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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Herzrythmusstörungen/Vorhofflimmern



Charlotte
07.09.2013, 13:16
Liebe Forumsmitglieder,

meine Schwester lebt seit 10 Jahren mit der Krankheit. In den letzten Wochen kam es bei ihr mehrfach zu Herzrythmusstörungen, verbunden mit Übelkeit und Ohnmacht. Zur Zeit ist sie in Gießen. Die Ärzte dort konnten bisher noch nicht die Ursache feststellen. Eine Theorie ist, dass das inzwischen vergrößerte rechte Herz auf das linke drückt und so die Herzrythmusstörungen auslöst, eine andere, dass der Kaliumwert (3,6) zu niedrig ist. Dieser wurde bisher allerdings von allen Ärzten als ausreichend gesehen.
Hat jemand von euch Erfahrungen, die vielleicht weiterhelfen könnten?

Liebe Grüße

Charlotte

Ralf
07.09.2013, 13:51
Hallo Charlotte,

zunächst ist es gut, dass deine Schwester bereits in Gießen ist.

Das Kalium kann man natürlich vergleichsweise leicht hoch bringen, wobei ich auch immer meine Schwierigkeiten habe, das Kalium hoch zu halten, weil man es eben nicht so wie den INR selbst messen kann.
Die Tracleer-User unter uns müssen ja eh jeden Monat zur Blutabnahme, da kann man natürlich auch gleich das Kalium mitbestimmen lassen.

Wenn es die andere vermutete Ursache ist, hilft wohl vor allem eine aggressivere PAH-Therapie sofern möglich.

Für das Vorhofflimmern selbst gibt es gezielte Medikamente, wobei man dann aufpassen muss, dass sie für PAH Patienten verträglich sind. Wenn das aber jemand weiß, dann die Gießener.

Und man kann seit einiger ZEit auch eine Ablation der Nerven zwischen linkem Vorhof und Lungenvene vornehmen. Dazu gibt es verschiedene Verfahren, die mit Elektrizität, Kälte oder Wärme die Nervenbahnen trennen. Das wird per Linksherz-Katheter gemacht, soweit ich weiß.

Dies nur zu deiner Info.
Denn die Gießener Ärzte werden da schon das richtige tun.

LG Ralf

Charlotte
07.09.2013, 13:59
Hallo Ralf,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort!:)

LG Charlotte

wuffel
07.09.2013, 15:31
Hallo Charlotte,

Kaliumregulation ist bisweilen schwierig...meistens ist ein Kaliummangel eine Folge von Diuratika...da lohnt es sich bisweilen, das Medikament zu wechseln.

Eine schnöde triviale Maßnahme gegen Kaliummangel ist, Bananen regelmäßig zu essen.

Ein Versuch ist es wert.

Alles Gute für Dein SchwesterHERZ!!!

Die Docs in Gießen werden schon wissen, was sie tun müssen!!!

Ruth
08.09.2013, 09:04
Hallo Charlotte,

hatte vor ca.2Jahren auch starke Rythmusstörungen und wurde in der Notaufnahme mit Kaliuminfusionen u.zusätzlich mit Magnesiuminfusionen behandelt worden.Einen Grund hat man dort nicht gefunden,sondern vermutet
dass es mit er Rechtsherzvergrößerung zusammenhängt.Habe dann regelmäßig Kalium genommen.Das der Wert immer bei ca.4,5 lag.Jetzt nehme ich immer eine Kalium,wenn ich Rythmusstörungen fühle.

Letztens bei Temperaturen von 38° hatte ich kurzzeitig so starke Probleme,das ich bald aus den Latschen gekippt wäre.Bei der letzten Schrittmacherkontrolle(habe ich seit knapp 10 Jahren)hat man festgestellt,das ich an besagten Tag mit 38° Tachykardien mit über 220 Schlägen kurzzeitig hatte.Auch dort meinte man ,es liegt an dem stark belasteten rechten Herz.

Da Betablocker jedoch bei Ph nicht verordnet werden sollen muß man abwarten und gegebenenfalls auf ein anderes Medikament ausweichen.

Alles Gute für Deine Schwester

L.G.

Ruth

Ralf
08.09.2013, 10:40
Hallo Ruth, inzwischen gibt es sog. IF-Blocker die direkt auf die Sinusfrequenz wirken, ohne die sonstigen Wirkungen der Betablocker.
Evtl. wäre es mal eine Frage ob die nicht eine Option wären.

LG Ralf

Charlotte
08.09.2013, 13:48
Hallo zusammen,

vielen Dank, dass ihr eure Erfahrungen und euer Wissen teilt und für alle verfügbar macht.
Das ist sehr hilfreich.

LG Charlotte

joma
08.09.2013, 13:52
Hallo Charlotte,
ich hatte in der letzten Zeit auch 2x Vorhofflimmern, wurde beide Male mit elektr. Kardioversion wieder in den
Sinusrhythmus gebracht. Es liegt wohl an der der Rechtsherzbelastung u. an der zunehmenden Rechtsherzschwäche.
Mir hat man einen Betablocker (Metropololsucchinat) mit niedrigster Dosierung täglich 47,5mg verschrieben.

Herzlichst
Martina

Ralf
08.09.2013, 15:36
Hallo Martina,

woran merkt man, dass man Vorhofflimmern hat?

LG Ralf


Schön dich mal wieder zu lesen. Wie geht es dir ?

Lore
08.09.2013, 20:23
Hallo Charlotte,

ich hatte auch schon öfter mit Vorhofflimmern zu tun. Vor einigen Jahren wurden mal mittels Katheter Nerven verödet, welche die Störungen auslösten. Dann hatte ich längere Zeit Ruhe.
Die Störungen traten wieder auf unter Kaliummangel. Letztes Jahr hatte ich auch eine Elektrokardioversion. Das hat geholfen, aber das Herz war doch öfters unruhig. Im Juni diesen Jahres hatte ich wieder Vorhofflimmern. War wieder im Herzzentrum. Dieses mal hat sich der Rhytmus durch die Einnahme von Amiodaron (Antiarrhytmikum) von selbst wieder normalisiert. Seither nehme ich täglich Amiodaron. Anfangs hat es mir sehr zu schaffen gemacht, müde usw. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und der Rhytmus ist viel stabiler.

Liebe Grüße

Lore

Lore
08.09.2013, 20:26
Als Ergänzung: Ich nehme täglich 5 Kalinor, um meinen Kaliumwert einigermaßen stabil zu halten. Esse zusätzlich Bananen, Rosinen, Äpfel u.a. Auch Apfelessig hat viel Kalium. Auf ein Glas Mineralwasser 1-2 Tl Apfelessig zugeben und langsam trinken. Allerdings wirkt der Apfelessig auf den INR, so dass man da wieder aufpassen muß.

Lore

Ralf
08.09.2013, 20:30
Hallo Lore,

nimmst du 5 x Kalinor-Brausetabletten oder 5x Kalinor Retard?

3-4 Kalinor Retard entsprechen 1 Kalinor-Brausetablette

LG Ralf

joma
09.09.2013, 14:20
Hallo Ralf,

also ich merke eigentlich nichts von dem Vorhofflimmern. Letztens (August) war ich gerade zur Kur, da war mein Puls immer
extrem niedrig so ca. 40. Da hat der Arzt ein EKG machen lassen, Kalium bestimmen lassen - der Wert war 3,4 also minimal
unter Normalwert. Oberarzt Halank meint, dass sei eine zunehmende Rechtsherzschwäche, aber ich selbst fühle mich
eigentlich gut. Er sagt, ich sollte mit der Studie Lisurid oder Treprostinil subkutan beginnen. Aber ich weiß noch nicht wie es weitergeht.

Herzliche Grüße
Martina

Ralf
09.09.2013, 14:29
Hallo Martina,
Vorhofflimmern schränkt glaube ich die Leistung nicht besonders ein. Wenn aber Kammerflimmern draus wird, wird es lebensgefährlich.
Daher würde ich raten, Prof. Halank zu folgen!

Lisurid, das ist ja interessant.
Lass uns bitte wissen wie es bei dir wirkt, falls du damit anfängst.

Ich wünsche dir, dass egal für was du dich entscheidest, eine gute Wirkung dabei herauskommt.

LG Ralf

Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Lisurid

Lore
10.09.2013, 10:07
Hallo Ralf,

ich nehme 5 x Kalinor-Brausetabletten. Hatte im Krankenhaus sogar 6 x verordnet bekommen bis der Wert wieder stabiler war. Aber das war eine Herausforderung.

Liebe Grüße

Lore

Ralf
10.09.2013, 11:31
Was nimmst du denn an Diuretika und welche Dosis?
Ich habe schon meine Probleme 3x Kalinorbrause runterzukriegen.
Bei 5 kommt ja noch dazu, dass man viel zuviel trinkt, oder?

LG Ralf

Lore
10.09.2013, 12:16
Hallo Ralf,

ich nehme morgens 1x 20mg Xipamid und mittags 2x 50mg Spironolacton. Damit komm ich ganz gut hin. Ich trinke halt sonst etwas weniger. Also ich denke es werden so ca. 1,5 Liter tägliche Trinkmenge sein. Kalinor ist für mich einfach zu einem normalen Getränk geworden. Mit dem Geschmack habe ich keine Probleme. Ich löse es zu Hause überwiegend in Leitungswasser auf. Ich denke sonst wäre mir das zuviel Kohlensäure.

Liebe Grüße

Lore

wuffel
10.09.2013, 12:49
@ Lore

Bäh, ich glaube ich könnte das Zeug nicht auf Dauer runterwürgen....uuuaaaahhh

ich hoffe doch, dass Dein Kaliumspiegel engmaschig kontrolliert wird?

FÜNF Kalinor ist ja schon ein Häufchen....

Charlotte
10.09.2013, 20:33
Hallo, Martina, hallo Lore,

auch euch herzlichen Dank für eure Antworten!

Charlotte

Ralf
10.09.2013, 21:42
@ Lore

Bäh, ich glaube ich könnte das Zeug nicht auf Dauer runterwürgen....uuuaaaahhh

ich hoffe doch, dass Dein Kaliumspiegel engmaschig kontrolliert wird?

FÜNF Kalinor ist ja schon ein Häufchen....


Ich lasse mir deshalb immer gleichzeitig Kalinor retard und Kalinorbrause verschreiben, weil ich ab und zu Tage habe, wo ich das Zeugs nicht runter kriege. Und unter 0,3L geht das bei mir auch nicht. In 0,2L ist es mir zu bähhh.
Ja, ich nehme auch Leitungswasser.

LG Ralf

Lore
11.09.2013, 12:48
Also das runterkriegen macht mir gar nichts aus, solange es bei 5 Brausetabletten bleibt. Hatte lange Zeit Kalitrans-Brause, die schmeckten wieder etwas anders. War für mich aber auch wie ein ganz normales Getränk. Mittlerweile habe ich Kalinor-Brause, weil das höher dosiert ist. Aber auch der Geschmack stört mich nicht. Habe mich schnell daran gewöhnt.

Ich muss sowieso alle 3-4 Wochen zur Blutabnahme, und da ist Kalium immer mit drin.

Liebe Grüße

Lore