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„Eine unglaubliche Erfolgsstory“
Rheinstettener Bruno Kopp mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
„Wir sollten mehr Leute haben, die sich weniger um die Beschreibung von Problemen kümmern, sondern nach Lösungen suchen“, engagierte Menschen wie Bruno Kopp eben. Dieses Engagement werde nun mit dem Bundesverdienstkreuz anerkannt, würdigte die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Monika Stolz den Ausgezeichneten. Am Freitagabend war sie in den großen Saal des Rheinstettener Zentrums Rösselsbrünnle gekommen, um Kopp für seine unermüdliche ehrenamtliche Arbeit für chronisch Kranke zu Ehren. Kopp hatte vor 11 Jahren den Selbsthilfeverein pulmonale hypertonie e.v. initiiert und mitbegründet und ist außerdem Gründer der René Baumgart Stiftung, die Forschung zu der seltenen Krankheit fördert.
Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck) geht mit einer Verengung der Lungengefäße einher. Die Patienten leiden oft schon bei geringsten Belastungen oder sogar in Ruhe unter Atemnot, blauen Lippen, Beinödemen und Brustschmerzen. Unbehandelt kann die Krankheit zu chronischem Herzversagen und frühzeitigem Tod führen. Die Ministerin würdigte die Stationen von Kopps ehrenamtlichem Engagement, als „Motor“ des Selbsthilfevereins, aber auch als langjähriger ehrenamtlicher Kommunalpolitiker und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen in Gemeinde- und Kreisrat.
Kopp hatte die Diagnose im Alter von 19 Jahren 1973 erfahren. Den Selbsthilfeverein gründete er 1996, um anderen Patienten Mut zu machen, ihnen in ihrem persönlichen Schicksal zu helfen und fundierte Informationen an Betroffene weiterzugeben. „1996 gab es noch sehr wenig Erkenntnisse über die Krankheit, es gab keine Therapie außer Lungentransplantation“, sagte Dr. Ekkehard Grünig als Vertreter der Mediziner in seinen Dankesworten. Inzwischen gebe es Medikamente und Therapien. Der Verein ph e.v. habe dazu beigetragen, die Krankheit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Kopp habe Mediziner, Patienten und ihre Angehörigen in ein Boot gebracht. „Der Zusammenhalt, den Bruno Kopp geschaffen hat, ist auch eine gute Medizin“, unterstrich Erwin Vetter (Sozialminister a.D.). Er hob insbesondere hervor, dass es nicht zuletzt Kopps unermüdlicher Arbeit zu verdanken sei, ein „Netzwerk der besten Ärzte zusammen zu bringen“. Vetter hatte 1996 spontan die Schirmherrschaft über den neugegründeten Verein übernommen. „Was aus diesem Verein geworden ist, ist eine unglaubliche Erfolgsstory“.
Der Verein hat heute über 1000 Mitglieder, und bietet auch Nicht-Mitgliedern Hilfe an, berichtete Heinrich Kowalski., der stellvertretende Vorsitzende. Er hob der in seiner sehr persönlichen Gratulation Kopps Beharrlichkeit und Arbeitstempo hervor „weil uns vermeintlich Gesunden die Luft viel schneller ausgeht, als Dir, zu dessen Krankheitsbild die Atemnot gehört“. Bruno Kopps Verdienst sei es, so Landrat Christoph Schnaudigel, dass der Landkreis heute zum Zentrum der Bekämpfung der Pulmonalen Hypertonie geworden sei. Rheinstettens Oberbürgermeister Gerhard Dietz hatte nur positive Erinnerungen an das zehnjährige Jubiläum des Vereins, an dem er 2006 teilnehmen konnte: „Es hat mich mit Stolz erfüllt, dass ein Mann aus Rheinstetten das bewirken konnte“. Er nehme die Auszeichnung „stellvertretend für alle“ in Empfang, sagte ein sichtlich gerührter Bruno Kopp. Das Bundesverdienstkreuz sei für ihn Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg fortzufahren.
Thomas Zimmer


Fotos: Dipl. Foto-Des. Jutta Kennepohl, Karlsruhe
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