Organempfänger: Wenn mangelnde Therapietreue lebensgefährlich wird – psychosoziale Betreuung schützt

Psychische Belastungen sind keine Kontraindikation Kritisch sei beispielsweise, wenn der Patient die Risiken der Operation völlig ausblende oder unrealistische Erwartungen an den Effekt der Transplantation habe.
Aber auch ein ungünstiges Gesundheitsverhalten wie Rauchen oder andere Suchtmittel erhöhen das Risiko, dass das Organ später abgestoßen wird.
Und manchmal treten Belastungen nach der Transplantation ganz unerwartet auf: „Wir hatten Patienten nach einer Nierentransplantation, die darunter gelitten haben, dass ihr vertrautes Umfeld der Dialyse plötzlich wegfiel.“
Schließlich hatten sie dort vorher über Jahre viel Zeit verbracht.

Psychische Risiken bedeuten aber nicht automatisch, dass der Patient nicht in die Warteliste aufgenommen werden kann.
„Auch bei schwerwiegenden psychischen Störungen wie wahnhaften oder schweren depressiven Störungen kann mithilfe fachkundiger Behandlung ein zufriedenstellender Transplantationserfolg erzielt werden“, betonen Dr. Sabine Kröncke vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ihre Kollegen in einem aktuellen Artikel.
Eine anhaltende Non-Adhärenz sei allerdings eine Kontraindikation.
https://deutsch.medscape.com/artikel...3DN&faf=1#vp_1