„Geldverschwendung“ – Metaanalyse attestiert Supplementen und Ernährungsformen keine Kardioprotektion, mit wenigen Ausnahmen

Nahrungsergänzungsmittel und Ernährungsinterventionen wirken nicht kardioprotektiv – das ist das Ergebnis einer in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten aktuellen Metaanalyse [1].

Forscher der West Virginia University um Prof. Dr. Safi U. Khan haben 277 randomisierte kontrollierte Studien mit fast einer Million Menschen (n = 992.129) analysiert, um die Auswirkungen von 16 verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln und 8 Ernährungsinterventionen auf die Mortalität und die kardiovaskulären Ereignisraten bei Erwachsenen zu bestimmen. Unabhängig voneinander beurteilten jeweils 2 Wissenschaftler die Qualität der Studien und den Grad der Evidenz.

Das Ergebnis: Die meisten Nahrungsergänzungsmittel sind zur kardiovaskulären Prävention wahrscheinlich nutzlos.
Nur für Folsäure und Omega-3-Fettsäuren und für salzarme Ernährung fanden sich leichte positive Signale.


„Menschen, die Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, um ihre kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern, verschwenden ihr Geld“, so die kategorische Schlussfolgerung von Khan, Hauptautor der Studie, gegenüber der New York Times .


Allerdings fanden die Forscher überraschenderweise auch Hinweise darauf, dass die Kombination von Kalzium plus Vitamin D mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden ist (RR 1,17; 95%-KI 1,05-1,3).
Die Schlussfolgerung der Kommentatoren: „Es ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicher sinnvoll, sich mit Leitlinien-Empfehlungen zur Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln und Ernährungsumstellungen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuhalten.“
Kein klarer Vorteil der mediterranen Ernährung

Einen ähnlichen Mangel an solider Evidenz wie bei den Nahrungsergänzungsmitteln fanden Khan und Kollegen auch bei ihrer Begutachtung der Effekte verschiedener Diäten.
Das gilt zum einen für fettarme Diäten, die den Cholesterinspiegel und das Risiko von Herzerkrankungen senken sollen: Die Forscher fanden heraus, dass es keine Evidenz dafür gibt, dass der Verzehr von weniger Fett (dabei vor allem gesättigter Fettsäuren) einen Einfluss auf die Mortalität oder die kardiovaskuläre Ereignisrate hat.
Zum anderen fanden Khan und Kollegen aber auch keinen klaren Vorteil einer mediterranen Ernährung.
https://deutsch.medscape.com/artikel...3DN&faf=1#vp_1