Aktuelles im Überblick
Lungenforschung erhält europäische
Spitzenförderung
Lungenzentrum Gießen koordiniert bisher größtes
EU-Projekt der Justus-Liebig-Universität mit 31
Partnerinstituten aus 14 europäischen Ländern
zum Thema Lungenhochdruck
Zum Jahresbeginn 2006 hat das bisher größte
von der Justus-Liebig-Universität Gießen aus
koordinierte EU-Projekt "Pulmotension" seine
Arbeit aufgenommen: Ein Expertenverbund mit 31 Partnerinstitutionen
aus 14 europäischen Ländern soll unter Leitung
von Prof. Dr. Werner Seeger vom Lungenzentrum Gießen
(UGLC, University of Giessen Lung Center) neue Erkenntnisse
und Therapien des Lungenhochdrucks erforschen. Dazu stellt
die Europäische Union (EU) 11,4 Mio Euro Fördergelder über
einen Zeitraum von vier Jahren zur Verfügung. Das
erste Treffen des Wissenschaftskonsortiums findet am
9. und 10. Februar in Gießen statt.
Mit dem offiziellen Startschuss am 1. Januar 2006 haben
ausgewiesene Lungenfachleute aus unterschiedlichen
Fachrichtungen mit der Umsetzung eines umfassenden
Konzeptes begonnen, das auf die Erforschung und Heilung
des Lungenhochdruck, einer lebensbedrohlichen Erkrankung,
abzielt.
"Es ist uns gelungen, 31 Partnerinstitutionen aus
14 europäischen Ländern für dieses Projekt
zu gewinnen. Jeder Aspekt des Lungenhochdrucks - vom
Molekül bis zur Behandlung betroffener Patienten
- wird dabei untersucht", erläutert Prof. Dr.
Werner Seeger, Direktor der Medizinischen Klinik und
Poliklinik II des Universitätsklinikums Gießen
und Marburg, diesen translationalen Forschungsansatz.
Das medizinische Großprojekt "Pulmotension",
das die Europäische Union (EU) mit insgesamt 11,4
Mio Euro fördert, ermöglicht es dem Expertenverbund
sich über vier Jahre intensiv mit dem Krankheitsbild
Lungenhochdruck zu beschäftigen. Der Lungenhochdruck,
medizinisch auch als Pulmonale Hypertonie (PH) bezeichnet,
beschreibt schwerwiegende Veränderungen des Lungengefäßbettes,
die entweder direkt oder infolge verschiedener Herz-Kreislauferkrankungen
entstehen können. Betroffene Patienten leiden unter
zunehmender Atemnot und dem Verlust der körperlichen
Leistungsfähigkeit. Sie sterben vielfach am so genannten
Rechtsherzversagen. Trotz jüngster Therapiedurchbrüche
- z.B. die Einführung der Behandlung von Lungenhochdruck
mit Viagra? durch das Team um Prof. Dr. Dr. Friedrich
Grimminger - sind die Therapiemöglichkeiten dieser
Erkrankung eingeschränkt.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Seeger werden
Grundlagenforscher und klinische Mediziner aus führenden
westeuropäischen Zentren und insgesamt acht industrielle
Unternehmen gezielt molekulare Erkenntnisse erarbeiten
und mögliche Ansatzpunkte für neue Therapieansätze
identifizieren. Von Gießen aus werden europaweite
präklinische und klinische Studien organisiert,
sowie eine PH-Gewebe- und Datenbank aufgebaut. Neben
der Gesamtkoordination ist das Lungenzentrum Gießen
mit insgesamt vier Arbeitsgruppen außerdem der
größte Partner innerhalb des Konsortiums.
Die beteiligten Arbeitsgruppen leiten Prof. Dr. Thomas
Braun vom Max-Planck-Institut in Bad Nauheim, Prof. Dr.
Dr. Friedrich Grimminger, PD Dr. Norbert Weissmann und
Dr. Oliver Eickelberg von den Abteilungen II und V des
Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum
Gießen und Marburg.
"Pulmotension" ist das bisher größte
EU-Projekt, das von der Justus-Liebig-Universität
Gießen aus koordiniert wird. Mit der Förderung
durch die Europäische Union erfährt der Schwerpunkt "Lebenswissenschaften" der
Universität Gießen eine weitere wesentliche
Verstärkung.
Kontakt:
Dr. Christiane Eickelberg
Tel.: 0641/4808774 (8.00-14.00 Uhr)
E-mail: christiane.eickelberg@uglc.de
Weitere Informationen:
http://www.uglc.de |