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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schilddrüse-Cortison-ROS



moki
03.03.2018, 18:38
Da kann man mal wieder sehen, dass irgendwie alles zusammenhängt...

Meine Schilddrüsenwerte "spinnen" zur Zeit und ich versuche mal wieder das richtige Verhältnis von T4 (L-Thyroxin) und T3 (Thybon) zu finden.
Da ich weiß, dass die Einnahme von Cortison die Schilddrüsenhormone beeinflusst, habe ich mich grade nochmal eingelesen über das Thema und da finde ich auch einen Zusammenhang zwischen Schilddrüse und reaktiven Sauerstoffverbindungen (ROS)
Zu ROS (bzw. NFkappaB) und Cortison hatten wir hier ja schon mal was:
https://www.phev.de/forum/showthread.php?4058-Hydrocortision-normalisiert-PDE-Aktivit%E4t-bei-PPHN-(Neugeborenen-PH)&highlight=reaktive

In unten genanntem Bericht steht im Abschnitt "Thyroxin erhöht den Cortisonbedarf":
NF-kappaB ist ein redoxsensitiver Transkriptionsfaktor, der durch reaktive Sauerstoffverbindungen (ROS) stimuliert wird. Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) führt zu einem erhöhten Anfall von ROS und über NF-kappaB zu einem Anstieg entzündlicher Mediatoren wie IL-1beta. Diese hemmen im Sinne einer negativen Rückkopplung die Expression des Schilddrüsenhormonrezeptors und hemmen weiterhin die Bildung von aktivem T3 aus T4 (Kakkel et al., 2006; Nagaya et al., 2000). Diese kompensatorische Erniedrigung von T3 findet sich als sogenanntes Low T3-Syndrom (euthyroid sick syndrome) bei vielen schweren Erkrankungen und hat offenbar die Aufgabe, eine überschiessende Entzündungsreaktion zu verhindern.

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), entweder endogen oder infolge einer inadäquat hohen Thyroxindosis, führt somit zu einer Aktivierung des NF-kappaB-Signalweges und einer gesteigerten humoralen Entzündungsreaktion (Nandakumar et al., 2008; Vinayagamoorthi et al., 2005; Fernandez et al., 2006; Tapia et al., 2003). Wenn eine entzündlich-rheumatische Erkrankung in Kombination mit einer Hyperthyreose auftritt, ist daher mit einem erhöhten Cortisonbedarf zu rechnen.

Ich habe ein sog. Low T3-Syndrom und werde jetzt noch genauer überlegen, wie ich die optimale Dosierung von L-Thyroxin, Thybon und Cortison hinbekomme.

Deshalb auch nochmal der Hinweis an alle mit Hashimoto Thyreoiditis hier:
Immer neben dem TSH auch die freien Werte (fT3 und fT4) testen lassen!

Wer den Bericht lesen mag:
http://immunendokrinologie.de/html/cortison-resistenz.html
(Wenn Cortison mehr schadet als hilft)