pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Frage: Ab welcher Höhe (in den Bergen) beeinträchtigt PH-Patieneten die "dünne" Luft

  1. #1
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    Frage Frage: Ab welcher Höhe (in den Bergen) beeinträchtigt PH-Patieneten die "dünne" Luft

    Guten Tag,
    ich bin seit 1990 an der PH erkrankt und kenne all die Anfänge mit Medikamenten, Forschung etc..
    Wir würden demnächst gerne verreisen, aber die Unterkunft liegt in 800m Höhe über dem Meeresspiegel (Norwegen), kann dies die Luftnot verstärken ? Oder ist dies dann abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, der Ursache, dem Druck ...
    Oder beginnt die negative Wirkung der "dünnen" Luft erst ab ... Meter ?
    Würde mich sehr freuen, wenn dazu fundiertes Wissen vorhanden ist.
    Ich freue mich auf Eure Antworten.

    Danke Alegna

  2. #2
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    Hallo und herzlich Willkommen bei uns Alegna

    ich bin seit 1990 an der PH erkrankt und kenne all die Anfänge mit Medikamenten, Forschung etc..
    Donnerwetter, dann hast Du die Diagnose fast schon so lange wie ich, meine liegt jetzt über 31 Jahre zurück.

    Wo bist Du denn in Behandlung?

    Zum Thema Höhe kann ich Dir sagen, was mir die Ärzte empfohlen haben (ich habe schwere IPAH, NYHA III).
    Fliegen ist tabu und Höhenaufenthalt möglichst unter 1000 Metern.

    Damit bist Du wahrscheinlich auch auf der sicheren Seite, aber es kann ja nicht schaden auch den behandelnden Arzt zu fragen ;-)

    Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub in Norwegen.

    LG Monika

  3. #3
    Dietmar ist offline Erfahrener Benutzer ***
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    Hallo Alegna!

    Das hängt ganz von Deinem Gesundheitszustand ab. Wenn Du mit einer guten Therapie stabil eingestellt bist, sollte 800m für Dich möglich sein.
    Bei entsprechender Belastung nimmt die Luftnot mit jeder Höhe zu.
    Mit der Höhe nimmt der Luftdruck ab und damit reduziert sich auch der verfügbare Sauerstoff. (Obwohl die 21% am Luftgemisch gleich bleiben)
    In 5000m ist nur noch die Hälfte des Sauerstoffs, verglichen mit der Meereshöhe, verfügbar.

    Über 3000m Höhe müssen (nach dem Luftverkehrsgesetz) selbst Flugzeugbesatzungen Sauerstoff während des Fluges nutzen.

    LG Dietmar

  4. #4
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    Hallo moki !
    Danke für deine Antwort. Mal sehen, ob der Arzt konkret helfen kann.

    LG und alles Gute für Dich

  5. #5
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    Guten Abend Dietmar,

    danke für deine schnelle Antwort. Ja, die "Praxis" wird es zeigen und ich werde zuvor mein PH-Zentrum fragen.
    Dir alles Gute und besonders heute noch einen schönen Himmelsfahrttag!

    LG Alegna

  6. #6
    Ralf ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Hallo und herzlich Willkommen Alegna,

    auch ich lebe schon länger (seit 1996) mit schwerer IPAH.
    In den diversen Leitlinien der EU und der USA zur PAH wurden im Laufe der Jahre 1200m, 1400m, 1500m und 2000m genannt.
    Daraus erkennt man in meinen Augen ziemlich sicher, dass man nur weiß, dass Höhe ein Problem sein kann, aber dass man es nicht so ganz konkret weiß, wo die Grenze liegt. Diese ist ja eh fließend.

    Ich persönlich habe für mich für den dauerhaften Aufenthalt (von Tagen und nicht Stunden) persönlich und willkürlich einen Sicherheitsabschlag gemacht und 800m als Limit gesetzt.
    Allerdings habe ich in Urlauben immer nur bis 600m gewohnt, weil es sich so ergeben hat.

    Es kommt sicher auch darauf an, "von wo du kommst", also ob du eh auf einigen hundert Metern Höhe wohnst oder eben wirklich im Flachland.

    Norwegen ist ein tolles Ziel und ich bin schon diverse Male dort gewesen.
    Ca. 2006 war ich in der Hardanger Vidda, auf ca. 900-1000m. Wir waren auf dem Rückweg von Bergen nach Oslo nur durchgefahren und sind dann mal auf einem Parkplatz kurz aus dem Auto ausgestiegen.
    Das Aussteigen alleine führte bei meinem norwegischen Freund IPAH und mir gleichermaßen zu einem Abfall der O2sat auf 85%, was bei uns damals sonst nicht vor kam. Nach ein paar Minuten waren wir wieder bei über 90%.
    Es ist also auch in dieser Höhe schon ein Unterschied zu tieferen Lagen bemerkbar.

    Ganz klar wird es auch die Kombi aus Anstrengung/Aktivität plus Höhe sein, die am ehesten zu Problemen führen könnte. Sich ruhig dort aufzuhalten oder im Auto zu sitzen, mal auszusteigen und sich die Landschaft anzusehen, wird etwas anderes sein als aktiv dort zu wandern oder was auch immer zu tun.

    Entscheidend für eine Abschätzung sind die Sauerstoffsättigung und vor allem der Sauerstoffpartialdruck aus der Blutgasanalyse (pO2) sowie auch der pCO2 (CO2-Partialdruck).
    Diese sollten noch etwas Luft nach unten haben, also oberhalb der Sauerstoffpflichtigkeit liegen.

    Vermutlich brauchst du keinen Sauerstoff, oder? Um ganz sicher zu gehen wäre natürlich auch ein mobiles kleines Sauerstoffgerät für Aktivitäten und ggf. für Nachts denkbar, z.B. ein Inogen One 3 oder ähnlich denkbar.

    Bespreche den Urlaub bitte mit deinem Arzt.

    Zu "die Praxis wird es zeigen": Es geht leider nicht nur darum, wie man sich in der Praxis vor Ort fühlt, das wird schon gehen. Ob es wirklich gut war, wird sich aber erst Wochen und Monate später zeigen.
    Es kommt nämlich nicht auf die akute Situation an, sondern um das was ggf. - im Worst Case - angestoßen werden könnte. Das nur dazu.

    Insgesamt denke ich aber, dass 800m noch im Rahmen sind, und wenn du bei der Aktivität dort keine Rekorde brichst, wird es sicher ein toller Urlaub.
    Norwegen ist wunderschön und die Luft kann kaum besser sein!

    Für den Notfall: Sprich meinen Freund Hall Skåra an; er ist dort der Leiter der norwegischen Selbsthilfe und kennt die Ärzte-Szene: http://www.pha-no.com/kontakt.html
    Du kannst sehr gern Grüße von mir bestellen. Hall spricht fließend Englisch, versteht aber gut genug Deutsch.

    Mange hilser,

    Ralf
    Geändert von Ralf (11.05.2018 um 06:51 Uhr)

  7. #7
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    Guten Tag,

    ich stelle diese Frage jetzt, da ich der Krankheit entsprechend immer die Berge gemieden habe. Nun liegt eine Reise an, die mir nicht nur als Freizeitspaß entgegen kommt, sondern weil sie aus persönlichen Gründen wichtig wäre. Ich weiß, dass es ab 1000m nicht mehr gut für uns ist. Da ich wie gesagt viele Jahre nicht in höheren Lagen unterwegs war, will ich auf Erfahrungen anderer Betroffener zurück greifen. Mir ist klar, dass wir alle in unterschiedlichen Stadien der Krankheit sind, mit unterschiedlichen Ursachen und verschiedener Medikation.
    Ja, ich nehme stundenweise Sauerstoff und habe ein mobiles Sauerstoffgerät.

    Vielen Dank für deinen Beitrag, der mir nochmals verdeutlich, dass ich mir zu Recht den Rat anderer Betroffener einhole.

    LG Alegna

    PS: Sollte ich ein Ja vom Arzt bekommen und dann auch wirklich fahren, danke ich Dir sehr für den Kontakt nach Norwegen !

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