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Presseinformation vom 12.03.2004

René Baumgart-Forschungspreis erstmalig vergeben
Wirkstoff von Viagra kann gegen Lungenhochdruck helfen

Abbildung: Dr. Ardeschir Ghofrani
Dr. Ardeschir Ghofrani
  Dr. Ardeschir Ghofrani von der Universitätsklinik Gießen ist der erste Preisträger des Forschungspreises der René Baumgart-Stiftung. Mit seiner Arbeit „Sildenafil bei pulmonaler Hypertonie“ überzeugte Ghofrani die Jury in puncto Originalität, Innovation und klinische Relevanz. Der Wirkstoff Sildenafil ist durch das Präparat „Viagra“ allgemein bekannt geworden. Insgesamt waren sieben Arbeiten eingereicht worden.

Die Preisverleihung fand in Frankfurt a.M. am 12.03.2004 im Rahmen des Gesellschaftsabends der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) anlässlich des 45. DGP-Kongresses statt. Der Vorstandsvorsitzende der René Baumgart-Stiftung, Prof. Dr. Werner Seeger, übergab dem Preisträger eine Urkunde und einen Scheck über das Preisgeld von 5.000 Euro.
Ziel des Preises ist die Forschungsförderung auf dem Gebiet der Pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck).
Die Jury bestand aus drei Sachverständigen, die vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie berufen worden waren.

Ghofrani kam 1987 als Medizinstudent an die Justus Liebig-Universität Gießen und leitet heute eine Arbeitsgruppe im Sonderforschungsbereich „Kardiopulmonales Gefäßsystem“ an der Universitätsklinik. Der 36-jährige Familienvater beschreibt seine Studie als „Grundlagenarbeit, die die mögliche Wirkung von Sildenafil bei Lungenhochdruck aufzeigt“. In der preisgekrönten Arbeit werden die Wirkungsmechanismen von Sildenafil beschrieben und seine Anwendung als Mono- ebenso wie als Kombinationspräparat. „Am Ende steht als Ziel, die Entwicklung euer medikamentöser Therapieoptionen für Lungenhochdruckpatienten voran zu treiben“ so Ghofrani. Für die endgültige Zulassung des Präparates im Indikationsgebiet der pulmonalen Hypertonie ist eine so genannte Phase III-Studie erforderlich. „Ich freue mich, dass unsere Grundlagenforschung Anstoß zur Durchführung einer solchen Phase III-Studie gegeben hat.“ In Kürze werden die Ergebnisse dieser Studie erwartet.

Ghofranis besonderer Dank gilt Prof. Dr. Friedrich Grimminger, Direktor der Medizinischen Klinik V und Initiator der Sildenafil-Forschung im Themenbereich Lungenhochdruck, und Prof. Seeger, Direktor der Medizinischen Klinik II. Grimmiger war zudem Initiator der wissenschaftlichen Mount-Everest-Expedition 2003, an welcher der Preisträger Ghofrani teilgenommen hatte und auf der ebenfalls eine Testung Sildenafil vorgenommen wurde.

Warum Sildenafil gegen Lungenhochdruck hilft, wird Ghofrani immer wieder gefragt. „Der Wirkstoff erweitert die Blutgefäße.“, erklärt Ghofrani, „Dieser so genannte PDE 5 Hemmer wirkt in der Lunge besonders stark und verzögert so den Krankheitsprozess. In vielen Fällen verspüren die Patienten eine deutliche Verbesserung der Luftnot sowie eine Steigerung der körperlichen Belastbarkeit .“

Pulmonale Hypertonie

Pulmonale Hypertonie (PH) ist eine seltene Erkrankung und entsteht durch die starke Verengung der präkapillären Lungengefäße. Die Betroffenen leiden unter Atemnot bereits bei geringster Belastung oder sogar in Ruhe, und ihre körperliche Leistungsfähigkeit ist erheblich eingeschränkt. Es sind verschiedene Ursachen bekannt: Lungenhochdruck kann durch Appetitzügler, Lebererkrankungen, Bindegewebserkrankungen, HIV-Infektion und angeborene Herzfehler ausgelöst werden. Die Ursache der idiopathischen PH ist definitionsgemäß unbekannt.

Der Verlauf der Krankheit ist meist chronisch. Die häufigste Todesursache in Folge von Pulmonaler Hypertonie ist das Rechtsherzversagen. Mit den seit kurzem verfügbaren Medikamenten können die Krankheitsbeschwerden gelindert werden. Zeigen die Medikamente keine Wirkung oder verschlechtert sich der Zustand eines Patienten, bleibt als letzte Therapieoption nur die Lungentransplantation. Eine vollständige Heilung ist bislang nicht möglich.

René Baumgart-Stiftung

Die René Baumgart-Stiftung wurde 2001 vom Selbsthilfeverein Pulmonale Hypertonie e.V. gegründet. Die Stiftung hat den Zweck, die medizinische Forschung im Krankheitsbild des Lungenhochdrucks bei Kindern und Erwachsenen zu fördern.

René Baumgart war ein junger Mann, der mit 19 Jahren die Diagnose „idiopathische Pulmonale Hypertonie“ erfuhr und mit 23 Jahren an dieser tückischen Krankheit verstarb.
Er erlernte den Beruf des Druckers und war vor seinem Tod dabei, die Meisterprüfung abzulegen.

In Vorstand und Beirat der Stiftung sind führende deutsche Mediziner auf dem Gebiet der Pulmonalen Hypertonie vertreten. Vorsitzender des Vorstands ist Prof. Dr. med. Werner Seeger von der Justus Liebig-Universität Gießen, dem Beirat sitzt Dr. med. Jörg Winkler, Leipzig, vor.


Ihre Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Werner Seeger,
Vorstandsvorsitzender der René Baumgart-Stiftung
Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II
Universitätsklinikum Gießen
Klinikstraße 36
35392 Gießen
Tel. (06 41) 99 4 23 50 /-51 (Sekretariat)
werner.seeger@innere.med.uni-giessen.de
http://www.uniklinikum-giessen.de/med2/

Prof. Dr. med. Friedrich Grimminger
Direktor der Medizinischen Klinik V
Klinikstraße 36
35392 Gießen
Tel. (06 41) 99 4 23 71 (Sekretariat)
friedrich.grimminger@innere.med.uni-giessen.de

Dr. Ardeschir Ghofrani
Preisträger und Erstautor der mit dem René Baumgart-Preis ausgezeichneten Arbeit „Sildenafil bei pulmonaler Hypertonie“
Medizinische Klinik und Poliklinik II
Ambulanz für pulmonale Hypertonie der Medizinischen Klinik II
Homepage der Ambulanz:
http://www.uniklinikum-giessen.de/phamb/
ardeschir.ghofrani@innere.med.uni-giessen.de

Informationen zur René Baumgart-Stiftung hier.

 
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