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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Training der Einatmung bringt's !



Ralf
25.04.2015, 11:47
Kleine Studie zum Training der Einatemmuskulatur zeigt signifikante Verbesserungen, u.A. beim FEV1, im 6-min-Gehtest und auch bei der psych. Krankheitswahrnehmung/Lebensqualität.
Auch die Müdigkeit, unter der viele PH-Patienten leiden, wurde signifikant reduziert.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25909652 (engl.)



Anmerkung:

Das ist etwas, das wir SELBST für uns tun können!
Ich mache das seit Jahren.

Es gibt nette kleine Einatem-Trainingsgeräte, an denen man zieht und dabei Kugel hochhebt, man kann aber auch durch einen passenden Strohhalm einatmen.
Es gibt auch viel Atem-Übungen, die man selbst- oder zunächst besser angeleitet durch einen Psysiotherapeuten, möglichst mit einer Zusatzausbildung für Atemtraining, machen kann. Das Atemtraining kann man sich ärztlich verordnen lassen (Hausarzt, Lungenfacharzt oder auch PH-Zentrum)
Die Verordnung über das PH-Zentrum hat den Vorteil, dass man über den Regelfall (2x6 Trainingseinheiten) hinaus, verordnet bekommen kann. Inwieweit das auch ein niedergelassener Lungenarzt kann/darf/macht, weiß ich nicht.

Auch in der PH-REHA in Heidelberg oder Fallingborstel werden die Atmung trainiert und Übungen für zu Hause vermittelt.

wuffel
25.04.2015, 13:15
Ich hab auch so ein Spielzeug daheim....vor der Diagnose konnte ich das Dings kaum bewegen.

Schaut mal hier



http://www.lungentrainer.de/de/Inspiratorische-Trainer (http://www.lungentrainer.de/de/Exspiratorische-Trainer)

Ralf
25.04.2015, 14:11
Super Auswahl, ich hab einen, der so ähnlich aussieht wie der 2. auf der 1. Seite. Mit 3 Kugeln, die man hochsaugen muss.
Das Gute an EInatemtrainern: Man verkeimt sie nicht, weil man nicht reinatmet..so braucht man sie nicht (so oft) zu reinigen.

wuffel
25.04.2015, 18:07
Weisst Du eigentlich warum Inspiratorisch? Ich denke, beides wäre doch gut, oder?

Ralf
25.04.2015, 22:43
Ja, ich denke auch dass sicher beides gut wäre, warum inspiratorisch (entgegen den COPD-Leuten, die ja Ausatmen üben?), weiß ich auch nicht. Ich denke, weil man dabei trainiert, auch die Randbereiche der Lunge zu belüften und zu nutzen, die sind wegen Bequemlichkeit oder zu schlaffer Muskulatur nicht so beatmet werden? Alles was beatmet wird, senkt ja den Widerstand, gegenüber dem hypoxischen Zustand, und trägt evtl. auch zur Oxigenierung bei. Das AUsatmen hingegen ist eh ein Problem bei PAH, weil der dicke und unter hohem Druck stehende Gefäßbaum stützend gegen die Ausatmung wirkt. Dass der Gefäßbaum bei der Ausatmung der Atmung entgegen wirkt, weiß ich. Das hat mir mal ein Arzt erklärt. (ist ja auch klar, wenn da eine >40mm statt <20mm PUlmonaarterie mit entsprechend dicken Ästen in der Lunge ist, die auch noch unter richtig hohem Druck stehen...das ist ein 1A aufblasbareses Zeltgestänge..

Lentos52
26.04.2015, 13:42
Die Einatmung ist ein aktiver Vorgang, bei dem durch Zusammenziehen der Atemmuskulatur (äußere Zwischenrippenmuskeln und Zwerchfell) der Brustkorb vergrößert wird und so die Luft einströmt. Die Ausatmung ist ein primär passiver Vorgang, bei dem die in der Einatmung gedehnte Lunge sich durch elastische Fasern und Entspannung der Atemmuskeln wieder zusammenzieht und so die Luft herausgedrückt wird.
Wie alle quergestreiften Muskeln können auch die Atemmuskeln durch Training gestärkt werden. Normalerweise geschieht dies durch die alltägliche Bewegung oder bei Sportlern durch das erhöhte körperliche Training. Bei uns – wie auch bei allen Belastungseingeschränkten – reicht die Belastung nicht aus und die Atemmuskulatur wird schwächer. Dies gleicht das inspiratorische Atemtraining aus. Es führt zur verstärkten Ausdauer und Kraft der Atemmuskulatur.
Auch bei COPD ist das Einatemtraining ganz wichtig. Bei der COPD kommt es zusätzlich in der Ausatmung zum Kollaps der kleinen Bronchien, der durch einen erhöhten Druck in den Bronchien vermieden werden kann. Deswegen wird hier mittels der Lippenbremse ausgeatmet, um so den Druck in den Bronchien zu erhöhen. Auch beim exspiratorischen Atemtraining ist das Atmen gegen einen erhöhten Widerstand wesentlich.
Die Ausatmung als primär passiver Vorgang kann ebenfalls durch Muskeln verstärkt werden. Dies sind im Brustkorb die inneren Zwischenrippenmuskeln und vor allen die Bauchmuskeln, die beim Zusammenziehen das Zwerchfell nach oben drücken. Bauchmuskeltraining ist somit auch Ausatemtraining.
Bei uns sind wegen der erhöhten Steifigkeit der Lunge durch den veränderten Gefäßbaum sicherlich beide Trainingsarten sinnvoll.

L. G.
Lentos

wuffel
27.04.2015, 14:01
WOW, Danke....das ist auf den Punkt super beschrieben!!!! :-)

Grete
27.04.2015, 15:11
Danke, Lentos. für mich als PHller mit COPD sehr interessant.

War schön, mal wieder von Dir zu lesen, leider in letzter Zeit viel zu selten. Hoffe, Du bist weiterhin bei stabiler Gesundheit.
Alles Liebe.

Gruß Grete

card
04.05.2015, 08:56
auch von mir herzlichen dank an lentos für ausführliche, fundierte und vor allen dingen verständliche erklärung.

weiterführendes aktuell hier.

http://erj.ersjournals.com/content/45/5/1495.extract