pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Acetazolamid - Studie - chronisch am Universitäts-Spital - Zürich

  1. #1
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    Standard Acetazolamid - Studie - chronisch am Universitäts-Spital - Zürich

    Ab August 2019 beginnt die Acetazolamid-Studie am Uni-Spital-Zürich. Dank Spenden kann Frau Prof. Dr. med. Silvia Ulrich diese interessante Studie an PH-Patienten durchführen. Ich werde auch dabei sein. Solche Studien sind für mich jedes mal eine arge Herausforderung, manchmal muss man dabei richtig leiden und ich bin ein sensibler Kerl. Auch schon habe ich bei Studien synkopiert und musste mich ein paar Wochen davon erholen. Trotzdem will ich dabei sein, weil der Versuch vielversprechend ist und den neu diagnostizierten PH-Patienten, so hoffe ich, einiges ersparen wird.

    Der Wirkstoff Acetazolamid im Medikament Diamox wird in der Augenheilkunde zur Glaukombehandlung (grüner Star) eingesetzt. Diesen Effekt dürfte wohl nur am Rande interessieren, aber es ist typisch, haben wir PH-Patienten doch viele Medikamente, welche ursprünglich nicht für PH entwickelt wurden und trotzdem den PH-Patienten ganz ordentlich durchs Leben helfen.

    Zusätzlich kann Diamox zur Vorbeugung gegen Höhenkrankheit eingesetzt werden.
    Der Wirkstoff Acetazolamid führt zu einer verstärkten Wasserausscheidung (Diurese), was vermutlich zu einer Anpassung des Standard-Medikamentes Torasemid führen oder dieses sogar ersetzen wird.

    Torasemid wirkt bei mir wie eine sehr starke Schlaftablette, wird Diamox diese Nebenwirkung auch haben? (Dann gute Nacht).
    Ich darf ein wenig lächeln und mich bestätigt fühlen, habe ich doch vor ein paar Monaten in einem anderen Beitrag erwähnt, dass ein PH-Patienten mit seinem verminderten Gas-Austausch in der Lunge, eigentlich ein Fall für höhenmedizinische und hyperbare Überlegungen sein müsste. Und dass unsere Mediziner sich doch mal verstärkt mit dem Gasaustausch in den Alveolen auseinander setzen sollten. Es würde mich auch nicht wundern, wenn PH-Patienten sich zur Behandlung ihrer Erkrankung in einer Tauch-Druck-Kammer wieder finden würden. (PH-Patienten die etwas Humor haben, werden beim lesen dieses Abschnitts bestimmt auch ein wenig über meine Prahlerei lächeln können).

    Diamox führt zur verbesserten Ansprechbarkeit des Atemzentrums und genau um diesen Effekt geht es in dieser Studie.
    Mal sehen wie mein Atemzentrum auf den Wirkstoff anspricht!
    Ich werde, sofern es interessiert, gerne über den weiteren Verlauf der Studie berichten.
    Geändert von Antecanis (30.07.2019 um 11:42 Uhr)

  2. #2
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    Antecanis,
    das ist eine interessante Studie zur Behandlung von PH Patienten.

    Ja, ich musste schmunzeln.

    Auch bei mir laufen die Studien nicht immer komplikationslos. Dies wäre ein weiterer Schritt, direkt das Atemzentrum "anzusprechen".

    Bitte berichte weiter über diese Studie für alle Betroffenen.
    Grüße
    Monika

  3. #3
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    Mal sehen wie mein Atemzentrum auf den Wirkstoff anspricht!
    Ich bin gespannt...

    Ich werde, sofern es interessiert, gerne über den weiteren Verlauf der Studie berichten.
    Ja, natürlich interessiert uns das Antecanis

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Studie!

  4. #4
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    Hallo Antecanis,
    ich danke Dir sehr für Deinen Bericht und Deine Teilnahme an der Studie!
    Bin schon sehr gespannt, was Du uns berichten wirst.
    Also ganz viel Erfolg bei der Studie und dass Dir das Medikament einen gesundheitlichen Gewinn bringt!

  5. #5
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    Am Montag 19. August 2019 bin ich ins USZ (Universitätsspital Zürich) gefahren, um erstmals an der AZAchron-Studie teil zu nehmen. Zuerst wurde mit Ultra-Schall mein Herz untersucht. Ansonsten ist es für einen Patienten schwierig eine Vorstellung zu haben, was denn da auf dem Bildschirm abgebildet sein soll. Doch diesmal war ich erstaunt, ich konnte die rechte und linke Herzkammer genau erkennen und zuschauen wie die Mitralklappe arbeitet. Nun müssen wir PH-Patienten bei einer solchen Untersuchung gleich nach der Herzfläche fragen. Meine Herzfläche ist krankheitsbedingt abnormal vergrößert, hat sich aber seit der letzten Untersuchung nicht weiter vergrößert ... ist für mich ganz akzeptabel.

    Nach der Sonografie musste ich auf den Fahrrad-Ergometer und 12 Minuten kontinuierlich treten. Ich habe so zwischen 60 - 80 Watt Leistung erzeugt, das ist nicht viel. Ich habe im Vorgespräch darauf hingewiesen, dass ich ungern über meine Leistungsgrenze hinaus gehen wolle, habe ich doch ein paar Jahre zuvor in einem anderen Versuch mich auf diesem Ergometer einmal völlig überfordert und hatte danach grosse Mühe mich davon zu erholen.

    Frau Dr. med. M. Lichtblau erklärte mir, wie es dazu gekommen sei, Acetazolamid für die Behandlung von PH zu erwägen. Ich will das mal in meinen Worten wieder geben. Höhenbergsteiger haben, wenn sie sich auf 4000 m.ü.M. und höher begeben, temporär Lungenhochdruck und haben mit denselben Phänomenen zu kämpfen wie wir PH-Patienten. Und für diese -Höhenkrankheit- gibt es eben Acetazolamid, welches diuretisch wirkt und dabei einen Prozess im Körper anstößt, welches das Atemzentrum anregt.
    Der Bergsteiger beginnt nach der Einnahme des Medikamentes schneller zu atmen und erhält so mehr Sauerstoff, was den Druck absinken lässt. Gemäss Prof. Dr. med. Grünig soll das Blut "trocken" bleiben, deshalb wird entwässert, dieser Effekt wird auch bei den gesunden Bergsteiger eine druck senkende Wirkung haben.

    Noch ist nicht deutlich, ob Torasemid oder Aldactone angepasst werden muss. Zu Hause wacht nun Sensewear und AliceNightOne über mein Leben und eine Medibox habe ich auch schon erhalten.
    Die Studie ist doppelt verblindet, so weiss zur Zeit niemand, wer Placebo-Tabletten erhalten hat.

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