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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Halskatheder



Kerstin
12.11.2010, 16:22
Hallo liebe Leute,
am Montag hab ich endlich meinen Termin in der PH Klinik.
In den letzten Wochen ging es mir immer schlechter - mehrmals am Tag Schwindel und Herzrasen usw. Am schlimmsten ist das Engegefühl im Hals...nachts war mal der ganze Unterkiefer steif und ich brachte keinen Ton mehr raus, hat sich dann aber nach einer halben Std. wieder gelegt. Nun habe ich Angst, dass ein Halskatheder gelegt wird...wer hat mit sowas Erfahrungen gemacht? :confused:
Danke im Voraus für eure Antworten!

Kerstin
12.11.2010, 20:01
Danke liebe Karin, Deine Antwort hat mich echt beruhigt. Am Montag erfahre ich mehr und melde mich wieder.

joma
13.11.2010, 11:37
Hallo Kerstin,
ich habe inzwischen schon 5 Katheder über die Vene am Hals hinter mir, den letzten
erst vergangenen Mittwoch. Es ist wirklich nicht schlimm, bei mir hat es letztens ca. 20min
gedauert. Den ersten Stich merkt man etwas (aber wirklich nicht sehr), dann wikrt schon
das Betäubungsmittel. Und es stimmt, der Weg ist bedeutend kürzer als über die Armbeuge.
Das erstemal haben sie es noch so versucht, sind aber nicht richtig durchgekommen u. mussten es halt dann am Hals neu machen. Also Kopf hoch, es ist wirklich auszuhalten!

Herzlichst
joma

Kerstin
13.11.2010, 13:28
...Danke Joma,
wenn ich nicht weiß, was auf mich zu kommt, werd ich echt zum Schisshas... aber ich glaube, so geht es jedem beim ersten mal.
Euer Erfahrungen machen mich wesentlich mutiger.
Danke euch allen!!!

Ralf
13.11.2010, 20:53
Hallo Kerstin,

es tut mir Leid, dass es dir momentan so schlecht geht.
Von daher ist es doch toll, dass Montag endlich etwas passiert, oder?!

Zum Katheder:

Ich hatte bisher 2 Katheder über den Arm und 3 über den Hals.
Man mag es kaum glauben, aber die Zugang über den Hals ist angenehmer, finde ich jedenfalls.

Die Vorstellung ist natürlich horror, aber zu Unrecht.

Vom Vorgang her wird zunächst eine lokale Betäubung vorgenommen.
Diese Spritze ist vergleichbar zu der Betäubung beim Zahnarzt; nicht angenehm, aber man kann es aushalten. Das war auch schon die erste der beiden etwas unangenehmeren Prozeduren.

Wenn der Zugang liegt, wird ein Führungsdraht eingeschwemmt.
Wenn dieser Führungsdraht ins Herz kommt, kann es zu ein paar Extrasystolen kommen, weil der Draht die Erregungsströme im Herz ableitet. Die merkst du als Herzstolperer (hast du bestimmt schonmal erlebt). Das ist aber auch schon die 2. Unannehmlichkeit - wenn überhaupt.

Anschließend wird der eigentliche Katheder aus Kunststoff über den Draht gezogen und anschließend der Draht entfernt. Sobald der Katheder liegt merkst du nichts mehr.

Jetzt werden die div. Tests gemacht. Zurücklegen und entspannen, bzw. interessiert zuschauen.
Falls du Entspannungsübungen beherrschst, wie Jackobson oder Autogenes Training, mache doch ein paar.

Wen der Test vorbei ist, wird der Katheder entfernt und die Zugangsstelle versorgt.

Anschließend kommt ein Pflaster drüber. Das wars.

Also kein Gund zur Panik und vor allem, die PH selbst kann unbehandelt doch viel mehr Angst machen und ist vor allem viel riskanter.

Nach dem Katheder weißt du vor allem viel mehr, und Wissen ist nach meiner Erfahrung das beste Mittel gegen Angst.

Und vor allem kannst du dich auf eine Therapie freuen.
Ist doch besser als wenn es dir weiter schlechter ginge, ne.

Also freu dich einfach drauf. ;-)

Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht und wünsche dir alles Gute.
Erzähl doch anschließend mal hier, wie du den Katheder erlebt hast.

Liebe Grüße

Ralf

Kerstin
13.11.2010, 22:56
Danke lieber Ralf für die ausführliche Info.
Was Herzstolperer sind, weiß ich nicht. Entspannungsübungen kann ich leider schlecht machen, da ich nebenher noch an Resless Legs leide - falls Dir das was sagt. Wegen dem war ich immer sportlich aktiv und jetzt fällt es mir schwer,wegen der PH faul rumzusitzen.
Eine Frage hab ich noch: Seit der PH bekomme ich verdammt schnell Angstzustände mit Herzrasen - ist das normal? So ein Schisshas war ich früher nie...

Ralf
14.11.2010, 16:50
Hallo Kerstin,

na bei so einer bedrohlichen Erkrankung bleiben bei vielen Angstzustände nicht aus. Gerade auch bei denjenigen, die sich zuvor eher für stark und Unverwundbar hielten (wie ich auch, lach). Es gab mal eine Untersuchung, wonach bei gut einem Viertel der Patienten Angststörungen, teilweise mit Panikattacken diagnostiziert wurde. Das ist in etwa so, wie auch bei anderen schweren Krankheiten.

Angststörungen kann man aber gut mit Verhaltenstherapie behandeln. Und es gibt auch Medikamente gegen Angststörungen, die wären für mich aber erst der 2. Schritt.

Evtl. suchst du dir eine psychologische Verhaltenstherapeutin, die sich mit Angststörungen auskennt und dich zunächst einfach begleiten kann. Das hilft sehr.

Aber es gibt ein weitere Mittel gegen diese Angstattacken: Die Verbesserung bzw. Stabilität und die Zeit.

Wenn du unter den PH-Medis stabil bist und dich hoffentlich auch ordentlich verbesserst, dann nimmt auch die Zuversicht zu und die Angst ab. Und mit jedem Monat, Jahr eben mehr. Setze dir Meilensteine. Meine Erfahrung ist, dass die Zeit da sehr viel bringt. Anfangs konnte ich mich nur sehr kurz mit dem Thema PH auseinandersetzen, es war einfach zu furchtbar und Medis gab es damals nicht...usw..

Heute kannst du evtl. auch ein einen PH-chat gehen (www.lungenhochdruck.ch) und dort über deine Ängste sprechen. Das hilft auch sehr, da alle die da sind, wissen wovon du sprichst.

Restless legs habe ich öfter schon im Zusammenhang mit PH gelesen, vor allem in den US-Patienten-Foren. Falls alles zu furchtbar ist, kannst du dich auch vor dem Katheder leicht sedieren lassen. Das hat aber den Nachteil, dass dann auch nur deine entspannten Verhältnisse gemessen werden und duch auch wenig mitbekommst. Ich bekomme immer lieber etwas mit.

Sport
Wenn du erstmal mit den Medis eingestellt und stabil bist, kannst du sicher auch wieder mit - sehr leichtem - Sport beginnen. Hierzu gibt es in der Klinik Königstuhl in Heidelberg eine spezielle PH-REHA, in der du dann lernst, wieviel Sport für dich genau richtig ist. Es ist sehr wichtig, diese Grenze dann einzuhalten.
Aber ich denke, das ist mal in einem Jahr ein Thema.
Aktuell gilt erstmal eher schonen und die Medis wirken lassen.

Für deinen Katheder und die andere Diagnostik wünsche ich dir alles Gute,

LG Ralf

Kerstin
05.12.2010, 17:37
Hallo liebe Leute,
am Freitag war meine Kath.-unters. in Bad Krozingen - es war echt nicht schlimm. Die Ärzte und Schwestern waren wahnsinnig nett. Das Ergebniss noch besser - ich habe keine Pulm. Hypert. Mir fällt jetzt ein rießengroßer Stein vom Herzen. Meine Beschwerden kommen wahrscheinlich von dem Medikament Cabaseril, welches ich schon seit 2 Jahren wegen mein RLS nehme. Ich habe es vor 2 Wochen von mir aus abgesetzt, nachdem ich gehört habe, dass es Herzklappenprobleme, die bei mir schon minimal da sind, auslösen kann. Seitdem haben sich die Angstatacken gelegt. Der Schwindel, Atemnot und die zittrigen Beine nach Anstrengungen sind leider noch da. Das braucht evtl. auch noch Wochen oder Monate bis das alles wieder aus meinem Körper raus ist...
Ich werde aber weiterhin in eurem Forum bleiben und mich dafür einsetzten, dass diese tückische Krankheit frühzeitig erkannt und besser behandelt wird. Ich muß mich ganz herzlich bei euch allen bedanken. Ihr habt mir sehr viel geholfen und auch Angst genommen. Ihr haltet alle super zusammen und habt ganz tolle erfahrene Helfer im Forum!!! Ich wünsche euch allen noch ganz ganz viele beschwerdefreie Jahre und hoffe, dass man diese schrecklich Krankheit bald besser behandeln kann.
Ich bin in Gedanken immer bei euch!!!!
Liebe Grüße von Kerstin

Ralf
05.12.2010, 20:56
Hallo Kerstin,

das freut mich, dass du keine PH hast.
Ich hoffe, dass du auch deine anderen gesundheitlichen Probleme gut in den Griff bekommst.

Alles Gute,

Ralf

Face1979
06.12.2010, 20:00
Hallo Kerstin,

das ist eine super Nachricht!
Ich freu mich so wahnsinnig für dich!
Weiterhin viel Glück und alles Gute!

LG
Andrea