig ist, unbedingt Kalium nehmen.
    Dazu gibt es Kaliumpräparate, wie z.B. Kalinor®. (Das verschreibt der Hausarzt bei Bedarf, wichtig ist, dass man es messen lässt und ggf. anspricht).
    Man kann auch über die Nahrung Kalium zu sich nehmen, das reicht aber nicht immer. Einen Versuch ist es aber sicher wert, wenn das Kalium nur etwas erniedrigt ist. Kaliumbomben sind vor allem Bananen, Trockenaprikosen, aber auch "gut" gedüngtes Gemüse/Salat.


    Merke ich Kaliummangel selbst?

    Jain. - Nicht sicher!
    Aber ein leichter Kaliummangel macht zunächst mal Herzrhythmusstörungen, die man oft merkt, an Herzstolpern oder Pulsrasen.
    Wenn ihr das merkt, bitte Kalium prüfen lassen!
    Weil das aber nicht alle sicher merken, sollte man es auch regelmäßig überprüfen lassen.
    Nach jeder Veränderung der Diuretika öfter prüfen lassen. Wenn man sein Gleichgewicht gefunden hat (das dauert etwas, aber es lohnt sich, das zu justieren!), dann sicher seltener.
    Wenn man z.B. wegen Tracleer® eh zur Blutabnahme muss, lässt man es eben mitbestimmen. (da muss man sich auch ein wenig selbst Managen, weil auch der beste Hausarzt nicht bei jedem Patienten an alles denken kann).


    Kann das Kalium durch Diuretika auch zu hoch werden?

    Ja! Eine Gruppe der Diuretika, sogenannte kaliumsparende Diuretika, erhöht den Kaliumspiegel, reduziert also die natürliche Ausscheidung über den Urin.
    Zu diesen Diuretika gehören Spironolactone, Aldacton und Inspra alias Eplerenon.
    Diese Diuretika werden von vielen PAH-Ärzten sehr gern gegeben, weil sie noch weitere positive Eigenschaften auf die Gefäße und das Herz haben. Sie gehören daher fast zur "Grundausstattung" von PAH - Patienten, zumindest denen, die Diuretika benötigen. Oft werden sie mit Torasemid oder anderen Schleifendiuretika kombiniert, damit sich die Wirkungen auf das Kalium etwa ausgleichen. Im Idealfall braucht man dann kein Kalium.


    Woran merke ich einen Magnesiummangel?

    Einen Magnesiummangel merkt man an Krämpfen.
    Vor allem in den Beinen, aber es kann auch mal die Atemmuskulatur verkatert sein, da sie bei PAH sehr stark gefordert ist (weil sie gegen den unter Druck stehenden Gefäßbaum der Lungengefäße arbeiten muss und auch weil man wegen der schlechteren O2-Versorgung oft mehr Atembewegungen machen muss, als normal.)

    Magnesium ist z.B. in einigen magnesiumreichen Mineralwässern vorhanden, aber auch in fast allen Lebensmitteln. Und es gibt Magnesium in allen Formen (Pillen, Brausen, Pulver,..) in Drogerien oder Apotheken.

    Magnesium wird in der Regel nicht von den Krankenversicherungen bezahlt, ist aber auch nicht so teuer.
    Magnesium kann man (im vernünftigen Rahmen) nicht überdosieren. Es wirkt in zu großen Mengen abführend und wird über den Darm ausgeschieden. Der Stuhl wird weicher.
    Der Magnesiumspiegel wird leider von vielen Hausärzten nicht getestet, da zumindest die gesetzlichen Krankenkassen, das nicht bezahlen. (In PH-Zentren wird es meist mitbestimmt, und man kann es natürlich auch bestimmen lassen und ein paar Euro privat bezahlen)

    Evtl. kann einer der anwesenden Ärzte mir noch einen Tipp zur Dosierung nennen? Dazu möchte ich nichts schreiben. Ich persönlich nehme 600mg Magnesium am Tag.


    Und Kalzium-Mangel?

    Den merkt man nicht.
    Das kann man aber mal am PH-Zentrum oder auch beim Hausarzt überprüfen lassen.
    Meist ist das Kalzium aber bei guter Ernährung mit genügend Milchprodukten kein Problem.
    Auch einige Mineralwässer sind kalziumreich.


    Kann ich Diuretika auch überdosieren? Woran merke ich das ggf.?


    Ja, das ist möglich.
    Man merkt es daran, dass z.B. der Blutdruck zu sehr absinkt (was unangenehm ist und u.U. gefährlich, weil man ohnmächtig werden kann oder das Herz zu wenig Blut/Sauerstoff bekommt.
    Der Blutdruck sinkt immer etwas, wenn man entwässert. Aber der Körper kann es mit der Zeit ausregeln.
    Daher: Wenn man Diuretika startet und merkt, dass man das vom Blutdruck her nicht "packt", also z.B. schwindelig wird oder kraftlos, Herzrasen bekommt oder so, dann Rücksprache mit dem Arzt!
    Es ist eine gute Idee, den Blutdruck bei einer Veränderung der Diuretika zu messen.
    Meist kann man ja auch etwas sanfter starten und erst mal ein paar Tage die halbe Dosis nehmen, dann vielleicht 3/4 usw.. So kann man dem Körper Zeit geben, sich daran zu gewöhnen. Aber bitte nach Rücksprache. Wobei ich denke, dass man in engen Grenzen da auch selbst justieren kann, aber eben im Dialog bleiben muss! (Das ist keine Empfehlung das zu tun, aber oft merkt man es selbst halt am besten.

    Eine Überdosierung merkt man neben dem Blutdruck auch an Zeichen von Austrocknung.
    Diese sind z.B. eine stumpfe sehr trockene Haut und trockene Schleimhäute.
    Zu trocken ist man definitiv wenn man diesen Test macht:

    Ziehe die Haut auf dem Handrücken mit Daumen und Zeigefinger hoch...halte kurz und lasse los.
    Wenn dann eine Falte stehen bleibt, und die Haut praktisch keine Spannung hat, dann ist das ein Zeichen von Austrocknung.
    In diesem Fall unbedingt etwas trinken! Und dann beim Arzt ansprechen.


    Apropos trinken...

    Sicherlich sollte man nicht übermäßig trinken, wenn man Diuretika nimmt. Aber man darf auch nicht zu wenig trinken!
    Bitte ggf. die Trinkmenge mit dem Arzt besprechen und eben selbst nach o.g. Zeichen der Austrocknung darauf achten.
    Nur bei starker Nierenunterfunktion kann es sein, dass man sehr drastisch die Trinkmenge begrenzt bekommt.


    Und sonst? Thema Salz..

    Man sollte nicht übermäßig salzreich essen, weil sonst die Nieren das Wasser nicht aus dem Blut bekommen.
    Ob man seine Salzaufnahme einschränken soll, sagt einem in der Regel der Arzt. Ggf. mal fragen.


    Welche Nahrungsmittel unterstützen die Entwässerung?

    Brennesseltee, Spargel, Reis, Gurken mit Schale (Bio!) wirken entwässernd.
    Eine Reismahlzeit merkt man oft am nächsten oder übernächsten Tag beim Wiegen auf der Waage.
    Reis spült allerdings auch Kalium aus!
    Wie das mit den anderen Nahrungsmitteln ist, weiß ich nicht.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass Spargel im Übermaß auch nicht gut ist, da er die Harnsäure steigert und bei mir Muskelkrämpfe macht, wohl auch wegen der Entwässerung oder dem Mineralverlust.
    Aber ab und an eine normale Malzeit, sollte kein Problem sein. Da muss man sich halt selbst beobachten.


    Welche Nahrungs- und Genussmittel führen zu mehr Wassereinlagerungen, also Ödemen?

    Hier sei an erster Stelle der Alkohol genannt. Denn Alkohol schädigt die Gefäße und macht in der Sofortwirkung das Blut "dünner" und die Gefäße durchlässiger.
    Aber besonders auch Bier führt zu mehr Wasser.
    Interessanterweise habe ich selbst beobachtet, dass auch alkoholfreies Bier, bei mir direkt "in die Beine sickert".
    Das liegt vermutlich am Hopfen. Daher Bier besser gar nicht oder in Maßen.
    Und implizit ergibt sich daraus auch, dass man eher keine Hopfenpräparate nehmen sollte.
    Und zu salzhaltige Kost kann natürlich auch Probleme machen.
    Achtung: Suppen wie z.B. auch eine Rinder- oder Hühnersuppe enthalten ne Menge Salz, wenn sie so richtig schmecken. Und sie enthalten ja natürlich auch im wesentlichen Wasser.
    Besonders Konserven und Fertiggerichte sind übersalzen. Beim Selbstkochen also eher sparsamer salzen.
    Ich liebe klare Suppen, bzw. Suppen allgemein. Aber ich musste den Salzgehalt senken. Kräuter können da sehr hilfreich sein, der Suppe dennoch Geschmack beizubringen.


    Übrigens:

    Allein die Optimierung der Diuretika kann schon den NT-proBNP-Wert, also den Marker für die Herzbelastung bei PAH positiv beeinflussen und das Herz entlasten!
    Es lohnt sich also. Sicherlich kommt die gezielte PAH-Therapie mit den spezifischen Medikamenten an erster Stelle aber dann kann man sich auch an die Optimierung der scheinbaren "Nebenthemen" machen, wie eben auch die Justierung der Diuretika. Am Anfang muss ja auch der Arzt erst mal probieren und eine Art Soforthilfe - Dosis geben. Mit der Zeit kann man dann in Ruhe gemeinsam (!) die "Feinjustierung" vornehmen.


    Wie kann ich die Wirkung der Diuretika sonst noch unterstüzten?

    Laufen und Liegen sind gut,
    Sitzen und Stehen sind schlecht.

    Für die Funktion brauchen die Nieren einen gewissen Blutdruck, im Forum war mal von möglichst über 80mmHg diastolisch die Rede. (also dem 2. Wert der Blutdruckmessung).
    Da die PAH-Medis den Blutdruck oft in Ruhe darunter senken, kann man den Blutdruck durch AKtivität steigern....man merkt die Wirkung dann an mehr Toilettengängen..
    Beim Liegen lastet nicht die ganze Wassersäule des stehenden Körpers auf den Venen in den Beinen.


    Geht noch mehr?

    Ja, sexy Strützstrümpfe können ungemein helfen und gut tun.
    Inzwischen gibt es welche, die man durchaus gut tragen kann und die recht ordentlich aussehen. Es gibt z.B. Kniestrümpfe in Schwarz oder anderen Farben.
    Für Frauen gibt es Strumpfhosen, denen man das nicht ansieht..

    Stützstrümpfe gibt es mit offenen oder geschlossenen Zehen.
    Die Öffnung vorne finde ich persönlich besser, da erstens Luft an die Zehen kommt und 2. man eine Anziehhilfe benutzen kann.
    Letztere ist eine Tülle aus Teflon o.ä. also sehr flutschig. Diese zieht man über den Fuß. Darüber kann man die Strümpfe dann leichter über den Fuß streifen und die Tülle am Schluss vorne durch die Zehenöffnung rausziehen.

    Leider finde ich, dass das Anziehen von Stützstrümpfen trotz aller Hilfsmittel für PH Patienten eine Spitzenbelastung darstellt, mir fällt es zumindest schwer.
    Das sollte irgendwie verbessert werden. Aber wer die trägt, wird merken, dass er sich sogar frischer und stärker fühlt.
    Ich ziehe sie bei absehbaren Belastungen an, wie z.B. Shopping...-schreckliches Wort!

    Es gibt auch die klassischen Stützstrümpfe aus einer Art Tricot-Stoff, sowas wie die elastischen Bandagen für Sportler, in sexy Hautfarbe..
    Die sehen nicht so toll aus, sind aber atmungsaktiver, haltbarer und eigentlich angenehmer..

    Stützstrümpfe sollten individuell ausgemessen und angepasst werden.

    EDIT: Ich habe von einer Pflegebratung erfahren, dass es auch Anziehhilfen für Stüztstrümpfe gibt, im Idealfall muss man so fast gar nichts selbst leisten. Werde mich gelegentlich mal erkundigen.


    Wo kann ich mehr über Diuretika erfahren?

    Hier empfehle ich diese Präsentation von Prof. Halank, Dresden. Er leitet das dortige PH-Zentrum und hat auf dem Patiententreffen des ph e.v. in Frankfurt eine sehr gute Präsentation zum Thema Diuretika gehalten. Freundlicherweise hat er seine Unterlagen zum Download auf www.phev.de zur Verfügung gestellt. Hier nochmal der Link: https://www.phev.de/files/halankdiuretikavortragm_halank_fuer_phev_2010.pdf

    In dieser Präsentation mit dem Titel "Leben mit Diuretika" wird auf die unterschiedlichen Diuretika, deren Wirkungen etc. eingegangen. Sicherlich versteht da nicht jeder Laie alles. Das macht aber nichts, man gewinnt dennoch Wissen dazu und ein Gefühl. Ich würde empfehlen, das durchzuarbeiten und Fragen dann ggf. in diesem Thread zu stellen.
    Weil nicht alles so einfach gehalten ist, habe ich diesen Text zusätzlich verfasst. Zusammen sollte es reichen um gut mit den Diuretika leben zu können.

    Wir haben hier auch Ärzte und Krankenschwestern, als Betroffene oder Partner im Forum, die sicherlich auch weitere Fragen beantworten können.


    Alltagsplanung,
    Reiseplanung

    Eine echte Herausforderung!
    Gerade Torasemid und Co. sind am Anfang sehr heftig in ihrer Wirkung, so ca. nach 30-60min geht es los. Aber dann will die Blase innerhalb von Minuten eine Toiletten sehen!
    Im Verlauf wird die Wirkung dann etwas sanfter und man kann dann wieder mehr "schieben"..
    Also immer gut überlegen, was man wie macht.
    Evtl. den Hauptteil der Entwässerung vor der Reise erledigen, und dann den Rest rechtzeitig …
    (man lernt wo es strategisch günstige Toiletten gibt, lach).
    Und unbedingt die ERSTE Gelegenheit nutzen, wenn sich die Blase auch nur annähernd bemerkbar macht. Denn dann geht es ver... schnell. :-)

    In Industriegebieten, wo z.B. die großen Discounter und Märkte angesiedelt sind, gibt es oft auch Fastfoodrestaurants..
    Zu diesen kann man sagen was man will, aber die Toiletten halten sie dank ihrer strikten "Qualitätspolitik" meist gut in Ordnung... - ein SEGEN!
    So kann man das Eine mit dem Anderen verbinden: Man hat Bewegung, was die Entwässerung verbessert, bekommt was erledigt und ...sein Wasser los.
    Manchmal ist es bei mir so, dass ich in dieses Industriegebiet fahre, zu McD gehe, ins den Al.. zu McD...in den Li.. zu McD...und nach Hause.
    Und da Entwässern und Einkaufen durstig macht, hat McD dann manchmal auch noch was davon - fairerweise.
    In einigen Discountern kann man auch die Mitarbeitertoiletten benutzen, aber bei Al.. - keine Chance! So musste dann auch mal ein Wagen stehen bleiben... oder ich kam dann nach dem McD..wieder.

    Baumärkte verfügen meist über Toiletten.
    Im Lebensmittelgeschäften habe ich keine Hemmungen eine Verkäuferin anzusprechen und um eine Toilette zu bitten. Besonders die Vollsortimentdiscounter werden sich keinen Kunden verscherzen!
    (Die gehen brav mit in die Katakomben...) Tsss, was da den Mitarbeitern z.T. zugemutet wird...und durch Zigarettenqualmwolken muss man sich auch manchmal kämpfen.

    Ein wenig kann man die Einnahme der Diuretika auch mal schieben, aber nicht viel! Und auf keinen Fall ausfallen lassen!
    Zu spät sollte man die Diuretika auch nicht nehmen, das könnte in der Nacht sehr unangenehm sein...und im schlimmsten Fall zu einem Malheur im Tiefschlaf führen. So schnell wie Schleifendiuretika eine Toilette verlangen, wird man u.U. nicht wach! Also eher nicht vor dem Schlafengehen!!!
    Nachmittags kann man aber gut noch entwässern.


    So, ich denke, das war das Wichtigste zum Thema Diuretika.
    Tipps und Verbesserungsvorschläge, sowie Kritik sind ausdrücklich willkommen. Ich arbeite das dann hier ein.

    Also vor allem die Diuretika so nehmen, wie der Arzt es empfiehlt und ggf. Kalium korrigieren.
    Und ansprechen, wenn der Eindruck entsteht, dass man evtl. noch mehr - oder weniger - machen könnte.
    Drüber reden ist immer richtig!


    Na dann, gutes Strullern... ähm, Entwässern!

    Und ein gutes LEBEN mit oder trotz PH!
    Immer das Beste draus machen.

    LG Ralf
    Forum Admin


    "DISCLAIMER": ICH BIN AUCH NUR PAH-PATIENT. ALLES OHNE GEWÄHR! BITTE IM ZWEIFEL IMMER MIT DEM ARZT SPRECHEN!!! DAS IST NUR EINE HILFE, GGF. DIE RICHTIGEN FRAGEN ZU STELLEN UND VOR ALLEM ALS PATIENT MITDENKEN ZU KÖNNEN. DENN DAS IST WICHTIG! Copyright vorbehalten. ©2014

  2. #2
    joma ist offline Erfahrener Benutzer ***
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    Toller Beitrag - danke Ralf!!

    Martina

  3. #3
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Danke Martina, habe gerade noch das Thema sexy Stützstrümpfe ergänzt :-)

  4. #4
    wuffel ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    SUPER Beitrag!!! DANKE :-)

  5. #5
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    Vielen Dank Ralf.
    Wirklich ein toller und vor allem hilfreicher Beitrag :-)

  6. #6
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    Herzlichen Dank Ralf,
    ein wirklich sehr hilfreicher und wertvoller Beitrag.

  7. #7
    Avatar von Grete
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    Hallo Ralf,
    DANKE, DANKE für Deine mühselige Arbeit.

    Bin jetzt auch etwas verunsichert,weil der PH-Doc meinte, ab und an mal ne Tora oder Spiro einnehmen, verschreiben lassen vom HA, wenn dicke Hufe vorhanden sind.
    Aber eben nicht als Dauertherapie. Ich spreche das beim nächsten Termin mal an.

    LG Grete

  8. #8
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    Wau Ralf auf den Punkt gebracht.

    Also ich nehm meine Medis immer so ein wie es der Arzt sagt. Hab ich ein Problem ruf ich erst in der Ambulanz an. Auf eigense Faust bitte bitte nichts drehen.


    Ich habe auch eine Weile gebraucht bis ich die Medis richtig dorsiert bekommen habe.

    Und die Sexi Stützstrümpfe: die gibt es jetzt schon in ganz tollen Farben und Muster.
    Gerade für uns Mädels.
    Gruß
    Claudia
    Geändert von tigerlady2 (13.10.2014 um 09:31 Uhr)

  9. #9
    Avatar von Grete
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    Hallo Claudia,

    gibt es die tollen Strümpfe von der Stange auch für DICKBEINIGE ?

    LG Grete

  10. #10
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Grete, du kannst dir die passend für dich ausmessen und anfertigen lassen. Rezept vom Hausarzt reicht. Da muss allerdings stehen, dass sie angepasst werden sollen. Sonst gibt es was von der Stange.
    Damit gehst du in ein Sanitätshaus oder eine Apotheke, die das anbietet und da wird gemessen.
    Dann werden die irgendwo angefertigt und dann bekommst du sie halt 1-2 Wochen später.

    So einfach geht das, ein paar individuell angepasste Stützstrümpfe in der Farbe deiner Wahl (du bekommst da eine Auswahl von Möglichkeiten gezeigt)..zu bekommen.

    Leider ist das Anziehen recht mühsam. Die, die sie am meisten brauchen, haben naturgemäß die meisten Probleme mit dem Anziehen..

    Aber es lohnt sich, wie gesagt.
    Auf AUsflügen wirst du es merken.

    LG Ralf

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