pulmonale hypertonie (ph) e.v.
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Thema: Linksherz-PH und Sildenafil

  1. #1
    amanda ist offline Erfahrener Benutzer ***
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    Standard Linksherz-PH und Sildenafil

    Hallo,

    ich habe noch so lose im Kopf, dass die Anwendung von Revatio bei Linksherz-PH auch kritisch sein kann. Ich komme in der Suche aber nicht weiter (finde entweder zu viele Artikel oder nichts...). Kann mir jemand erklären, in welchen Fällen und warum? Also gern auch mit den entsprechenden Grenzwerten (sofern es da welche gibt).

    Würde einfach gern wissen, ob ich das nächstes Mal in der Ambulanz ansprechen soll oder nicht.

    LG amanda

  2. #2
    wuffel ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Hallo Amanda,

    das ist aber auch verwirrend...

    Aktuellste Info dazu, siehe Ärzteblattbericht....hier das PDF

    https://www.aerzteblatt.de/pdf/114/5/m73.pdf



    aus dem Papier unter LinksherzPH

    "Therapie der pulmonalen Hypertonie bei
    Linksherz- und Lungenerkrankungen
    Die grundsätzlichen Prinzipien der Therapie der pul-
    monalen Hypertonie bei Linksherz- oder Lungener-
    krankungen sind praktisch identisch, so dass sie an die-
    ser Stelle zusammengefasst werden können. Sämtliche
    Medikamente, die für die Therapie der pulmonal arte-
    riellen Hypertonie zugelassen sind (eTabelle 1), haben
    bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie auf dem Bo-
    den einer Linksherz- beziehungsweise Lungenerkran-
    kung keine nachgewiesene Wirksamkeit, sodass deren
    Einsatz bei diesen Formen der pulmonalen Hypertonie
    grundsätzlich nicht empfohlen wird. Randomisierte,
    kontrollierte Multizenterstudien, die bisher mit pulmo-
    nal arteriellen Hypertonie-Medikamenten bei diesen
    Patientengruppen durchgeführt wurden, waren aus-
    nahmslos negativ, das heißt sie zeigten entweder kein
    Wirksamkeitssignal oder sogar nachteilige Effekte
    (17–21). Das potenzielle Risiko einer Therapie mit Me-
    dikamenten für eine pulmonal arterielle Hypertonie bei
    diesen Formen der pulmonalen Hypertonie wird unter-
    strichen durch den kürzlich erfolgten Abbruch einer
    Phase-II-Studie mit Riociguat bei Patienten mit pulmo-
    naler Hypertonie auf dem Boden fibrosierender Lungen-
    erkrankungen , nachdem es Hinweise für ein erhöhtes
    Sterblichkeitsrisiko unter der Therapie gab (RISE-IIP,
    clinicaltrial.gov NCT02138825). Ausgenommen von

    der Empfehlung, pulmonal arterielle Hypertonie-Medi-
    kamente nicht einzusetzen, sind einzelne Patienten, die
    eine Lungen- oder Linksherzerkrankung und gleich -
    zeitig eine schwere pulmonal (arterielle) Hypertonie
    haben, bei der die zugrundeliegende Erkrankung das
    Ausmaß der pulmonalen Hypertonie beziehungsweise
    der Rechtsherzbelastung nicht erklärt. Hintergrund die-
    ser Empfehlung ist die Beobachtung, dass zunehmend
    auch bei älteren Patienten eine pulmonal arterielle
    Hypertonie diagnostiziert wird. Naturgemäß haben die-
    se Patienten ein hohes Risiko für weitere kardiopulmo-
    nale Erkrankungen. So beträgt beispielsweise die
    Prävalenz der chronisch obstruktiven Lungenerkran-
    kung bei über 70-Jährigen circa 20 % (22). Mit der
    gleichen Häufigkeit ist die chronisch obstruktive Lun-
    generkrankung auch bei über 70-Jährigen zu erwarten,
    die an einer „echten“ pulmonal arteriellen Hypertonie
    erkranken. Analoge Überlegungen gelten für andere
    häufige kardiopulmonale Erkrankungen. Die Differen-
    zierung zwischen einer pulmonalen Hypertonie infolge
    einer Linksherz- beziehungsweise Lungenerkrankung
    und einer „echten“ pulmonal arteriellen Hypertonie
    zusätzlich zu einer Linksherz- beziehungsweise Lun-
    generkrankung ist im Einzelfall schwierig und gehört in
    erfahrene Hände. Die therapeutischen Konsequenzen
    sind erheblich, da man ausschliesslich im ersten Fall
    eine gezielte Therapie der pulmonal arteriellen Hyper-
    tonie einleiten wird."



    Dennoch kenn ich Berichte von Patienten, die sagen, dass Sildenafil ihnen geholfen hat. Vielleicht hatten sie auch eine Mischform, prä-und postkapilläre PH...?

  3. #3
    amanda ist offline Erfahrener Benutzer ***
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    Ja, schwierig. Ich habe vermutlich rein postkapilläre PH. Es gibt ja diese Differenzregel, laut derer man bei einer Differenz von >7 eine Mischform hat (ich ergänze bei Zeit die beiden Parameter, die muss ich nochmal nachschlagen... diese Fachbegriffe machen mich immer ganz schwach), darunter falle ich eigentlich nicht - das hatte ich schon mal ausgerechnet.

    Hier ist der link, der u.a. die genaue Definition von isolierter post-kapillärer PH und der (komplizierteren) Mischform aus post- und präkapillärer PH noch mal definiert: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28131663
    Also: Diastolischer Druckgradient (diastolischer PAP minus PAWP) < 7mmHg -> isolierte postkapilläre PH

    Fühle ich mich mit Revatio besser? Ich bemerke tatsächlich eher keinen Unterschied, nicht beim Treppensteigen o.ä. Allerdings scheint mein O2 seltener bei Belastung "abzurauschen", aber das kann auch die Entwässerung bewirken - die entlastet definitiv, das sieht man (Herz hat sich auch verkleinert).
    Mein letzter 6MWT war zwar der beste bisher, aber nur weil ich mich besonders beeilt habe, um die Grenzen auszutesten.

    Ich spreche es also definitiv nächstes Mal an. So hoch dosiert nehme ich es ja nicht (3x10), aber ich möchte auch nicht, dass es mir zusätzlich schadet.

    Danke für den Link!

    LG amanda

    Ich weiß nicht, wie oft ich noch präkapillär sage und schreibe, und genau das Gegenteil meine - ich brauch da wohl ein Dauer-PostIt/Tattoo auf meiner Stirn. Furchtbar...
    Geändert von amanda (22.10.2017 um 16:14 Uhr)

  4. #4
    wuffel ist offline Erfahrener Benutzer ****
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    Der Gehtest IST ein Belastungstest. Ich hab ihn immer so verstanden. So schnell man kann, laufen. :-)

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