Symptome wie Mundtrockenheit, Vergesslichkeit oder trockene Augen werden bei älteren Menschen häufig als altersbedingt wahrgenommen und akzeptiert.
Sie können jedoch auch als Begleiterscheinung einer Pharmakotherapie auftreten.

Haben Patienten Symptome, die eine Ursache in Arzneimitteln mit anti*cholinerger Haupt- oder Nebenwirkung vermuten lassen, ist daher ein Blick auf die Medikation besonders wichtig. Bei Wirkstoffen wie Dimenhydrinat, Amantadin oder Butylscopolamin ist die anticholinerge Wirkung erwünscht, führt aber häufig auch zu entsprechenden Begleiterscheinungen. Bei Arzneistoffen wie Cetirizin, Amitriptylin oder Tramadol ist die anticholinerge Wirkung gänzlich unerwünscht. »Häufig ist nicht ein einzelner Wirkstoff mit ausgeprägten anticholinergen Nebeneffekten für die Beschwerden verantwortlich, sondern die Kombination mehrerer Arzneistoffe, deren Potenzial für anticholinerge Nebenwirkungen nicht einmal besonders hoch sein muss«, sagte Stahl. Man spreche dann von der anticholinergen Last, die durch kumulative Effekte zustande komme. Ältere Menschen reagieren auf anticholinerge Wirkungen und Nebenwirkungen besonders sensibel. So kann sich für sie unter anderem das Risiko für Stürze, für Beeinträchtigungen der Kognition und für eine Beschleunigung des kognitiven Verfalls deutlich erhöhen. Auch zu Verwirrtheit bis hin zum Delirium kann es kommen.

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