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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neueinstellung in meiner Firma



tigerlady2
15.03.2011, 13:30
Heute hab ich von meiner Filialleitung erfahren, dass sie ein neue Kollegin einstellen, weil ich schon so lange fehle.
Wie soll ich mich jetzt verhalten??
Ich weiß doch selbst nicht wie es weiter geht bei mir.
Glaube fast nicht, dass ich nochmal arbeiten werde in der Metzgerei, wobei der Arzt in der Klinik meint ich kann wieder arbeiten gehen irgendwann.
Wie ist es euch am Anfang mit PH so gegangen??
Mir erzählt fast jeder was anderses.
Auf die Leute mit guten Ratschlägen kann man nicht hören, denn die wissen gar nicht was man hat. Die vewechseln das immer mit Asthma.
Ich bin es schon leid das immer zu versuchen zu erklären, die meisten hören nicht richtig zu und denken sie sind die Macher.

Anett
15.03.2011, 15:17
Hallo Tigerlady!

Weißt du denn, ob die neue befristet oder unbefristet eingestellt wurde?

Bei mir war es anfangs ähnlich. Niemand wußte ob und wann ich wieder arbeiten gehen kann. Es wurde eine neue Kollegin auf meinen Posten eingesetzt, aber mit der Auflage, dass sie nur solange bleiben kann, bis ich wieder komme. So war es dann auch - als ich nach 1,5 Jahren dauerkrank wiederkam mußte sie gehen. Allerdings bin ich in einem großen Konzern beschäftigt und die Mitarbeiterin hat woanders einen anderen Job bekommen.
Bei der Metzgerei scheint es sich wohl um einen Privatbetrieb zu handeln, oder? Ist es denn nicht so, dass du ohnehin erstmal Kündigungsschutz hast solange du krankgeschrieben bist?

Viele Grüße!

Mahalbia
15.03.2011, 17:28
Hallo!
Bei mir wurde im August 2010 eine PH festgestellt.
Da ich im Juli 2010 erst wieder nach Osnabrück gezogen bin, war ich zu dem Zeitpunkt arbeitssuchend.
Irgendwie konnte mir ja am Anfang in Osnabrück niemand so recht sagen, wie das mit dem Arbeiten weitergehen würde........also habe ich mich sehr hoffnungsvoll in die Suche gestürzt......Tja Prof Hoeper in Hannover erwähnte dann beid er ersten Untersuchung, das ich mich schon einmal mit dem Gedanken vertraut machen solle, nicht mehr zu arbeiten......jaja, ich bin ja gut im Verdrängen......also habe ich das dann wohlweislich überhört....und weitergesucht.
Ich bin gelernte Erzieherin und habe die letzten zehn jahre in einem Kindergarten gearbeitet....und habe mir auch allen Ernstes eingebildet, das würde auch wieder gehen....
Probegearbeitet habe ich in einem Kindergarten......das ging gar nicht.......ok, dachte ich, dann mit älteren Kindern im Hort......aber den sportlichen Ansprüchen war ich auch nicht gewachsen.........dann bekam ich ein Angebot für eine Kinderkrippe........dort hätte ich am 5.Januar 2011 anfangen sollen.
Einen Tag vorher mußte ich noch einmal nach Hannover in die MHH zur Kontrolle und erwähnte im Gespräch mal so nebenbei, das ich am nächsten Tag wieder anfangen würde zu arbeiten......
tja, das hatte sich dann somit erledigt.........keine Arbeit, da sie meinen eh nicht sehr stabilen Zustand nur verschlechtern würde.........nie wieder meinte der Professor.

Das hat mich ganz schön umgehauen, aber bei genauerem Nachdenken hat er recht.....ich muß an meine Tochter denken, die ist erst 14 Jahre alt.......da habe ich doch Verantwortung zu tragen.
Also bleibe ich jetzt schön brav zu Hause.

Miterweile war ich auch schon beim Gutachter........der sich übrigens als Kardiologe gut mit unserer Erkrankung auskannte.......mal sehen,beim ersten mal mit der Erwerbsminderungsrente durchgeht oder ob ich ein wenig kämpfen muß.

Wenn bei dir die Assicht besteht, das du wieder arbeiten kannst, dann ist doch ne Vrtretungskollegin eine gute Sache.......warum fragst du denn nicht deinen Arbeitgeber direkt danach?
ich würde das machen, dann weißt du wie du dran bist.

Ja und Kündigung während der Krankenzeit ist auch nicht so ganz unmöglich.Da müssen zwar drei Faktoren zusammenspielen, aber es ist eben nicht unmöglich



Nach der Rechtsprechung müssen die folgenden drei Voraussetzungen vorliegen, damit eine krankheitsbedingte Kündigung wirksam ist (fehlt auch nur eine dieser Voraussetzungen, ist die Kündigung unwirksam):
Es müssen zum Zeitpunkt der Kündigung Tatsachen vorliegen, die die Prognose weiterer Erkrankungen des Arbeitnehmers in dem bisherigen Umfang rechtfertigen. Diese Voraussetzung heißt "negative Gesundheitsprognose".
Es muß feststehen, daß die zu erwartenden Fehlzeiten des Arbeitnehmers zu einer erheblichen Beeinträchtigung der betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers führen. Eine solche Interessenbeeinträchtigung liegt vor allem dann vor, wenn es aufgrund der Fehlzeiten des Arbeitnehmers zu Störungen des Betriebsablaufs oder zu erheblichen Belastungen des Arbeitgebers mit Lohnfortzahlungskosten kommt.
Schließlich muß eine Interessenabwägung vorgenommen werden. Sie muß zugunsten des Arbeitgebers ausgehen, d.h. sie muß ergeben, daß ihm bei einer umfassenden Abwägung der beiderseitigen Interessen unter Berücksichtigung der Dauer des Arbeitsverhältnisses, der Krankheitsursachen, der Fehlzeiten vergleichbarer Arbeitnehmer und des Lebensalter des Arbeitnehmers die oben festgestellte Beeinträchtigung seiner Interessen (siehe Punkt 2.) nicht mehr weiter zugemutet werden kann.

Wie gesagt müssen diese drei Voraussetzungen allesamt vorliegen. Fehlt auch nur eine, ist die Kündigung unwirksam.



Zitat: online Handbuch für Arbeitsrecht..


Laß dich nicht entmutigen,das wird schon irgendwie


Gruß Heike

Ralf
15.03.2011, 19:31
Hallo Tigerlady, es gab mal eine Umfrage zu PH Patienten und Arbeit, es kam in etwas heraus, dass 50% arbeiten und 50% etwa berentet oder arbeitsunfähig sind.

Ich selbst bin berentet und ich bin mir auch sicher, dass das der Grund ist, warum ich noch lebe. Aber da spielen viele Faktoren herein, auch ob man sich ein Leben ohne Job vorstellen kann, natürlich auch die Art des Jobs und vor allem die Gesundheit.

In der Metzgerei stehst du doch den ganzen Tag, das könnte ich nicht mal halbtags ohne dicke Beine zu bekommen. Ich hatte einen sitzenden Job aber mit viel Termindruck und Präsentation, Kunden etc. Das hätte ich kein Jahr durchgestanden.

Also mach dir wegen der Vertretung nicht zuviel Sorgen, der Metzger muss ja auch irgendwie weiter machen. Solange er dich nicht kündigt, passiert ja nichts.

Das mir deiner Berentung wird schon klappen.

LG Ralf

tigerlady2
15.03.2011, 20:34
Vielen Dank für die reichlien Informationen,

Ich selbst denke mir. Ich lass es mal auf mich zu kommen. Jetzt gehe ich erst mal auf Reha. So hab ich es auch meiner Chefin gesagt.
Ich selbst entscheide gar nichts im Geschäft ob ich wieder komme oder nicht. Sie fragen mich zwar aber ich sag immer das weiß ich nicht.
Wenn ich nicht mehr arbeiten kann was ich fast denke, dann lass ich mich berenten. Es bleibt mir nichts anderes übrig.
Ich denke auch Ralf dass ich mich lieber für mein Leben als für den Job entscheiden werde.
Ich habe nun meine Freunde gefunden die trotzdem zu mir halten und da fällt mir schon was ein.
Will ja auch noch mit meinem Schatz zusammen ziehen.
Lieben Gruß
Claudia

tinag
18.03.2011, 21:39
Hallo Tigerlady!

Wenn Du jetzt in eine Reha gehst, kannst Du Dich dort von Sozialarbeitern zu dem Thema Rente informieren lassen. Da bekommt man oftmals gute Tips für den Rentenantrag und auch Infomaterial.
Letztendlich hängt es dann von den untersuchenden Ärzten und von dem Gutachten ab, wie die Rentenversicherung entscheidet.
Ich habe meine Erwerbsminderungsrente ab Mai 2004 beim ersten Mal bewilligt bekommen. Aber erst mal für 2 Jahre. Dann wurde es nochmal 3 Jahre verlängert und vor der 3. Verlängerung schickte man mich zur Reha weil man davon ausging das ich wieder arbeiten gehen könnte. Allerdings sahen die Ärzte in der Reha sofort, das mein Zustand das absolut nicht zuließ und verfassten ein entsprechendes Gutachten. So bekam ich dann unbefristet Rente zugesprochen.
Allerdings habe ich noch verschiedene andere Erkrankungen, die eine Rente erforderlich machten, aber ich denke das Prinzip ist immer gleich.
Ich bin dann auch in einen Sozialverband eingetreten, die einem bei allen Rentenangelegenheiten zur Seite stehen und hinterher alles nachrechnen.
Alles Gute für Dich und eine erfolgreiche Reha!
L G tina

tigerlady2
18.03.2011, 22:50
hallo Tina,
danke für dein tipp
Ja das werde ich machen.
l.g. Claudia

Ralf
20.03.2011, 12:54
Hallo Claudia,

jede REHA ist ohnehin automatisch auch eine Rentenbegutachtung.
Wenn die REHA - Ärzte meinen, dass du erwerbsunfähig bist, wirst du vielleicht schon erwerbsunfähig aud der REHA entlassen.

Ein Nebenaspekt in der Rentenbegutachtung ist u.A. die Frage, ob ein Patient überhaupt psychisch mit dem Verlust der Arbeitsfähigkeit umgehen kann. Es kann also nichts schaden, falls das eine Frage ist, zu signalisieren, dass es einem nicht langweilig wird, dass man Hobbys hat, und auch genug sozialen Kontakte. (Man muss sich die Frage naürlich im eignenen Interese selbst ehrlich beantworten, denn es ist wirklich von Typ zu Typ unterschiedlich.)

LG Ralf

tigerlady2
22.03.2011, 18:32
Danke Ralf

danke Ralf für diesen Tipp. Genau so werd ich es machen. Nur lasse ich mich so lange wie möglich krank schreiben weil ich da eine Zusatzversicherung habe, die mir den Ausfall vom Krankengeld zum Lohn drauf zahlt.
L.G.
Claudia

tigerlady2
29.03.2011, 21:40
Hallo

heute wurde mir von einer netten Kollegin gesagt, dass sie mich entlassen werden. Mir ist das total egal, weil ich jetzt wie immer geprädigt von meinr Filialleiterin an mich denke und meine Zukunft.
Ich will ja noch ein paar Jahre leben und nicht fürs Geschäft drauf gehen.
Gruß
Claudia

Ralf
29.03.2011, 22:57
Claudia, da hast du völlig recht.
Allerdings solltest du aufpassen, dass du dabei keinen Fehler machst und die Kündigung nicht zu schnell akzeptierst.
Bedenke bitte, dass du wenn du die ganze Zeit krankgeschrieben bist, ja 1 1/2 Jahre Krankengeld bekommst. Das zahlt ja eh die Krankenkasse.
Ich hatte damals Arbeitslosengeld und Krankengeld bezogen (abwechselnd) und später wurde das mit der Rente verrechnet. Wenn du mehr KRankengeld u.o. Arbeitslosengeld als Rente bekommst, wird dir das nicht abgenommen. Aber wenn die Rente höher ist, bekommst du die Differenz dann noch als Einmalzahlung. Lass dich beraten bevor du irgendwas unterschreibst.

Ich weiß, dass das alles schwer fällt, weil man eigentlich nur seine Ruhe haben will und alles zuviel ist. Aber die finanzielle Absicherung ist ja auch wichtig.
Hol dir ggf. Hilfe.

Gruß Ralf

tigerlady2
30.03.2011, 20:51
Danke lieber Ralf,

Ich habe mich heute schon schlau gemacht. Denn mein Automechaniker ist Ehrenrichter im Sozialgericht. Er meint dass das dann ein Fall für das Arbeitsgericht wird.
Also ich bin in guten Händen was das angebelangt. grins.
l.G.
Claudia