Deutsche Experten allerdings halten die Versorgungsqualität weiter für entscheidend. Wissenschaftliche Nachweise für den Wochenendeffekt gibt es hierzulande zwar nicht, Experten gehen aber davon aus, dass er ebenfalls eine Rolle spielt. Die schlechtere Personalstruktur am Wochenende sei offensichtlich, sagte Dr. Anna Slagman, Professorin für notfallmedizinische Versorgungsforschung an der Charité Berlin.

Wenn dann an Wochenenden zudem Patienten mit schwerwiegenderen Krankheiten kämen, wie die Forscher der Studie es annehmen, verstärke dies das Problem, so Slagman. «Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Patienten am Wochenende vielleicht länger abwarten, bevor sie in die Notaufnahme gehen. Aber gerade vor dem Hintergrund, dass diese Patienten eine schlechtere Prognose haben, müssen wir mit der entsprechenden Versorgung darauf reagieren können.»

Um den Wochenendeffekt zu ergründen und geeignete Maßnahmen dagegen zu ergreifen, müsse auch die Krankheitsgeschichte einbezogen werden, so die Autoren. Zum Beispiel können viele Patienten am Wochenende keinen niedergelassenen Arzt besuchen, bevor sie ins Krankenhaus kommen. «Die Krankenhaussterblichkeit ist ein Signal, aber es liegt im Dunkeln, wo es genau herkommt, und es ist unwahrscheinlich, dass es ein geeigneter Maßstab für die Versorgungsqualität während des Aufenthalts ist», so Erstautor Yen-Fu Chen. Die Forscher möchten mit den Ergebnissen auch Ängste von Patienten entkräften: «Im Endeffekt sollte niemand, der am Wochenende erkrankt, davor zurückschrecken, ins Krankenhaus zu gehen oder das aufschieben», so Bion.
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