pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Lungeninformationsdienst: Bewegung und Sport

  1. #1
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    Standard Lungeninformationsdienst: Bewegung und Sport

    Dem steht allerdings entgegen, dass die Patienten durch ihre Krankheit häufig schnell außer Atem und nur eingeschränkt belastbar sind, sodass sie körperliche Belastungen eher vermeiden. Dies kann leicht in einem Teufelskreis enden.
    Ohne Bewegung werden Herz, Kreislauf und Muskulatur geschwächt, die Atemnot nimmt zu und die Lebensqualität ab.
    Nicht selten wird dies auch von Depressionen und zunehmender sozialer Isolation begleitet.


    Geeignete Trainingsprogramme, die dem Schweregrad der Erkrankung angepasst sind, können dieser Abwärtsspirale entgegenwirken.
    https://www.lungeninformationsdienst...gung-und-sport

  2. #2
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    Ich gehe seit Anfang 2012 einmal wöchentlich zum Lungensport und kann es wirklich nur empfehlen.
    Wichtig finde ich allerdings dabei, dass der Lungensport von einem qualifizierten Übungsleiter durchgeführt wird, der jedes Mal ein individuelles Training je nach Befinden und Möglichkeiten der einzelnen Teilnehmer durchführt und nicht ein 08/15-Programm durchzieht.

    Durch Übungen im Sitzen und Stehen mit Hilfe von Hanteln, Theraband, Bällen unterschiedlicher Größe, Stäben, Reifen etc wird die Ausdauer trainiert, die Muskelkraft gestärkt und die Koordination der Bewegungsabläufe verbessert. Zusätzlich werden noch Atem- und Entspannungstechniken vermittelt.
    Das Alter der Teilnehmer ist dabei quasi ohne Begrenzung, das Training ist auch für Sauerstoffpatienten geeignet. Jeder macht die Übungen so mit, wie er kann.
    Wichtig ist auch die soziale Komponente, denn man kann sich gut untereinander austauschen und in Gesellschaft macht das Training viel mehr Spaß als allein Zuhause.

    Zum Glück habe ich eine solche Gruppe gefunden mit einer kompetenten und empathischen Trainerin, die hier in Iserlohn und Umgebung insgesamt 7 Lungensportgruppen leitet.
    Wer Lust hat, kann sich ja mal ihre Homepage anschauen, da findet man auch interessante Weblinks. http://www.killas.de/html/lungensport.html

    Die Krankenkassen finanzieren den Lungensport auf Antrag, zunächst für 3 Jahre oder 120 Übungseinheiten. Dazu muss man sich von Lungenfacharzt oder Hausarzt eine "ärztliche Verordnung für Rehabilitationssport/Funktionstraining" ausfüllen lassen und damit den Antrag auf Kostenübernahme stellen.

    Man kann nach Ablauf der 3 Jahre aber auch einen weiteren Antrag stellen, das habe ich nun schon zweimal gemacht.
    Wichtig ist dann, dass auf dem Antrag, den der LuFa unterschreiben muss, folgender Satz steht :
    "Bei schwerer Lungenfunktionsstörung ist Supervision in der Gruppe dringend erforderlich"
    Ansonsten argumentiert die KK, dass man ja nach 3 Jahren Lungensport die Übungen so gut kennt, dass man sie auch Zuhause durchführen kann.

    Wer eine Lungensportgruppe in Wohnortnähe sucht, kann im Register nachschauen https://www.lungensport.org/lungensport-register.html

    Normalerweise kann man sich zur Information vorher eine Trainingsstunde anschauen, bzw mitmachen, um die Abläufe kennenzulernen.

  3. #3
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    Sehr informativer Bericht, vielen Dank Hexchen-MK für Deine ausführliche Erklärung zum Lungensport.

    Leider gibt es bei mir in der Nähe keine Lungensport Gruppe, aber ich versuche immer wieder meine Atemübungen in den Alltag zu integrieren.
    Das gelingt mir mittlerweile recht gut und mein Peak-Flow-Messwert ist auch gestiegen.
    Wichtig ist auf jeden Fall, dass man etwas tut... wobei es in der Gruppe natürlich noch mehr motiviert.

    LG Monika
    Geändert von moki (08.01.2019 um 21:33 Uhr)

  4. #4
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    Regelmäßige körperliche Aktivität kann Atemnot verringern und die Belastbarkeit erhöhen.

    Darüber sprach auch Michaela Frisch, Vorstandsmitglied der AG Lungensport in Deutschland e.V. beim Patientenforum Lunge am Samstag.
    In ihrem Vortrag „Tägliches Training und Atemübungen für zu Hause“ ging es darum, wie Betroffene mit chronischen Lungenkrankheiten durch Bewegung ihre Lebensqualität verbessern können.
    Um aktiv zu bleiben und sich täglich zu motivieren kann es manchmal helfen, das Geschaffte auch zu dokumentieren.
    Hierfür bietet der Verein auf seiner Seite ein Aktivitätsprotokoll zum Ausfüllen an.
    Wie es dort heißt, kann der Bogen beispielsweise gut sichtbar, z.B. am Kühlschrank angebracht werden.

    Für alle Interessierten: Hier geht’s zum kostenlosen Download: https://www.lungensport.org/downloads.html

  5. #5
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    Ein Aktivitätsprotokoll ist eine gute Idee, denn selbst wenn die Motivation da ist, geht die Umsetzung häufig in der Hektik des Alltags verloren.

    ich hab mir einfach selbst so ein Protokoll gebastelt, indem ich einen Tafelkalender (so ein Blatt gibts immer zum Jahresbeginn als Beilage in der Tageszeitung) sichtbar an einen Küchenschrank gehängt habe und mit farbigen Markern entsprechende Punkte male, z.B. blau bedeutet bei mir Atemübungen, pink = Muskeltraining (dazu H wie Hantel, T wie Theraband etc) und grün = Laufband etc

    So habe ich immer die Übersicht und kann mich nicht selbst beschummeln.

    Seit meiner REHA in Heidelberg sehe ich zu, dass jeder Tag mit einem farbigen Punkt markiert wird...und wenn es nur 10-15 Minuten Training ist, das man teilweise sogar vor dem Fernseher machen kann, z.B. "Beinwippe" im Sitzen oder irgendwie anders Übungen in den Tagesablauf integrieren.

    Passende Übungen kann man bei YOU TUBE finden, dort gibts auch einem informativen Beitrag von Michaela Frey
    https://www.youtube.com/watch?v=MthMJFV5IAk

  6. #6
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    Vielen Dank für den link zum Video Hexchen-MK.
    Michaela Frisch spricht ja auch davon, dass es wichtig ist Entspannungsverfahren kennenzulernen um zu beruhigen und die Atmung in Stresssituationen wieder in den Griff zu bekommen... das finde ich auch sehr, sehr wichtig.

    Da ich ja eher ein "Draußen-Mensch" bin, trainiere ich bei Waldspaziergängen und nutze dazu die App "Map my walk".
    Die ist super und man kann u.a. Trainingsziele eingeben, das motiviert mich selbst bei dem aktuellen Wetter meine Runden zu drehen.
    Mittels verbundenem Fitness Tracker hat man auch die Pulsfrequenz immer im Blick.
    Ab und zu mache ich so auch meinen privaten 6-Minuten Gehtest und die Strecke war bei der letzten Verlaufskontrolle fast identisch mit meiner Zuhause gelaufenen Strecke.

    Aus Erfahrung weiß ich, dass sich regelmäßiges Training wirklich lohnt... oder wie meine Freundin immer sagt:
    Jeder Meter zählt

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