Die Analyse von Gasen, die in verschiedenen Positionen ausgeatmet werden, wie z.B. beim Sitzen oder Liegen, könnte eine nicht-invasive und einfache Alternative zur Rechtsherzkatheterisierung bei der Beurteilung und Behandlung von Menschen mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) sein, so eine Studie.
Die Studie "Nutzen der Beatmungsgasanalyse für die nicht-invasive Beurteilung des Schweregrads der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie" wurde im International Journal of Cardiology veröffentlicht.

Die pulmonale Hypertonie (PH) ist durch einen erhöhten pulmonalen arteriellen Druck (PAP) gekennzeichnet, der nach und nach zur Rechtsherzinsuffizienz beitragen kann. CTEPH ist eine Art von PH, die durch Lungenarterien verursacht wird, die durch Blutgerinnsel verstopft sind. Dies führt zu einem lokalen Anstieg des Blutdrucks in den Blutgefäßen der Lunge und zu einem systemweit schlechteren Sauerstoffgehalt.

Die Rechtsherzkatheterisierung ist der Goldstandard für die Diagnose und Beurteilung des PH-Verlaufs. Als invasiver Ansatz birgt es kleine, aber klar definierte Risiken und gilt als belastend für den Patienten. Für eine bessere Versorgung sind Alternativen erforderlich.

Forscher der Tohoku University, in Japan, bewerteten, ob die Analyse von Atemparametern in verschiedenen Körperpositionen helfen könnte, den Verlauf bei Patienten mit CTEPH zu überwachen.
Sie registrierten 44 neu diagnostizierte CTEPH-Patienten, 33, deren CTEPH sich durch die Behandlung verbessert hatte (mittleres PAP unter 25 mmHg), und 25 gesunde Freiwillige. Alle Teilnehmer wurden einer abgelaufenen Gasanalyse unterzogen, die in sitzender oder liegender Position (flach auf dem Rücken liegend) durchgeführt wurde, da bekannt ist, dass Haltungsschäden die Beatmungsmuster beeinflussen.
Die ausgewerteten Lüftungsparameter umfassten die Menge an Kohlendioxid (CO2) in der Atemluft und den am Ende einer Ausatmung gemessenen CO2-Partialdruck.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Menge und der Druck des ausgeatmeten CO2 mit der Haltungsänderung bei neu diagnostizierten CTEPH-Patienten signifikant abnahm, während sie in den beiden anderen Gruppen zunahm. Wichtig ist, dass die CO2-Werte im Liegen mit dem mittleren PAP (mPAP) korrelieren, das häufig zur Überwachung des CTEPH- und PH-Verlaufs verwendet wird.
Die Unterschiede im CO2-Gehalt zwischen den beiden Positionen (liegend oder sitzend) waren auch bei CTEPH-behandelten Patienten signifikant geringer als bei gesunden Kontrollen. Diese Gruppen zeigten ähnliche Ergebnisse bei der Echokardiographie (Herzstruktur und -aktivität), der Hämodynamik (Blutflussmuster) und bei Atemfunktionstests.

Analyse der Beatmungsgasparameter bei der Ballon-Lungen-Angioplastie (BPA) - ein chirurgisches Verfahren zur Öffnung der Blutgefäße und Verbesserung der Durchblutung - und ein Standard für die Versorgung von CTEPH-Patienten - bestätigte Verbesserungen der ausgeatmeten CO2-Parameter im Liegen, was mit einer signifikanten Reduzierung des mittleren PAP und der Herzfrequenz einherging.
"Diese Studie ist die erste, die zeigt, dass die Beatmungsgasanalyse in verschiedenen Positionen für die Bewertung von mPAP nützlich ist", schrieben die Forscher.


Die Rechtsherzkatheterisierung "bleibt ein wesentliches Instrument für die Diagnose und Beurteilung des PH", schlossen sie. Dennoch kann die Gasanalyse mit Haltungsänderungen einen "einfachen, sicheren und praktikablen" Ansatz für die klinische Praxis darstellen, der die Häufigkeit von Katheterisierungen zur Behandlung von CTEPH verringern könnte.
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