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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Urlaubstipps



Ralf
30.12.2011, 16:57
Wo wir schon beim Positven sind (siehe anderer Thread hier: http://www.phev.de/forum/showthread.php?1938-Positive-Erfahrungen-Motivationsthread), möchte ich gern einen Urlaubsthread eröffnen:

Ich möchte nochmal etwas zu meinem Segeltörn in der Türkei schreiben, weil ich es für sehr empfehlenswert und machbar halte (in der Türkei oder auch Kroatien, oder sonst wo).

Was die Machbarkeit angeht, sehe ich folgende Voraussetzungen als unabdingbar an:

1. Man muss soweit stabil sein, dass man zuversichtlich auch mal zutraut in einer sehr menschenarmen Gegend mit langen Transportzeiten bis zum KH zurechtzukommen.
2. Man muss natürlich fliegen können
3. Wenn Sauerstoff erforderlich, dann sollte man das Organsieren können (ist aber wohl eher etwas für die, die noch ohne auskommen).
4. Es sollten 1-2 Freunde / Familienangehörige dabei sein, die auch anpacken können (ich hatte meinen Bruder und einen Freund dabei)
5. Der Skipper und die restliche Crew sollte eine gewisse Akzeptanz für die Behinderung aufweisen (meiner war der Vater des Freundes und selbst vom Rauchen nicht fitter als ich :)
6. Man sollte bei starkem Wind ggf. auch an Land bleiben können oder seefest, denn wenn man seekrank wird, gibt es Probleme mit der Medikamentenaufnahme!

Das Segeln in der Türkei (ich war in Marmaris) zeichnet sich dadurch aus, dass die Küste sehr zerklüftet ist und man oft in Buchten ankert; allein oder mit noch 1-2 Yachten.
Da ist dann oft nichts oder eine kleine gemütliche Taverne.
Man kocht also oft an Board oder fährt mit einem Dingi (Schlachboot o.ä.) an Land. Da kann man nicht weit laufen, weil es oft sehr zugewachsen ist oder außer Maccia eh nicht viel zu sehen gibt. (Sehr praktisch :)
In einer solchen Bucht kann man dann herrlich baden, schnorcheln, mit dem Dingi fahren, abends halt grillen oder reihum kochen und essen. Da man da dann oft auf der Yacht hockt, kommt das einem PH-Patienten sehr entgegen. Und da es eh früh dunkel wird, geht man auch vergleichweise früh ins Bett und verpasst nichts, weil es da nichts gibt außer grandioser Natur und (hoffentlich) guten Gesprächen.

Die Abwechslung kommt dann, wenn man alle paar Tage mal einen Hafen eines Fischerdörfchens oder auch eine große Marina (z.B. dann auf einer griechischen Insel (Rhodos, Simi, Kos,..etc.. ) oder auch am Festland (Bodrum; Kusadasi) anläuft. Da gibt es dann das pralle Leben - aber eben auch ebenirdig im Bereich um den Hafen / City. Und man "parkt und wohnt" mittendrin.

Diese und eine ähnliche Tour habe ich vor ca. 10 Jahren gemacht.

Im ersten Urlaub hatten wir direkt am ersten Tag starken Wind (Stärke 8). Da wurde mir übel. Aber es gab ein "Geheimrezept" und danach war gut.
Das bestand darin, eine Coke (mit Zucker) möglichst auf Ex zu trinken und danach einen ordentlichen "Bauer" (auf der Leeseite über Board) zu machen.
Und dann war es tatsächlich nach 1 min gut!
Und der Sturm hielt noch 2 Tage und keine Probleme. Nachts waren wir in einer Unterbucht einer großen Bucht und haben den Sturm nichtmal gemerkt, es war wie auf einem See in der Ecke. Den Rest der Zeit hatten wir tolles Wetter. Jeden Tag sind wir so ca. 11-12 Uhr losgesegelt, also sehr relaxed und so gegen 3-5 wieder vor Anger gegangen.
Zeitraum: Pfingsten

Beim 2. Urlaub war insgesamt der Wind sehr schwach (Oktober, kann dann auch anders sein)
sodass wir auch viel mit Motor gezockelt sind.

Und jetzt kommt's: In der Woche drauf war ich in der PH-Ambulanz. Under der Prof. frage mich, was ich denn getan hätte, mein Herz sei erstmals deutlich kleiner, alles sähe sehr gut aus.
Tja, das hat eine Woche segeln (und fast nix tun) bewirkt. Die Luft war sowas von Sauber und auf Meereshöhe und man konnte eben nicht viel tun. Zu Hause hatte ich ja Haushalt und eine kleine Tochter zu betreuen. Ein halbes Jahr später, sah mein Herz wieder aus wie die Jahre vorher ;)

Sowas wär mal ne REHA, 3 Wochen mit Angehörigen und einem Arzt... :)
OK, 4-7 Tage wären auch schon richtig nett..

Welche Urlaube könnt ihr empfehlen? Habt ihr Tipps?

LG Ralf

SaJo
31.12.2011, 14:44
Das ist ja noch so eine schöne Idee, hier über Urlaubstipps zu berichten! Für mich und meinen Mann, die wir schon immer sehr reiselustig waren ( ich kam krank aus einem Nepalurlaub zurück und dachte ja, in ein paar Wochen ist alles wieder gut...:confused: ), war die Krankheit ein gravierender Einschnitt und wir sind nun erst langsam dabei zu testen, was geht.
Bei der Idee nach Israel zu fahren gab es interessanterweise überhaupt kein ärztliches Veto, da die medizinische Versorgung dort sehr gut ist, nur gegen Gruppenreisen. Doch da wir sowieso immer allein ein Land erkunden, war das für uns ja kein Problem. So sind wir zu zweit per Mietwagen diesen September durch Israel gezogen und haben dieses vor allem auch von der Natur her faszinierende Land kennengelernt. Richtig gut wurde es dann am See Genezareth, als ich auf einmal unbeschwert und ohne Luftnot essen konnte und auch sonst wesentlich belastbarer war, trotz der doch da noch herrschenden sehr hohen Temperaturen. Ich denke schon, dass es daran lag, dass wir uns dort und später dann auch am Toten Meer weit unter dem Meeresspiegel befunden haben. Eine tolle Erfahrung für Körper und Geist, viele schöne Erinnerungen und Fotografien begleiten uns jetzt, und eine goße Empfehlung für Interessierte von Kunst, Kultur oder Natur! Jetzt liebäugele ich schon mit Jordanien - die andere Seite des Toten Meeres :)...
LG und allen ein gutes 2012 mit kleinen und großen Reisen,
Sabine

Ralf
31.12.2011, 15:41
Tolle Geschichte Sabine.
Allerdings echt schade, dass die große Höhe in Nepal wohl deine PH angestoßen oder hervorgeholt hat. Ich kenne mehrere, die bei offenbar vorhandener Disposition durch einen Umzug oder Urlaub in großer Höhe die Krankheit bekamen/festgestellt haben oder bei denen sie sich verschlechtert hat.

Der allgemeine Rat ist je nach Fassung der Leitlinien, sich als PH-Patienten nicht über 1200 bis 1500m ü.NN zu begeben.
Eine Ausnehme besteht, wenn die Menschen immer schon auf so einer Höhe oder höher gelebt haben. Aber die bekommen ggf. Probleme, wenn sie von einer längere Reise ins Flachland zurückkehren.

Ja mit dem Luftdruck steigt auch der sog. Partialdruck des Sauerstoffs im Blut.
Als nächstes steht dann wohl das Death Valley in Arizona auf dem Programm?
Die zweittiefste Stelle nach dem roten Meer.

Auf welcher Höhe über dem Meer wohnt ihr denn?

LG Ralf

Anett
31.12.2011, 17:36
Ja, ein Urlaubsthread :) Ich liieebe Reisen!

Der Segeltörn hört sich echt klasse an, Ralf! Ist aber nichts für meinen schwachen Magen... ich krieg schon Probleme, wenn ich eine halbe Stunde Stadtbus fahre. Selbst die paar Fahrten auf einer Fähre im letzten Jahr in Norwegen waren grenzwertig für mich.

Generell achte ich bei Urlauben immer auf medizinische Versorgung für den Notfall, such mir im Vorfeld sämtliche deutschsprachige Ärzte raus (in EU-Ländern kein Problem) das gibt schon mal ein beruhigendes Gefühl. In Norwegen war es allerdings etwas schwieriger, da wir mit dem Wohnmobil an den Fjordküsten unterwegs waren und manchmal stundenlang keinem Menschen begegnet sind und größere Städte auch mal weit entfernt waren. Naja, dieses Risiko hab ich persönlich in Kauf genommen, weil diese Reise ein großer Traum für mich war.

Ansonsten sind wir nur in "normalen" Urlaubsgebieten unterwegs (Ibiza, nächstes Jahr Mallorca) oder bleiben Deutschland (Insel Rügen ist ein Traum!)

Für Wintersportler kann ich das Skigebiet am Wilden Kaiser empfehlen! Diesen Tipp hab ich selbst aus diesem Forum (Danke Lili! :) )
Das liegt von der Höhe noch im Normbereich und die Pisten sind wirklich einfach zu fahren, schön flach, so dass man in gemäßtigtem Tempo gemütlich abfahren kann.

SaJo
01.01.2012, 20:05
Hallo Ralf,


Urlaub in großer Höhe die Krankheit bekamen/festgestellt haben oder bei denen sie sich verschlechtert hat.

Das "verrückte" ist, dass wir gar nicht in extremer Höhe waren, das hätten wir in Europa auch geschafft. Und im Nachhinein gesehen war ich gleich von Anfang an krank - vielleicht durch den Flug ausgelöst? Jedenfalls hatte ich schon in den ersten Tagen unseren typischen Herzhusten... Kam aber auch noch mit einer Herzmuskelentzündung zurück.


Als nächstes steht dann wohl das Death Valley in Arizona auf dem Programm?

Genau das trau ich mich eben wegen des langen Fluges nicht :confused:. Durch die Beiträge hier im Forum hab ich den Mut gehabt, mich überhaupt wieder ins Flugzeug zu setzen, doch mehr als die empfohlenen 3 Stunden ist das sicher nicht sinnvoll, auch wenn meine Traumländer doch weiter entfernt liegen?


Auf welcher Höhe über dem Meer wohnt ihr denn?

Ja hier wohnen wir optimal, Brandenburg hat ja nicht wirklich Höhe zu bieten. Bei uns sind es 39m ;).

Bin gespannt, was noch für Tipps kommen,
liebe Grüße, Sabine

Ralf
02.01.2012, 01:28
Hallo Sabine,

39m sind ja nichts. :) Wir wohnen auf ca. 90m, auch nicht viel mehr in NRW.

Ja, einen langen Flug sollte man nur nach Rücksprache mit dem PH-Experten machen. Mit Sauerstoff lässt sich das meist machen, auch wenn ,an etwas schlechtere Sättigungswerte hat.
Ein Flug ist ja auch wie ein Aufenthalt in 2400m ca. (+/-).
Zum Glück gibt es ja viele Ziele in 3-4h Radius. Und eine Patientenumfrage aus Gießen hat gezeigt, dass das die meisten Patienten können, die sich auch einen Urlaub vorstellen können.

Ich bin seit der PH-Diagnose ohne Probleme zu folgenden Zielen geflogen:

1x Griechenland
1x Portugal
2x Kroatien
1x Menorca
2x Türkei (etwas mehr als 3h)
1x Jersey (Kanalinseln)
5x Norwegen
1x Schweden

Mit dem Auto war ich auch mal auf 1200m und eben mehrfach durch den Gotthardtunnel gefahren. Aber das war ja nie lang und nicht anstrengend.
Gewohnt habe ich noch nie über 500m Höhe.

Ich wünsch euch noch viele schöne Urlaube.


Ralf

@alle: ACHTUNG: Da jeder anders ist und einen anderen Schweregrad der Krankheit hat, immer fragen wie der Arzt das einschätzt.

tigerlady2
02.01.2012, 20:02
Hallo,

ich war vor 2 Jahren als ich noch nicht wusste dass ich Krank bin in der Türkei. Da ging es mir super gut. Direkt am Meer. Einen Monat später ging es los. Bis ich im Februar die Diagnose bekam.