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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leidiges Thema Abnehmen - Magenballon ein Weg?



Ralf
13.12.2013, 06:10
Hallo zusammen,

einige haben ja das Problem, dass es mit dem Abnehmen nicht so wirklich klappt, - so wie ich.

Ich wurde von einem Internisten im Bekanntenkreis auf auf eine recht neue Methode aufmerksam gemacht.
Dabei wird im Magen ein Ballon aus Silikon aufgepumpt um einfach Platz wegzunehmen und ein Sättigungsgefühl zu erzeugen.

Ich habe das jetzt mal gegoogled und bin auf diese "Hochglanzwerbung" gestoßen:
http://www.jameda.de/gesundheit/ernaehrung-fitness/magenballon-abnehmen-mit-dem-magenballon-interview-mit-dr-birgit-gergelyfy-internist-muenchen/

Im Gegensatz zu den aus den Medien hinlänglich bekannten brutalen Operationsmethoden zur Magenverkleinerung, die allein schon wegen der Narkose und dem OP-Risiko sicher eher nicht der Weg für PAH-Patienten sein dürfte, könnte ich mir vorstellen, dass diese Geschichte evtl. helfen könnte, wenn es wegen der Listung zur LTX drängt..

Vorteil aus meiner Sicht:
Einsetzen keine große Sache, vergleichbar einer Magenspiegelung
Keine OP, keine richtige Vollnarkose

Risiken: KEINE AHNUNG! Aber die Teile können wohl die Füllung verlieren und dann den Darmverstopfen. Das soll vor allem bei luftgefüllten Ballons der Fall sein, nicht (so) bei Wasserfüllung.

Vielleicht können wir ja gemeinsam mal recherchieren, was es so an Infos dazu gibt.

Ralf

Grete
13.12.2013, 20:24
Dazu schreibe ich Morgen mal was von einer Bekannten.
Keine schöne Geschichte, aber Wahrheit.

Gruß Grete

Ralf
13.12.2013, 20:48
Sehr gern, wie soll man sich sonst eine Meinung bilden. Bin gespannt Grete.

LG Ralf

wuffel
14.12.2013, 02:32
Wir schaffen das auch ohne Ballons!!! ;-)

Grete
14.12.2013, 16:14
Ich möchte mal die Erfahrungen einer Bekannten hier niederschreiben, betrifft nicht direkt den Magenballon, sondern den Magenbypass.
Man wollte ihr zuerst auch einen Magenballon geben, damit sie erst einmal 20-30 kg abnimmt, weil das Narkoserisiko zu gross war und die Gefahr beim Ballon ist, dass
Schokolade, Cola usw. trotzdem durchpasst, weil es eben flüssig ist. Also sie sollte gleich einen Bypass bekommen. Bei einem Ballon kann man nicht so viel abnehmen, weil er
nach 6 Monaten entfernt werden muss.

Meine Bekannte, in 2011 - 45 Jahre alt, 1 Tochter, wog zu dieser Zeit 160 kg. Sie hatte reichlich gesundheitliche Einschränkungen, konnte sich bei einer Grösse von 160 cm mit dem Gewicht kaum noch fortbewegen,
man sah ihr die Qualen an, Diabetes lag auch vor , Knie kaputt und noch einige andere Dinge.

Sie kämpfte wie eine Löwin bei der Krankenkasse, denn erst mal bekam sie eine Ablehnung der Kosten, obwohl sie vorher ein 6-monatiges Ernährungsprogramm durchlaufen musste.

Sie ging also kurz vor Weihnachten 2011 in eine Klinik und wollte sich operieren lassen. Dass sie diese Klinik erst nach 15 Monaten verlassen konnte, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Also erst mal ging die OP in Ordnung, Diabetes war nach einigen Tagen völlig verschwunden und sie wurde nach 1 Woche entlassen.

Dann fing das Dilemma an : Unbeschreibliche Schmerzen , Erbrechen, die Narbe ging wieder auf. Sie ist also zurück ins Krankenhaus. Sie hat entsetzlich gelitten. Immer wieder wurde sie
operiert, die Narbe ging immer wieder auf. Sie lag 5 x auf der Intensivstation. Mehrere Lungenembolien, Lungenentzündungen und OP's folgten.
Man entfernte ihr den gesamten Magen, weil es nicht mehr anders ging. Sie hatte sich den MRSA-Keim eingefangen. Aber auch nach der Entfernung des Restmagens hörte es nicht auf. Ihre
Galle musste entfernt werden, die Milz und ein Teil der Bauchspeicheldrüse.

Sie war so tapfer, sie sagte mir, dass sie nun eine OP-Flatrate hätte, es waren insgesamt 23 Operationen !!!!!
Mehrmals ist sie knapp dem Tod entkommen, auch ich hatte nicht mehr viel Hoffnung. Sie konnte sich im Krankenhausbett nicht mal mehr umdrehen.
Es wurde später ein Bett angefordert, dass man aufrichten konnte, sie also zum Stehen im Bett kam. Aber laufen konnte sie natürlich auch erst mal nicht.
Immer wenn ich im Krankenhaus anrief oder sie besuchen wollte, war sie schon wieder auf einer anderen Station.
.
Sie hatte von den ganzen Medis keine Haare mehr und wurde sehr depressiv. Ihre Tochter, damals 16 Jahre, lebte für fast 2 Jahre bei den Großeltern.

Dann geschah doch noch ein goßes Wunder, irgendwie heilten die Wunden dann doch noch zu. Sie wurde als Pflegefall mit ihrem Rolli entlassen, gehen konnte sie vor Schwäche kaum.
Allerdings hatte sie in der Zeit 80 kg abgenommen, aber um welchen Preis !!!!!!

Sie hat dann noch 6 Monate bei den Eltern gelebt, die sie pflegten. Essen konnte sie nur noch eine 1/4 Brötchen auf einmal. Man hatte ihr aus dem Darm so eine Art Ersatzmagen geformt.

Inzwischen hat sie auch noch einen Schlaganfall erlitten, das wohl aber nicht mit der Sache in Zusammenhang steht.

Leider liest man in den Zeitungen nur immer die Erfolgs-Storys.

Ihr damaliger Bekannte hat sich nach !!! der OP von ihr abgewendet. Er stand auf dicke Mammis.

Ich will damit sagen, auf jeden Fall gut überlegen, bevor man überhaupt etwas an seinem eigentlich " gesunden " ( natürlich war sie nicht ganz gesund, aber die Organe ok )
Körper schnippeln lässt.

Inzwischen ist es so, dass sie ihren Alltag wieder einigermassen selbst bestreiten kann. Allerdings bezieht sie Erwerbsunfähigkeitsrente.
Essen geht natürlich weiterhin nur sehr eingeschränkt, sie muss ziemlich schnell aufs Örtchen, wenn sie mal über die Stränge schlagt.


Wie Wuffel schon schrieb: Wir müssen das irgendwie anders schaffen.

Wer trotzdem Interesse bezüglich der 4 verschiedenen OP Verfahren hat, möge es mir per PN mitteilen. Ich weiss nicht, ob ich hier den Link nennen darf.
Er steht auch in keinem Zusammenhang mit dem Pfusch-Krankenhaus, sondern die Grete hatte sich zu damaliger Zeit auch dafür interessiert, es aber dann
sehr schnell aufgegeben.

Ist etwas lang geworden, aber es ging nicht kürzer.

Schönes Wochenende wünscht
Grete

Steffi78
14.12.2013, 21:29
Hallo,

Ralf hast du starkes Übergewicht?In meiner Vorstellung bist du irgendwie schlank..

Grete,schreckliche Geschichte...

Also ich kann hier schlecht mitreden weil ich ja einiges abgenommen habe und davor immerhin gut verteilte Proportionen hatte.
Allerdings frage ich mich grad...wenn ich mit 1,69 m und 80 Kilo(die ich ja nicht habe)an der Grenze wäre mit dem Transplant Team Schwierigkeiten zu bekommen...was wird denn dann mit jemandem gemacht der dringend transplantiert werden müsste??
Würde er aufgrund hohen Übergewichtes nicht auf die Liste kommen,würde ihm geholfen,z.B. eine Operation aus diesen Gründen übernommen werden???Oder sagt man auf eigenes Risiko???
Hm.
Da könnte ich schon verstehen dass man sowas macht

wuffel
15.12.2013, 03:04
Hallo Steffi,

das ist ne GUTE Frage.

Ich schlottere ja schon vor Angst vor dem Termin in Hannover...der bei mir auch für Januar/ Februar höchstwahrscheinlich ansteht. Meine Docs drängen sehr auf eine Listung...viele Untersuchungen hatte ich schon im März / April....aber davon muss ich sicher einige wiederholen und noch weitere machen lassen....seufz


Und dann auf die WAAGE....schluchz....ich hab ...soooo viel hatte ich noch nie. Bei einer Größe von ca. 164cm 82 kg....jaul

Im März hatte ich noch 74-76....

Tracleer macht fett und Remodulin macht nen Bauch wie n Buddha....eijeijei....

Und wie soll man Gewicht verlieren, wenn man kaum laufen kann???

Kommt Zeit kommt Rat...hoffe ich....

(Die einzige Freude, die man noch hat, ist schlemmen...und dann darf man nicht....bööööh)

Steffi78
15.12.2013, 11:32
Hallo Wuffel,

jaaaa,das geht doch noch.Bri deinen Schilderungen hab ich an viel mehr Gewicht gedacht.Aber das ist sicher umso schwerer für dich wenn du immer schlank warst...

Ich hab mich schon gewundert.Musste in H erstmal zur Schwester die mich nach meiner Größe fragte,wusst ich nicht genau,ich sagte 1,69 oder 1,70...da würd ich direkt gemessen.
Auf dem Arztbrief steht der BMI drauf,wahrscheinlich wird sich danach gerichtet.
Ich hab am 23.1 das Gespräch mit dem Transplant Team und die legen eben da viel Wert drauf(das hat der Dr.Hoeper mir mit auf den Weg gegeben,auch wollen die dass man gut Bescheid weiß und kooperativ ist....verständlich)
Immerhin stand im Brief schonmal dass ich mich schon mit dem Thema beschäftigt habe und motiviert bin :-)
Die restlichen Sachen,Spiegelungen,Impfungen,Gyn,HNO,Zahnarzt hab ich auch schon.

Hast du direkt beim Transplant Team Termin?Bis dahin ist ja noch etwas Zeit..aber es stimmt schon,es ist echt schwer bei so eingeschränkter Bewegung abzunehmen...also ich vermute dass der langfristige Weg zum
Abnehmen der ist dass man es irgendwie schaffen muss seinen Stoffwechsel umzustellen.
Früher hab ich gerne immer mal wieder gefastet,zur Entschlackung,aber jetzt mit dem dünnen Blut wahrscheinlich nicht so gut.

Tracleer nehm ich nicht...ist dass das Pendant zu Ambrisentan oder Tafalafil?
Wo liegt da eigentlich der Unterschied...?Kannst du vielleicht den anderen Wirkstoff nehmen wenn das Tracleer dich dick macht?

Steffi78
15.12.2013, 11:34
Tadalafil natürlich...meine Finger sind einfach nicht schlank genug für die Handy Tastatur:-0

wuffel
15.12.2013, 22:06
Neeee, schlank war ich eigentlich noch nie...immer pummelig...aber soviel wie jetzt, hatte ich echt noch nicht...grmpf

Ich nehme Revatio, Tracleer und Remodulin...Dreifach-Kombi-Therapie.

Nun, im neuen Jahr gehts dann auf Schmalhans...bis dahin versuche ich das Gewicht zu halten....Männe schleppt immer Süßigkeiten an, die ich dann verschenke...oder so....DER könnte auch ein paar Gramm weniger gebrauchen :-)