Erneut deutet sich in Europa ein Skandal mit importierten Arzneimitteln an.
Die britische Arzneimittelbehörde MHRA ruft derzeit drei Arzneimittel zurück, die von einem Händler aus Italien importiert wurden.
Auf einigen der Packungen fehlt ein Sicherheitsaufkleber, was die Behörden vermuten lässt, dass die Arzneimittel illegal in die Lieferkette eingeschleust wurden.
Konkret geht es um die Thrombosespritzen Clexane, das Antiepileptikum Vimpat sowie den Dopamin-Antagonisten Neupro (Rotigotin).
In den Medien ist die Rede von Klinik-Diebstählen und Scheinrezepten.
Das EU-Fälschungsschutzsystem hätte die illegalen Importe nicht entdecken können.

Warum konnte der EU-Fälschungsschutz nicht helfen?

Es bleibt die Frage: Warum ist das alles nicht durch das neue EU-Fälschungsschutzsystem (hierzulande: Securpharm) aufgefallen und schon früher aufgedeckt worden? Schließlich müssen die EU-Staaten seit einigen Monaten schon an das Sicherheitssystem angeschlossen sein, damit möglicherweise gefälschte Packungen in ganz Europa wiedergefunden werden können. In diesem Fall wäre dies aber nicht möglich gewesen. Denn Italien gehört neben Griechenland und Belgien zu einem der drei Länder, die das Fälschungsschutzsystem nicht sofort umsetzen mussten, weil in den Ländern bereits zuvor Schutzmaßnahmen installiert worden waren. Und selbst wenn Italien an das System angeschlossen wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit illegale Lieferungen zu entdecken in England derzeit nicht wirklich groß.
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