pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Vorstoß zu niedrigerem Grenzwert kommt verfrüht

  1. #1
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    Standard Vorstoß zu niedrigerem Grenzwert kommt verfrüht

    Wenn es nach den Experten der Weltkonferenz für pulmonale Hypertonie geht, spricht bereits ein Mitteldruck von > 20 mmHg für die Erkrankung.
    Unbegründet ist der Vorschlag nicht, doch ein Kollege findet ihn überhastet.

    Eine Vielzahl an Studien schreibt der Grauzone von 21–24 mmHg durchaus eine prognostische Bedeutung zu. Beispielsweise ergab eine Untersuchung mit über 21 000 Teilnehmern, dass Mitteldruck und Sterblichkeit bereits im Grenzbereich korrelieren. Das Patientenkollektiv litt allerdings unter vielen Begleiterkrankungen, sodass laut Prof. Rosenkranz mitnichten eine pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) vorlag. Dennoch müsse man die Mortalitätsdaten ernst nehmen.
    https://www.medical-tribune.de/mediz...mmt-verfrueht/

  2. #2
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    Standard

    Ich glaube auch, dass dieser Wert eine prognostische Bedeutung hat. Das Problem beim Mitteldruck ist ja, dass er erst im Rechtsherzkatheter korrekt festgestellt werden kann. Wenn man dort einmal gelandet ist, ist man meist eh schon unter Verdacht und Kontrolle. Natürlich sollte bereits bei einer solchen geringgradigen Erhöhung in regelmäßigen Abständen das Herzecho gemacht, Biomarker bestimmt sowie Lungenfunktions- und Belastungstests absolviert werden. Doch wenn ein so niedriger Wert im Herzecho gemessen bzw. geschätzt wird, landet man meist noch nicht beim RHK. Genau dort ist aber schon anzusetzen mit der Überwachung, da man leider heute immer noch als gesund heimgeschickt wird, wenn der geschätzte PAP schon weit über 40 liegt, eine Trikuspidalklappeninsuffizienz vorliegt, jedoch die übrigen Parameter noch (!) unauffällig sind, wie es bei mir in einem renommierten Herzzentrum der Fall war! Das wird dann damit begründet, dass es ja nur eine Schätzung sei und falsch negative Ergebnisse häufig. Für mich hat sich da die Frage gestellt, warum man dann überhaupt ein Herzecho macht, wenn man seiner eigenen Untersuchung nicht traut. Da macht es meiner Meinung nach schon Sinn, bereits bei einem Wert von 20 zeitnah, also spätestens nach drei Monaten eine Kontrolluntersuchung zu veranlassen. Wenn der Wert dann steigt und bei der nächsten Kontrolluntersuchung immer noch, ist auf m. E. jeden Fall ein RHK angezeigt, auch wenn alle anderen Parameter noch im grünen Bereich liegen. Nur dann kann die viel zu niedrige Früherkennungsrate endlich steigen. Falsch negative Herzecho-Werte sind hinzunehmen und das sehr geringe Risiko des RHK muss gegen das Risiko einer unerkannten PH/PAH abgewogen werden. Die Richtlinien zur PH sollten dringend entsprechend angepasst werden.

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