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Presseinformation: Rheinstetten, 01. April 2006

Mitgliederversammlung des pulmonale hypertonie e. v. in Rheinstetten

Verein und Stiftung feiern Jubiläum / Umfassender Service von Verein und Stiftung für die Mitglieder / Sensationelle Fortschritte bei der Erforschung und in der Therapie von Lungenhochdruck geben Anlass zur Hoffnung / Politik verspricht Unterstützung / Kontinuierliches Vereinswachstum / Öffentlichkeitswirksame Aktionen geplant

Der Bundesverband pulmonale hypertonie (ph) e. v. und die René Baumgart-Stiftung hatten am 29. April 2006 zu einem Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Vereins und zum 5-jährigen Jubiläum der Stiftung eingeladen. Bruno Kopp, 1. Vorsitzender ph e.v., begrüßte im Großen Saal des Zentrums Rösselsbrünnle, Rheinstetten, mehr als 60 Gäste. In einem kurzen Abriss schilderte Kopp wie die Aufgaben von Verein und Stiftung beständig wuchsen und stellte dar, welche Unterstützung der Verein den Patienten heute bietet. Den Festvortrag mit dem Titel Medizinische Erfolge bei pulmonaler Hypertonie in den letzten Jahren, hielt der PH-Spezialist, Privatdozent Dr. Ekkehard Grünig, Universitätsklinik Heidelberg. Der Mediziner wies in seiner Rede darauf hin, dass innerhalb der letzten zehn Jahre sensationelle Fortschritte beim Lungenhochdruck, insbesondere bei den Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie, erzielt wurden und Deutschland dabei eine Vorreiterstellung einnehme. Laut Grünig hat der ph e.v. einen entscheidenden Beitrag in der Betreuung der Patienten und bei der Vernetzung der beteiligten Akteure geleistet. Diese positiven Entwicklungen dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Lungenhochdruck bis heute eine lebensbedrohliche, chronisch fortschreitende und unheilbare Krankheit sei. Zum Abschluss des offiziellen Festaktes sprachen der Schirmherr des ph e.v., Dr. Erwin Vetter, und der Rheinstettener Oberbürgermeister, Gerhard Dietz, Grußworte. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Annette Lederer, Oboe, Günther Hauk, Fagott und Michael Leigsnering, Klarinette.

Was Verein und Stiftung leisten

Bruno Kopp führte in seiner Ansprache aus, dass die René Baumgart-Stiftung vor allem die wissenschaftliche Erforschung des Lungenhochdruckes vorantreiben möchte. Aus diesem Grund hat die Stiftung den René Baumgart-Forschungspreis ins Leben gerufen. Die mit € 5.000 dotierte Auszeichnung wird jährlich an einen Mediziner verliehen, der sich bei der Erforschung des Lungenhochdrucks besondere Verdienste erwirbt.
Beim pulmonale hypertonie e. v. hätten sich, so Kopp, die Aufgaben in den letzten Jahren kontinuierlich ausgeweitet. Die Gründung des Vereins sei 1996 erfolgt, um Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Inzwischen schätzen die Patienten und Angehörigen, dass der Verein umfassend über das Krankheitsbild informiert, spezialisierte Mediziner und Kliniken benennt, Kontakte zwischen Patienten vermittelt, Veranstaltungen organisiert und Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying betreibt. Projekte wie die PH-Schwestern, die neu diagnostizierten Patienten umfassende Hilfe anbieten, kommen den Patientinnen und Patienten direkt zugute. Die PH-Schwestern werden anteilig vom Verein finanziert. „Wichtig für Betroffene ist die gemeinsame Krankheitsbewältigung. Der Verein möchte aber auch Hoffnung und Zuversicht schenken und durch seine Arbeit zur Verbesserung der Lebensqualität aller PH-Patienten beitragen“, sagte Kopp abschließend.


Medizinische Entwicklung gibt Anlass zur Hoffnung

Im seinem Vortrag führte PD Dr. Ekkehard Grünig aus, dass in Deutschland rund 500.000 Menschen an Lungenhochdruck leiden. Die Zahl der noch nicht diagnostizierten Patienten schätzt der Mediziner auf 2 - 4 Millionen.

Grünig wies darauf hin, dass bis vor rund zehn Jahren Ärzte ihre Patienten nur unzureichend therapieren konnten. Häufig war für den Patienten die intravenöse Prostacyclintherapie oder die Lungentransplantation die einzige Chance zu überleben. In den letzten 10 Jahren habe die Medizin große Erfolge in der Ursachenforschung, Diagnostik und Therapie des Lungenhochdruckes erzielt. So wurden mit Prostacyclin, Bosentan und Sildenafil drei neue wirksame Medikamente entwickelt und zugelassen. Zudem wurden u. a. mit der Lungendruckbestimmung unter Belastung mittels Ultraschall neue diagnostische Verfahren etabliert und bislang unbekannte Ursachen der Erkrankung entdeckt. Grünig betonte, dass diese Erfolge nicht nur für Patienten mit so genanntem idiopatischen Lungenhochdruck von Bedeutung seien, sondern auch für Patienten mit chronisch-thromboembolischer Form, rheumatischen Formen und anderen Erkrankungen, bei denen Gefäßveränderungen in der Lunge eine Rolle spielen. Der Lungenhochdruck gilt dabei als ein Modell für Gefäßveränderungen.

Neue Forschungsergebnisse über die Ursachen der Erkrankung zeigen, dass Lungenhochdruck vererbt werden kann. „Aus diesem Grund ist es für Familien, in denen eine idiopathische pulmonal arterielle Hypertonie vorkommt, wichtig, die Familienmitglieder mittels Herzultraschall auf Lungenhochdruck hin zu untersuchen“, appellierte Grünig an die Gäste. „Je eher eine Diagnose erfolgt, desto schneller kann eine geeignete Therapie begonnen werden.“ In Fachkreisen gilt Grünig als Pionier in der Erforschung der familiären pulmonal arteriellen Hypertonie.

Im Rahmen seines Vortrages stellte der Heidelberger Arzt einen interessanten Vergleich an: Während die Selbsthilfe in Amerika mehrere Tausend Mitglieder zählt und über ein Budget von nahezu 27 Millionen Dollar verfügt, habe der ph e.v. in Deutschland mit rund 1.000 Mitgliedern ein jährliches Budget in Höhe von rund € 200.000 bis € 400.000. Dennoch seien deutsche Mediziner, wie die Professoren Werner Seeger, Friedrich Grimminger und PD Dr. Ardeschir Ghofrani (alle Universitätsklinik Gießen), Professor Marius Hoeper (Medizinische Hochschule Hannover), PD Dr. Heinrike Wilkens (Universitätskliniken des Saarlandes), Professor Olschewski (Universitätsklinik Graz) u. a. nicht zuletzt durch die Aktivitäten und die Unterstützung des pulmonale hypertonie e.v. und der René Baumgart-Stiftung weltweit führend bei der Diagnostik, Therapie und Erforschung des Lungenhochdrucks. Diese Führungsrolle zeige sich auch im Rahmen es EU-Projektes „Pulmotension“, des weltweit größten Forschungsprojektes zum Thema Lungenhochdruck, das von Prof. Seeger mit initiiert und geleitet wird.

Zum Schluss sprach sich Grünig für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Mediziner aus und forderte eine bessere Vernetzung zwischen Klinik und niedergelassenem Arzt. „Nur so können schwer kranke Patienten optimal betreut werden.“


Auch die Politik will helfen

Der Schirmherr des ph e.v., Dr. Erwin Vetter, zeigte sich in seinem Grußwort beeindruckt vom Engagement des Vereins und der Stiftung und begrüßte die medizinischen Fortschritte zum Wohl der Patienten. Der ehemalige baden-württembergische Sozialminister bot an, das Thema Lungenhochdruck im Gesundheits- und Wissenschaftsministerium anzusprechen und um Unterstützung für den Verein zu werben. Durch diese Unterstützung möchte Dr. Vetter bestehende und geplante Projekte vorantreiben.
Der Rheinstettener Oberbürgermeister Gerhard Dietz betonte, dass er stolz sei, dass der Verein und die Stiftung in Rheinstetten ansässig seien. Er dankte den Verantwortlichen für ihr Engagement und sagte dem ph e.v. spontan eine Unterstützung in Höhe von € 1.000 zu.


Kontinuierliches Vereinswachstum

Auf der 9. Mitgliederversammlung gab Bruno Kopp einen kurzen Abriss über die Vereinsentwicklung im letzten Jahr. Die Anzahl der Vereinsmitglieder sei von 2005 auf 2006 von rund 860 auf knapp 1.000 gestiegen. Diesen rasanten Anstieg führt Kopp auf eine intensivere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auch in den Landesverbänden zurück. Seit 2005 ist, so der Vorsitzende, der pulmonale hypertonie e. v. in allen Bundesländern mit Landesverbänden vertreten. Sie organisieren regelmäßige Patiententreffen und inzwischen auch Freizeitaktivitäten für die Patientinnen und Patienten des jeweiligen Bundeslandes.
Seit 2005 ist der pulmonale hypertonie e. v. Mitglied in der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen (ACHSE). Dieser Dachverband versteht sich als politisches Sprachrohr seiner Mitgliedsverbände. Mit Eva-Luise Köhler, der Gattin des Bundespräsidenten Horst Köhler, als Schirmherrin, konnte die ACHSE seit ihrem Bestehen bereits eine große Öffentlichkeit erreichen.

In Bezug auf die René Baumgart Stiftung wies Kopp darauf hin, dass im letzten Jahr die stiftungsbezogenen Spenden rückläufig waren. Durch verstärkte Spendenwerbung soll in Zukunft der Kapitalstock der Stiftung erhöht werden. Auf der Jahresversammlung der René Baumgart-Stiftung, die am Rande des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin am 24. April 2006 in Wiesbaden stattfand, wurde beschlossen, auch in 2007 den René Baumgart-Forschungspreis auszuloben und im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in 2007 zu überreichen.

Den Finanzbericht stellte der Schatzmeister des Vereins, Peter Bechtel, vor. Den Einnahmen im Jahr 2005 in Höhe von 515.116,49 EURO standen Ausgaben von 502.463,22 EURO gegenüber. Die ungewöhnliche Höhe der Einnahmen und Ausgaben begründet sich mit dem in 2006 geplanten Projekt ph-info-mobil, einer Informationskampagne zum Krankheitsbild Lungenhochdruck, die momentan allerdings nicht weiter verfolgt werden kann.

Die Kassenprüfer Günther Haidorfer und Marco Bachmann stellten eine ordnungsgemäße Buchführung fest und empfahlen den Mitgliedern eine Entlastung des Vorstandes. Mit einer Stimme Enthaltung wurde der Vorstand entlastet. Der Haushaltsentwurf für 2006 wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung führte Bruno Kopp aus, dass in diesem Jubiläumsjahr mit einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit begonnen werden solle. Der Vorsitzende des Vereins gab sich zuversichtlich, dass in 2006 schon Aktionen wie beispielsweise Zu- und Einweiserveranstaltungen an Kliniken stattfinden können, die helfen, die Bekanntheit von Lungenhochdruck und des Vereins und der Stiftung bei Medizinern und der Öffentlichkeit zu erhöhen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Bundesgeschäftsstelle
pulmonale hypertonie e.v.
Bruno Kopp, 1. Vorsitzender
Wormser Str. 20
76287 Rheinstetten
Tel.: 0 72 42 / 95 26 66
Fax: 0 72 42 / 95 26 67

Kontaktbüro:
Dagmar Schneider, PR-Referentin
Unterreut 6
76133 Karlsruhe
Tel.: 07 21 / 35 28- 3 81
Fax: 07 21 / 35 28- 8 80
E-Mail: info@phev.de


 
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