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Presseinformation: Rheinstetten, 31.
März 2006
Forschungspreis der René Baumgart-Stiftung
2006:
Neue Studie belegt: Atem- und
Bewegungsübungen
verbessern die Lebensqualität von Patienten
mit Lungenhochdruck
Im Rahmen des 47. Kongresses
der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) in Nürnberg, überreichte
Prof. Dr. Horst Olschewski, Universitätsklinik
Graz, im Namen der gemeinnützigen René Baumgart-Stiftung
den mit 5.000 € dotierten Forschungspreis an Dr.
Derliz Mereles, Nicola Ehlken (beide Universitätsklinik
Heidelberg) und Sandra Kreuscher (Bad Wiessee). Der
Mediziner und die beiden Physiotherapeutinnen nahmen
die Auszeichnung stellvertretend für alle an der
Studie beteiligten PH-spezialisierten Mediziner aus
Deutschland und Österreich entgegen. Der jährlich
ausgeschriebene Preis würdigt Forschungsarbeiten,
die sich klinisch oder experimentell mit dem Krankheitsbild
des Lungenhochdrucks (Pulmonale Hypertonie - PH) beschäftigen.
Die Studie mit dem Titel Exercise
and Respiratory Training Improve Exercise Capacity
and Quality of Life in Patients with Severe Chronic
Pulmonary Hypertension wurde von
der Arbeitsgruppe von PD Dr. Ekkehard Grünig,
Universitätsklinik Heidelberg, durchgeführt.
Sie überzeugte die unabhängige Jury durch
ihre Originalität und den Patienten orientierten
Ansatz. Die Publikation belegt, dass durch gezielte
Atem- und Bewegungstherapie die körperliche Belastbarkeit
und Lebensqualität bei Patienten mit schwerem
chronischen Lungenhochdruck verbessert werden kann.
Das Abrücken vom Gebot der körperlichen
SchonungFür PH-Patienten galt lange Jahre das Gebot der
körperlichen Schonung. Zur Überprüfung
dieser Verhaltensregel und zur Etablierung einer neuen
Therapie für Patienten mit Lungenhochdruck, wurde
an der Universitätsklinik Heidelberg von der Arbeitsgruppe
von PD Dr. Ekkehard Grünig das Projekt "Atem-
und Bewegungstherapie bei Lungenhochdruck" initiiert.
An diesem Projekt beteiligten sich nahezu alle führenden
PH-Zentren in Deutschland.
Trainingsprogramm besteht aus gezielten Atem-
und Bewegungsübungen
Zusätzlich zu ihrer neuen medikamentösen
Therapie, die in der Regel von einer auf PH-spezialisierten
Klinik eingeleiteten wurde, erhielten die an der Studie
beteiligten PH-Patienten unter stationärer Überwachung
in der Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl
zunächst ein 3-wöchiges spezielles Trainingsprogramm,
bestehend aus gezielten Atem- und Bewegungsübungen.
Die Übungen konnten die Patienten danach ambulant
fortsetzen. Die Erfolge dieses Trainings wurden mittels
anerkannter klinischer Methoden überprüft.
Erfolge stellten sich schon nach dreiwöchiger
Therapie ein
Die Ergebnisse der randomisierten Studie zeigen, dass
der Gesundheitszustand der Patienten sich während
der 3-wöchigen stationären Rehabilitationsmaßnahme
ganz erheblich verbessern kann. Durch vorsichtiges
Atem- und Bewegungstraining erhöhte sich beim
so genannten 6-Minuten-Gehtest, einer Bezugsgröße
zur Messung der Leistungsfähigkeit von PH-Patienten,
die zurückgelegte Wegstrecke ganz erheblich. Die
Lebensqualität der Studienteilnehmer verbesserte
sich und die Patienten lernten, besser mit ihrer Krankheit
zurecht zu kommen und sie gewannen eine realistischere
Selbsteinschätzung. Die Untersuchungen sollen
fortgesetzt und Techniken zur ambulanten Durchführung
der Therapiemaßnahmen erarbeitet werden.
Was ist pulmonale Hypertonie?
Lungenhochdruck entsteht im kleinen Blutkreislauf der
Lunge. Im menschlichen Körper fließt sauerstoffreiches
Blut von der linken Herzkammer durch den gesamten Körper.
Es versorgt Organe und Muskeln mit Sauerstoff und fließt über
Venen zur rechten Herzkammer (großer Kreislauf).
Das sauerstoffarme Blut wird dann vom rechten Herzen
durch die Lungengefäße gepumpt. Dort nimmt
es Sauerstoff, den wir durch Nase und Mund einatmen,
auf und fließt weiter zum linken Herzen (kleiner
Kreislauf). Bei der pulmonalen Hypertonie verengen
sich die Blutgefäße in der Lunge zunehmend.
Dadurch entsteht ein Widerstand, der zu einem Bluthochdruck
zwischen Herz und Lunge führt und der oft einher
geht mit einer Sauerstoffunterversorgung der Organe
und Muskeln. Das rechter Herz passt sich zunächst
dem Druckanstieg an. Der Herzmuskel verdichtet sich
und das rechte Herz vergrößert sich. Unbehandelt
geht die Erkrankung mit einer stark eingeschränkten
Lebenserwartung einher.
Ziele der René Baumgart-Stiftung
Bis vor einem Jahrzehnt standen in Deutschland zur
Behandlung der pulmonalen Hypertonie keine Medikamente
zur Verfügung, Forschung zum Krankheitsbild fand
kaum statt.
Dank der in den letzten Jahren intensivierten Forschungsaktivitäten
und den in dieser Zeit entwickelten Therapieoptionen,
bestehend aus Tabletten, Inhalation oder über
Dauerpumpe venös verabreichte Medikamente, sowie
Kombinationstherapien, können die Beschwerden
für Patienten gelindert und die Lebensqualität
verbessert werden. Diese Erfolge dürfen aber nicht
darüber hinweg täuschen, dass Lungenhochdruck
nach wie vor eine lebensbedrohliche und chronisch fortschreitende
Krankheit ist. Bei vielen Patienten kommt es trotz
der Medikation im Verlaufe ihrer Erkrankung immer wieder
zu erheblichen Verschlechterungen des Gesundheitszustandes,
die auch bei PH-spezialisierten Medizinern Fragen aufwerfen.
Für Kinder und jugendliche Patienten gibt es bis
heute keine zugelassenen und für diesen Patientenkreis
getesteten Medikamente. Hier möchte die René Baumgart-Stiftung
ansetzen.
Sie fördert die klinische Forschung zur pulmonalen
Hypertonie bei Kindern und Erwachsenen. Ziel ist es,
durch Ursachenforschung neue Erkenntnisse über
den Lungenhochdruck zu gewinnen, so dass eine frühzeitige
Diagnose gestellt und mittel- und langfristig neue
Therapieoptionen entwickelt werden können, die
PH-Patienten nicht nur eine Stabilisierung oder Linderung
der Beschwerden versprechen, sondern eine vollständige
Heilung.
Der Namensgeber der Stiftung, René Baumgart,
wurde 1971 in Aalen geboren. Im Alter von 10 Jahren
starb seine Mutter an Idiopathischer Pulmonal Arterieller
Hypertonie (IPAH). René Baumgart erhielt seine
Diagnose IPAH im Alter von 19 Jahren. Er erlernte den
Beruf des Druckers und meldete sich nach bestandener
Gesellenprüfung zur Meisterprüfung an. Kurz
vor seinem Abschluss verstarb er im Alter von 23 Jahren
an der tückischen Krankheit PH.
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Preisträger:
Dr. Derliz Mereles
Universitätsklinik Heidelberg |
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Preisträgerin:
Nicola Ehlken
Physiotherapeutin Universitätsklinik Heidelberg |
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Preisträgerin:
Sandra Kreuscher
Physiotherapeutin
Bad Wiessee |
Für weitere Informationen
wenden Sie sich bitte an:
Zu medizinischen Themen:
Universitätsklinik Heidelberg
Kardiologie und Pneumologie
PD Dr. Ekkehard Grünig
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Tel.: 0 62 21 / 56 - 89 06
Ekkehard.Gruenig@med.uni-heidelberg.de
René Baumgart-Stiftung
(Postanschrift)
Bruno Kopp, Schriftführer
Wormser Str. 20
76287 Rheinstetten
Kontaktbüro:
Dagmar Schneider, PR-Referentin
Unterreut 6
76135 Karlsruhe
Tel.: 07 21 / 35 28 – 4 76
Fax: 07 21 / 35 28 – 8 80
E-Mail: info@rene-baumgart-stiftung.de
Internet: www.rene-baumgart-stiftung.de
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